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09.01.2013

21:14 Uhr

Börsenkonzerne

Nasdaq flirtet mit der Euronext

Die New Yorker Börse Nyse soll von US-Konkurrent ICE übernommen werden - aber ohne die Euronext. Um sie hat sich die Deutsche Börse mehrmals bemüht. Doch jetzt schlängelt sich die Nasdaq für eine Übernahme ins Gespräch.

Nyse und Euronext sollen bald getrennte Wege gehen. Wer übernimmt die Euronext? dapd

Nyse und Euronext sollen bald getrennte Wege gehen. Wer übernimmt die Euronext?

New YorkDie Technologiebörse Nasdaq hat ein Auge auf die Konkurrentin Euronext geworfen. "Wir müssten sie uns anschauen", sagte Nasdaq-Chef Robert Greifeld in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. "Ich sage nicht, dass wir bieten. Aber wir müssten sie uns anschauen."

Die Euronext gehört derzeit zur New York Stock Exchange (Nyse) und soll nach der geplanten Übernahme der Nyse durch den US-Konkurrenten ICE abgespalten werden. Dabei ist neben einem Verkauf auch ein Börsengang eine Option.

Fusionsangebot: ICE und Nyse schmieden Börsenriesen

Fusionsangebot

ICE und Nyse schmieden Börsenriesen

Intercontinental-Exchange ist kurz davor, die New York Stock Exchange zu übernehmen.

Nach Einschätzung von Greifeld kommt die Mehrländerbörse aber nicht vor 2014 auf den Markt, zumal noch einige Monate ins Land vergingen, bis der Zusammenschluss von Nyse und ICE über die Bühne gebracht worden sei. "In 15 Monaten ist es auch einfacher, über ein mögliches Gebot zu entscheiden als jetzt", sagte Greifeld.

Börsenfusionen

Nicht immer erfolgreich

Der Wettbewerb im Börsenhandel ist hart. Alternative Aktienhandelsplattformen, meist gegründet von Investmentbanken, machen den klassischen Börsen das Leben schwer. Die relativ hohen Kosten zwingen die etablierten Betreiber zu Zusammenschlüssen. Doch nicht alle Fusionspläne glücken.

Paris/Amsterdam

Die Aktien- und Derivatemärkte von Paris, Amsterdam und Brüssel schließen sich im Jahr 2000 zur europäischen Mehrländerbörse Euronext zusammen. Später kommen Lissabon und die Londoner Terminbörse Liffe hinzu.

New York/Amsterdam

Euronext und die New Yorker Stock Exchange (NYSE) fusionieren 2007 zur transatlantischen Mega-Börse.

New York/Frankfurt

Die Fusion der Börsen von Frankfurt und New York scheitert im Februar 2012 am Veto der EU-Wettbewerbshüter. Für Störfeuer sorgten zeitweise die Technologiebörse Nasdaq und die US-Rohstoffbörse Intercontinental-Exchange (ICE) mit einem rund elf Milliarden Dollar schweren feindlichen Übernahmeangebot für die NYSE/Euronext.

Singapur/Sydney

Die Börse Singapur (SGX) versuchte 2011, die australische Börse ASX zu schlucken. Dafür bot sie 8,4 Milliarden australische Dollar (damals 5,9 Mrd Euro). Der australische Finanzminister Wayne Swanch erklärte aber klar, das Angebot der Asiaten sei „nicht im nationalen Interesse“.

London/Frankfurt

Die Deutsche Börse versuchte mehrfach erfolglos, die London Stock Exchange (LSE) zu kaufen. Auch die Nasdaq bemühte sich mehr als einmal vergeblich um die Londoner.

London/Toronto

2011 mussten die LSE und die Börse Toronto (TMX) ihre Hochzeit abblasen. Eine Gruppe kanadischer Finanzfirmen war den Briten in die Parade gefahren und hatte ein eigenes Übernahmeangebot vorgelegt. Damit wollten die Kanadier verhindern, dass der wichtigste Finanzhandelsplatz des Landes in ausländische Hände fällt. Die größere Londoner LSE hätte in der Ehe die Übermacht gehabt.

Die Deutsche Börse hat Unternehmenskreisen zufolge kein Interesse mehr an einer Übernahme der Euronext. Die Frankfurter hatten sich in der Vergangenheit mehrfach vergeblich um den Betreiber der Marktplätze in Paris, Amsterdam, Brüssel und Lissabon bemüht.

Börsenbetreiber: Deutsche Börse hat kein Interesse an Euronext

Börsenbetreiber

Deutsche Börse hat kein Interesse an Euronext

Die Deutsche Börse hat derzeit angeblich kein Interesse an Euronext.

Von

rtr

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