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06.02.2018

12:13 Uhr

Wie BMW, Siemens und SAP von Trumps Steuerreform profitieren dpa

Produktion von Mercedes-Benz in Tuscaloosa

An seinem größten US-Standort produziert Daimler seit 20 Jahren. Künftig sollen dort Elektrofahrzeuge vom Band laufen.

BMW, Siemens, SAP

Wie Deutschlands Konzerne von Trumps Steuerreform profitieren

VonUlf Sommer

Von wegen „America first“: Fast alle deutschen Konzerne profitieren von der US-Steuerreform. Das sind die Gewinner – und die wenigen Verlierer.

DüsseldorfIn der Theorie klingt „America first“ so einfach: Donald Trump verspricht seinen Landsleuten niedrigere Steuern, um sie gegenüber ausländischen Wettbewerbern zu schützen. Im Visier steht vor allem Deutschland mit seinem hohen Exportüberschuss und den vielen exportstarken Industrieunternehmen.

In Richtung BMW schimpfte der amerikanische Präsident: „Wenn sie eine Fabrik in Mexiko bauen und Autos in die USA verkaufen wollen ohne eine 35-Prozent-Steuer, dann können sie das vergessen.“ Auch deshalb hatte Trump seinen Wählern die größte Steuerreform seit der Amtszeit von Ronald Reagan vor 30 Jahren versprochen. Und er hielt Wort, denn kurz vor Weinachten verabschiedeten Senat und Repräsentantenhaus die Reform.

Herzstück aus Sicht der Unternehmen ist die von 35 auf 21 Prozent gesenkte Körperschaftssteuer. Doch anders als vermutlich erhofft, begünstigt Amerikas Steuerreform keinesfalls nur amerikanische, sondern auch ausländische Unternehmen, sofern sie in Amerika produzieren. Größter Profiteur in Deutschland sind ausgerechnet eben jene von Trump so heftig kritisierten Autobauer mit ihren großen Produktionsanlagen in Spartanburg (BMW), Tuscaloosa (Daimler) und Chattanooga (VW).

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Aber auch viele andere profitieren. Der Grund: Die Autobauer und fast alle anderen Großkonzerne wie Deutsche Telekom, Fresenius, Thyssen-Krupp und Siemens exportieren nicht nur Autos, Telefon-Dienstleistungen, Dialysegeräte, Stahl und Kraftwerke in die USA – sie produzieren sie auch in der größten Volkswirtschaft. Deshalb sparen auch sie amerikanische Steuern. Das zeigen Nachfragen des Handelsblatts bei den Unternehmen und die gerade begonnene Bilanzsaison. Ein Überblick über viele Profiteure – und wenige Verlierer:

Die größten Gewinner

Daimler fuhr 2017 einen Rekordgewinn ein: Nach Steuern fiel das Plus mit 23 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro auch deshalb so deutlich aus, weil der Stuttgarter Autobauer rund eine Milliarde Euro nach Senkung der US-Körperschaftssteuer sparte. An seinem größten US-Standort in Tuscaloosa produziert Daimler seit 20 Jahren. Künftig sollen dort Elektrofahrzeuge vom Band laufen. Geplant ist außerdem der Bau einer Batteriefabrik. Insgesamt will Mercedes Benz eine Milliarde Dollar in die Erweiterung seines Engagements in der Region investieren und 600 neue Arbeitsplätze schaffen.

BMW rechnet noch, beziffert aber den positiven Effekt aus der Steuerreform zwischen 950 Millionen und 1,55 Milliarden Euro. Die Münchener produzieren seit gut 25 Jahren im amerikanischen Spartanburg und beschäftigen dort über 9.000 Menschen, weitere 1.000 Stellen sollen neu geschaffen werden.

Wer auch noch profitiert

Siemens: Konzernchef Joe Kaeser hat in Davos US-Präsident Donald Trump zur Steuerreform beglückwünscht. Aus gutem Grund: Im ersten Quartal des neuen Geschäftsjahrs 2018 bescherten die gesenkten Unternehmenssteuern Siemens einen Sonderertrag von 437 Millionen Euro. Der Mischkonzern beschäftigt in den USA über das ganze Land verteilt in 50 Fabriken mehr als 50.000 Mitarbeiter, die für 17 Milliarden Euro Umsatz und damit gut ein Fünftel des Gesamtumsatzes stehen.

