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08.02.2017

13:43 Uhr

Boni-Exzesse

Dax-Chefs wehren sich gegen Gehaltsdeckel

Gehälter in Millionenhöhe bei Volkswagen, Boni-Diskussion bei der Deutschen Bank: Die SPD fordert schärfere Grenzen bei Managergehältern, wie das Handelsblatt exklusiv berichtete. Dax-Chefs lehnen den Vorschlag jetzt ab.

„Deutsche Unternehmen und ihre Lenker machen zum überwiegenden Teil einen guten Job und führen ihre Unternehmen zum Wohle der Gesellschaft“, sagt der Adidas-Chef. Sebastian Widmann

Kasper Rorsted

„Deutsche Unternehmen und ihre Lenker machen zum überwiegenden Teil einen guten Job und führen ihre Unternehmen zum Wohle der Gesellschaft“, sagt der Adidas-Chef.

DüsseldorfDie Chefs mehrerer Dax-Konzerne wehren sich gegen die Pläne der SPD, die Höhe von Managergehältern gesetzlich zu begrenzen. „Deutschland hat mit der sozialen Marktwirtschaft ein exzellentes Wirtschaftsmodell und steht im internationalen Vergleich hervorragend da“, sagt Adidas-Vorstandschef Kasper Rorsted der „Zeit“. Er weist auf die gute Beschäftigungslage und steigende Realeinkommen hin. „Das belegt doch, dass die deutschen Unternehmen und ihre Lenker zum überwiegenden Teil einen guten Job machen und ihre Unternehmen zum Wohle der Gesellschaft führen“, sagt Rorsted.

Auch Nikolaus von Bomhard, scheidender Vorstandschef der Munich Re, warnt: „Die Vorgabe einer Höchstquote wäre ein deutlicher Eingriff in die Eigentümerrechte.“ Persönlich empfinde er seine Vergütung als angemessen, im internationalen Vergleich seien die Vorstandsgehälter in seinem Unternehmen aber „sehr moderat“.

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Die Top-Etage des VW-Konzerns gehört zu den am besten bezahlten in Europa. Das könnte sich ändern: Nach dem Willen des Aufsichtsrates sollen die Vorstände künftig auf Geld verzichten, eine Höchstgrenze wird festgelegt.

Bayer-Chef Werner Baumann ist der Meinung, dass eine Deckelung der Managergehälter realitätsfern sei: „Beschäftigungsstrukturen und durchschnittliche Einkommen unterscheiden sich von Branche zu Branche erheblich, eine zwangsläufig generalisierende Höchstquote für alle Unternehmen ist kontraproduktiv“, sagt er der „Zeit“.

Das Handelsblatt hatte exklusiv berichtet, dass der Aufsichtsrat von Volkswagen derzeit erwägt, das Gehalt des Vorstandschef auf maximal zehn Millionen Euro jährlich zu deckeln. Bei der nächsten Aufsichtsratssitzung am 24. Februar sollen die Kontrolleure über ein neues Entgeltsystem beraten und nach Möglichkeit dieses bereits beschließen, wie Konzernkreise dem Handelsblatt berichten.

Für die Mannschaft um VW-Chef Matthias Müller kann dies bedeuten, dass sie künftig weniger verdienen wird. Darauf drängen zumindest das Land Niedersachsen als Großaktionär und die Betriebsräte, die sich regelmäßig für die Rekordgehälter bei Volkswagen rechtfertigen müssen.

Die Bezahlung der VW-Manager ist ein Dauerthema – und ein delikates obendrein, denn in den vergangenen Jahren gab es immer wieder Streit um die Millionen. Schon im Jahr 2011 sorgte das Rekordgehalt des damaligen Vorstandschefs Martin Winterkorn für Zündstoff. Mit rund 17 Millionen Euro avancierte der VW-Chef zum bestbezahltesten Industriekapitän Deutschlands. Als dann auch noch vor einem Jahr trotz der Affäre um gefälschte Abgaswerte Millionenboni an die Manager ausgeschüttet wurden, kam der Aufsichtsrat endgültig unter Zugzwang.

Die SPD um den kürzlich gekürten Kanzlerkandidaten Martin Schulz will im bevorstehenden Bundestagswahlkampf für ein gerechteres Deutschland starkmachen, die Begrenzung von Managerbezügen ist eine Kernforderung.

Kommentare (16)

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Herr Michael Müller

08.02.2017, 14:06 Uhr

Manager sind nichts anderes als hochbezahlte Angestellte in Unternehmen. Wer bestimmt letztendlich die Gehälter der außertariflich Angestellten? Die Arbeitgeber, sprich die Inhaber der Firmen, bei Aktiengesellschaften die Aktionäre. Was spricht dagegen, wenn die Aktionäre (=Firmeninhaber) ihren besten Mitarbeitern hohe Gehälter bezahlen? Auf der anderen Seite müssen die Aktionäre (=Firmeninhaber) auch die Möglichkeit haben, die Gehälter ihrer Angestellten zu kürzen und an bestimmte Ziele zu koppeln bzw. bei krassen Fehlentscheidungen auch in Regress zu nehmen. Staatlich geführte Unternehmen oder Unternehmen mit hoher Staatsbeteiligung (Bahn, Rundfunk, VW...) bedürfen klaren Regeln und Vorgaben, da hier grundsätzlich die Gefahr der Veternwirtschaft besteht.

Account gelöscht!

08.02.2017, 14:10 Uhr

Da könnte doch der neue Hoffnungsträger der geschrumpften SPD...also dieser EU-Schulz mal als leuchtendes Beispiel vorangehen und seine Bezüge und Boni inkl. Lobbyarbeiten/Vergütungen seiner SPD Basis vorlegen. Die SPD Eliten zeigen gerne mit den Fingern auf die, von denen Sie selbst schon ein Teil sind. Die SPD Eliten-Parteiführer brauchen sich um ihr Gehalt/Einkommen und Rente keien Sorgen machen. Die können dem Armen und Arbeiter das Blaue vom Himmel versprechen...hauptsache der Rubel rollt für Schulz und Co. weiterhin.

Herr Josef Hirsepp

08.02.2017, 14:22 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

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