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24.02.2014

13:13 Uhr

Boom am Bau

Baubranche kann Umsatz nochmal steigern

Nach dem Boom im vergangenen Jahr erwartet die Bauindustrie für 2014 eine weitere Verbesserung. Die Unternehmen profitieren vom warmen Winter. Steigende Personal- und Rohstoffkosten setzen die Erträge aber unter Druck.

Vor Baukränen wird ein Bauarbeiter auf einer Baustelle in Frankfurt am Main mit seiner Betonpumpe von einem Kran in die Höhe gezogen. dpa

Vor Baukränen wird ein Bauarbeiter auf einer Baustelle in Frankfurt am Main mit seiner Betonpumpe von einem Kran in die Höhe gezogen.

Wiesbaden/BerlinDer Boom am deutschen Bau geht weiter. Nachdem die Branche 2013 laut Statistischem Bundesamt mit 96,6 Milliarden Euro den höchsten Umsatz seit der Jahrtausendwende eingefahren hat, sehen die Unternehmen auch das laufende Jahr positiv. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie erwartet für 2014 eine nochmalige Verbesserung des Umsatzes um 3,5 Prozent und einen Beschäftigungsanstieg um 1,1 Prozent auf 765.000 Mitarbeiter, wie er am Montag in Berlin mitteilte.

Damit würde das Job-Niveau aus dem Jahr 2004 wieder erreicht. Von den Rekordumsätzen der 1990er-Jahre ist die Branche hingegen noch weit entfernt.

Beim weiteren Aufschwung dürften die vollen Auftragsbücher helfen. Nach einem guten November brachte auch der Dezember einen wertmäßigen Zuwachs der Bestellungen um 12,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete. Im Gesamtjahr stieg der Wert der Aufträge im Vergleich zu 2012 um 3,7 Prozent. Zu gleichen Preisen wären es 1,9 Prozent gewesen.

Vor allem die weiterhin starke Nachfrage nach Wohnimmobilien sorgt für eine gute Baukonjunktur über dem Schnitt der deutschen Wirtschaft. In der Folge meldeten 94 Prozent der vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) befragten Bauunternehmen Anfang des Jahres eine gute oder befriedigende Geschäftslage – so viele wie nie zuvor.

Das sind Europas größte Baukonzerne

Platz 9

NCC AB – 8,42 Milliarden Euro Umsatz

Das schwedische Unternehmen mit seinen knapp 18.000 Mitarbeitern wurde erst 1988 gegründet. Heute besteht es aus vier großen Geschäftsbereichen, unter anderem „NCC Housing“ und „NCC Roads“.

Platz 8

Ferrovial (Spanien) – 9,7 Milliarden Euro Umsatz

Das Unternehmen aus Madrid baut und betreibt auch Autobahnen und Flughäfen. Der Konzern errichtete unter anderem das Guggenheim-Museum in Bilbao.

Platz 7

Balfour Beatty (Großbritannien) - 11,63 Milliarden Euro Umsatz

Bereits seit 1909 sind die traditionsreichen Briten im Baugeschäft tätig und gehören zu den Platzhirschen in Europa. Die Londoner beschäftigen europaweit rund 30.000 Mitarbeiter.

Platz 6

Strabag (Österreich) – 13,12 Milliarden Euro Umsatz

Aus Wien in die Welt: Die Österreicher haben vor allem in Osteuropa expandiert. Seit 2014 konnte der Konzern den zuvor stark abgerutschten Umsatz stabilisieren und zuletzt wieder leicht steigern.

Platz 5

Eiffage (Frankreich) – 14,06 Milliarden Euro Umsatz

Neben einigen TGV-Trassen gehört auch die Erweiterung des EU-Parlaments zu den großen Projekten des Konzerns. In Deutschland sind rund 3.000 Eiffage-Mitarbeiter beschäftigt.

Platz 4

Skanska (Schweden) - 16,36 Milliarden Euro Umsatz

Kaum eine Straße, ein Kraftwerk oder Bürogebäude in Schweden ist ohne Beteiligung des skandinavischen Bauriesen entstanden. Auch international sind die Schweden aus Solna mittlerweile breit aufgestellt.

Platz 3

Bouygues (Frankreich) - 32,43 Milliarden Euro Umsatz

Neben Immobilien und dem Straßenbau ist der Pariser Konzern Großaktionär des französischen Fernsehsenders TF1. 2015 musste das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr leichte Umsatzeinbußen hinnehmen.

Platz 2

ACS (Spanien) - 34,93 Milliarden Euro Umsatz

Die Spanier haben in den vergangenen Jahren ein rasantes Wachstum hingelegt. Allein in den vergangenen drei Jahren stieg der Umsatz um rund zehn Milliarden Euro und ACS klettert das Treppchen weiter hoch. Zum Konzern gehört auch das deutsche Unternehmen Hochtief.

Platz 1

Vinci (Frankreich) – 38,52 Milliarden Euro Umsatz

Der größte Baukonzern Europas ist auch der größte Baukonzern der Welt und in der Kleinstadt Rueil-Malmaison nahe Paris beheimatet. Dem Konzern gehört unter anderem die Hälfte aller französischen Autobahnen. 2015 verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzminus von knapp 0,5 Prozent.

Quelle: Deloitte

Die Nachfrage im Hochbau nahm laut Bundesstatistik im vergangenen Jahr preisbereinigt um 2,2 Prozent zu, im Tiefbau gab es ein Plus von 1,7 Prozent. Im Jahresdurchschnitt beschäftigten die Baubetriebe in Deutschland 756.000 Mitarbeiter – das waren etwa 11.500 mehr als im Jahr zuvor.

Mit einem nominalen Umsatzplus von 3,1 Prozent (real: + 1,5 Prozent) wurde die Erwartung von 2,0 Prozent für 2013 deutlich übertroffen. „Die Bauunternehmen haben die milden Temperaturen und den zusätzlichen Arbeitstag im Dezember genutzt, um ihre hohen Auftragsbestände weiter abzuarbeiten“, erklärte Bauindustrie-Sprecher Heiko Stiepelmann die Entwicklung. Allerdings stünden die Erträge wegen gestiegener Personal- und Rohstoffkosten weiter unter Druck, so dass die Lohnforderung der IG BAU nach 7 Prozent mehr Geld von den Betrieben als Risiko wahrgenommen werde.

Von

dpa

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