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10.12.2015

15:55 Uhr

Bombardier

Zugsparte erhält neuen Chef über Nacht

Praktisch über Nacht hat Bombardier Transportation einen neuen Präsident erhalten – warum der Vorgänger hinwarf, ist unklar. Der Nachfolger sieht gute Entwicklungsmöglichkeiten für das Unternehmen.

Der neue Chef, Laurent Troger, auf einer Pressekonferenz in Berlin. dpa

Bombardier Transportation

Der neue Chef, Laurent Troger, auf einer Pressekonferenz in Berlin.

Berlin/MontréalBeim kanadischen Flugzeug- und Zughersteller Bombardier gibt es einen überraschenden Wechsel an der Spitze der Zugsparte. Präsident Lutz Bertling habe sein Amt niedergelegt, teilte der Konzern am Mittwoch (Ortszeit) in Montréal mit. Schon am Donnerstag stellte sich am Sitz der Bombardier Transportation (BT) in Berlin der Nachfolger vor, der bisherige Technikchef Laurent Troger. Er kündigte an, vorausschauender in den Markt zu gehen. „Wir waren sehr reaktiv und wir werden proaktiver werden.“

Bertling war erst vor zweieinhalb Jahren vom Hubschrauberbauer Eurocopter zu Bombardier gekommen. Das Unternehmen mit weltweit 39.700 Mitarbeitern ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer in der Schienenverkehrstechnik. In seiner Amtszeit löste Bertling unter anderem Streitigkeiten um Mängel an Zügen mit der Deutsche Bahn und trieb Überlegungen für einen Börsengang der Bahntechniksparte voran.

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Am Donnerstag sollte Bertling auf einer lange geplanten Konferenz internationalen Journalisten die Welt von Bombardier Transportation näher bringen. Am Vorabend wurde er im Programm kurzfristig durch Troger ersetzt. Bertling wolle andere Karrieremöglichkeiten verfolgen, teilte Bombardier mit, ohne Näheres zu offenbaren.

Troger sagte, man wolle den Umsatzanteil der Geschäftsfelder Service und besonders der Signaltechnik bis 2020 weiter steigern. Loks und Wagen würden dann nur noch 55 Prozent des Geschäfts ausmachen, heute sind es 65 Prozent. Bombardier müsse die weltweiten Megatrends für sich nutzen: Bevölkerungswachstum, Verstädterung und wachsendes Umweltbewusstsein. „Die Trends sind gut für uns.“

Keine Entwarnung gab es für die 2200 Beschäftigten im größten deutschen Bombardier-Werk in Hennigsdorf bei Berlin. Bertling hatte dort einen Arbeitsplatzabbau in Aussicht gestellt und Näheres für den Sommer 2016 angekündigt. Troger sagte lediglich, das Geschäft in Hennigsdorf laufe normal. „Für den Augenblick haben wir keinen Stellenabbau angekündigt.“

Mitte November hatte der Pensionsfonds der Provinz Québec angekündigt, mit einem Anteil von 30 Prozent bei BT einzusteigen. „Ein Börsengang steht bis auf Weiteres nicht auf der Agenda“, sagte Troger.

Von

dpa

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