BASF: Europas größter Chemiekonzern profitierte im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem Zusatzgewinn von 400 Millionen Euro. Mit seinem starken Amerika-Geschäft wird BASF Jahr für Jahr Ersparnisse erzielen.

Das sind die größten deutschen Arbeitgeber

Platz 12

Thyssen-Krupp AG - 156.487 Beschäftigte weltweit.

Platz 11

Metro - 196.540 Beschäftigte weltweit

Platz 10

Continental - 220.137 Beschäftigte weltweit

Platz 9

Deutsche Telekom - 221.000 Beschäftigte weltweit

Platz 8

Fresenius - 232.873 Beschäftigte weltweit

Platz 7

Daimler - 282.488 Beschäftigte weltweit

Platz 6

Deutsche Bahn - 306.368 Beschäftigte weltweit

Platz 5

Siemens - 351.000 Beschäftigte weltweit

Platz 4

Edeka Zentrale - 351.500 Beschäftigte weltweit

Platz 3

Robert Bosch - 389.281 Beschäftigte weltweit

Platz 2

Deutsche Post - 459.262 Beschäftigte weltweit

Platz 1

Volkswagen - 626.715 Beschäftigte weltweit

(Zahlen für 2016/2017. Quelle: Fortune)

Covestro: Die ausgegliederte Bayer-Tochter erwartet einen positiven Sondereffekt von 85 Millionen Euro. Das sind rund zehn Prozent des Konzernüberschusses. Der Effekt ist im Prinzip dauerhaft – solange der Kunststoff-Spezialist in Amerika Gewinne erwirtschaftet. 2018 dürfte sich auf Grund der US-Steuerreform die Konzern-Gesamtsteuerquote um ein bis zwei Prozentpunkte reduzieren.

SAP: Vielen Dank für die Einladung - und vielen Dank, dass Sie all dieses Wachstum anregen“, entgegnete SAP-Chef Bill McDermott dem neben ihm am Tisch sitzenden US-Präsidenten Donald Trump beim Dinner in Davos. Die Walldorfer profitierten im abgelaufenen Quartal mit rund 200 Millionen Euro von Amerikas Steuerreform. Auch künftig dürfte SAP höhere Gewinne einfahren, weil in den USA weniger Körperschaftteuer fällig wird.

Fresenius Medical Care: Einen starken Effekt hat die Steuerreform auch beim Dax-Konzern Fresenius Medical Care (FMC). Der Dialysespezialist erzielt traditionell einen Großteil seines Umsatzes in den USA, hat dort große Firmen wie Renal Care übernommen. Das neue Abgabensystem bringe dem Unternehmen 2017 einen einmaligen Buchgewinn von rund 200 Millionen Euro ein, teilte die Tochter des hessischen Gesundheitskonzerns Fresenius mit. Entsprechend erhöhe sich der Nettogewinn.

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Kommentare (4)

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Herr Tomas Maidan

06.02.2018, 14:32 Uhr

Steuerdumping ist schon mal eine schöne Sache für unsere Unternehmen - nun fehlt eigentlich nur noch das Lohndumping. Wenn Trump es schafft, dass die zur Zeit viel zu teuren US-Arbeiter den Gürtel enger schnallen, dann wird die Wirtschaft bestimmt noch mehr boomen. Als Hotelier weiß er ja längst, wie man Billiglöhne durchdrückt.

Herr Vinci Query

06.02.2018, 14:41 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

Herr Peter Spiegel

06.02.2018, 19:52 Uhr

Steuerdumping ist schon mal eine schöne Sache für unsere Unternehmen............
Das Ihnen als Sozialist Unternehmen gehören ist merkwürdig aber Sozen waren, sind und werden immer Verräter bleiben auch ihre fliegenden Ableitungen mit Mechanik.

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