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10.01.2011

13:21 Uhr

Blick hinter die Kulissen

Die Geheimnisse der Headhunter

VonThorsten Giersch

Die Suche nach guten Managern ist gerade in Deutschland derzeit wichtiger denn je. Das Personal-Karussell dreht sich immer schneller. Davon profitieren nicht zuletzt Headhunter. Einer von ihnen ist Dieter Hofmann. Er kennt die Branche aus dem Effeff und hat mit dem Journalisten und Rechtsanwalt Rainer Steppan ein Buch herausgebracht, in dem ein Blick hinter die Kulissen der spannenden Branche geworfen wird.

Dieter Hofmann kennt sich mit Headhuntern bestens aus. Hofmann Headhunter

Dieter Hofmann kennt sich mit Headhuntern bestens aus.

Was sollte ein Manager tun, wenn ihn ein Headhunter anruft?

Wenn er ungestört sprechen kann, sollte er sich ruhig anhören, was ihm der Headhunter zu sagen hat. Falls er den Namen des Beratungsunternehmens nicht kennt oder nicht verstanden hat, sollte er nachfragen und sich erkundigen, welche Position der Anrufer bekleidet: Researcher, Consultant oder Partner. So weiß er von vornherein, mit wem er es zu tun hat.

Nun heißt es ja, dass Manager durchaus auch selbst aktiv werden sollten. Wie findet man denn einen geeigneten Headhunter?

Zunächst einmal ist es wichtig, sich nicht erst dann auf die Suche zu begeben, wenn man gerade dringend einen neuen Job braucht. Man sollte sich in seiner eigenen Branche umhören, mit erfahrenen Managern über deren Kontakte zu seriösen Beratern sprechen und dann auf zwei oder drei Berater zugehen. Das heißt: Man ruft an und fragt, ob man dem Berater seine Bewerbungsunterlagen zusenden darf. Noch eleganter ist es, wenn man einen Berater über einen Mentor kennenlernt - wenn also der Kontakt über einen Topmanager hergestellt wird, der einen schätzt und fördert.

In der Wirtschaftskrise sind die Umsätze der Headhunter um rund ein Drittel gesunken. Nun haben sie wieder reichlich zu tun. Warum?

Wir von Hofmann Consultants haben die Krise kaum zu spüren bekommen. Das liegt zum einen daran, dass wir im Topsegment des Personalberatungsmarktes arbeiten. Zum anderen sind wir ausgesprochene Spezialisten für die Suche nach Managern im Handel und der Konsumgüterindustrie. Wir profitieren von unseren langjährigen, intensiven Kundenbeziehungen. Unter der Krise hatten vor allem jene Berater zu leiden, die sich im mittleren und unteren Segment unserer Branche bewegen. Jetzt, da die Wirtschaft wieder brummt, ist auch die Nachfrage nach Mittelmanagern und Fachkräften wieder gestiegen. Deswegen steigen die Umsätze aller Personalberater.

Gründet sich der Aufschwung auch in der Tatsache, dass viele Unternehmen internationaler werden wollen und dafür neue Leute brauchen?

Sicher. Gerade in Westeuropa sind viele Märkte ausgereizt. Selbst mittelständische Unternehmen sind deswegen gezwungen, neue Absatzkanäle jenseits der Grenzen des eigenen Landes zu erschließen. Hinzu kommt: Fachkräfte werden in Europa knapp. Vor diesem Hintergrund prüfen viele Topmanager, ob es nicht sinnvoll ist, neue Produktionskapazitäten dort zu schaffen, wo das dafür nötige Personal sitzt.

Ihr Buch trägt den Untertitel "Blick hinter die Kulissen einer verschwiegenen Branche". Was hat Sie bei diesem Blick am meisten überrascht?

Am meisten hat mich überrascht, wie offen einige unserer Autoren über ihre Klienten sprechen. Das ist neu. Früher herrschte absolute Diskretion.

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