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30.04.2013

12:49 Uhr

Börsenbetreiber

Derivate-Sparte beflügelt Nyse-Gewinn

Die Nyse Euronext betreibt neben der traditionsreichen New Yorker Börse auch wichtige Marktplätze in Europa – und verdient damit prächtig. Der Gewinn wurde mehr als 40 Prozent gesteigert, trotz sinkender Umsätze.

Der Börsenbetreiber Nyse profitierte insbesondere von der Derivate-Sparte. dpa

Der Börsenbetreiber Nyse profitierte insbesondere von der Derivate-Sparte.

New York/ParisDer transatlantische Börsenbetreiber NYSE Euronext hat dank steigender Einnahmen aus dem Derivate-Bereich und Kostensenkungen zu Jahresbeginn deutlich mehr Geld verdient. Der Überschuss stieg im ersten Quartal 2013 um 44 Prozent auf 126 Millionen Dollar, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Der Umsatz fiel minimal auf 600 Millionen Dollar.

Knapp zwei Drittel der Einnahmen hängen noch an Transaktionen und der Abwicklung von Wertpapiergeschäften. Weil das Handelsvolumen aber seit einigen Jahren rückläufig ist, steuert das Management mit Kostensenkungen dagegen. Bis 2014 sollen die Aufwendungen um 250 Millionen Dollar reduziert werden. 2012 waren es schon 115 Millionen Dollar.

Börsenfusionen

Nicht immer erfolgreich

Der Wettbewerb im Börsenhandel ist hart. Alternative Aktienhandelsplattformen, meist gegründet von Investmentbanken, machen den klassischen Börsen das Leben schwer. Die relativ hohen Kosten zwingen die etablierten Betreiber zu Zusammenschlüssen. Doch nicht alle Fusionspläne glücken.

Paris/Amsterdam

Die Aktien- und Derivatemärkte von Paris, Amsterdam und Brüssel schließen sich im Jahr 2000 zur europäischen Mehrländerbörse Euronext zusammen. Später kommen Lissabon und die Londoner Terminbörse Liffe hinzu.

New York/Amsterdam

Euronext und die New Yorker Stock Exchange (NYSE) fusionieren 2007 zur transatlantischen Mega-Börse.

New York/Frankfurt

Die Fusion der Börsen von Frankfurt und New York scheitert im Februar 2012 am Veto der EU-Wettbewerbshüter. Für Störfeuer sorgten zeitweise die Technologiebörse Nasdaq und die US-Rohstoffbörse Intercontinental-Exchange (ICE) mit einem rund elf Milliarden Dollar schweren feindlichen Übernahmeangebot für die NYSE/Euronext.

Singapur/Sydney

Die Börse Singapur (SGX) versuchte 2011, die australische Börse ASX zu schlucken. Dafür bot sie 8,4 Milliarden australische Dollar (damals 5,9 Mrd Euro). Der australische Finanzminister Wayne Swanch erklärte aber klar, das Angebot der Asiaten sei „nicht im nationalen Interesse“.

London/Frankfurt

Die Deutsche Börse versuchte mehrfach erfolglos, die London Stock Exchange (LSE) zu kaufen. Auch die Nasdaq bemühte sich mehr als einmal vergeblich um die Londoner.

London/Toronto

2011 mussten die LSE und die Börse Toronto (TMX) ihre Hochzeit abblasen. Eine Gruppe kanadischer Finanzfirmen war den Briten in die Parade gefahren und hatte ein eigenes Übernahmeangebot vorgelegt. Damit wollten die Kanadier verhindern, dass der wichtigste Finanzhandelsplatz des Landes in ausländische Hände fällt. Die größere Londoner LSE hätte in der Ehe die Übermacht gehabt.

Die Nyse Euronext betreibt neben der traditionsreichen New Yorker Börse die Marktplätze in Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon. Der Konzern wird gerade für 8,2 Milliarden Dollar von der IntercontinentalExchange (ICE) mit Sitz in Atlanta übernommen. Die auf Futures und Optionen spezialisierte ICE hat es jedoch vor allem auf die Nyse-Derivate-Tochter Liffe in London abgesehen.

Von

rtr

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