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25.02.2014

15:28 Uhr

Boston Consulting Group

Unternehmensberatung hofft auf stärkeres Wachstum

Nach zwei flauen Jahren erwarten die Unternehmensberater mit der anziehenden Konjunktur wieder bessere Zeiten. Die Boston Consulting Group geht von einer deutlichen Umsatzsteigerung aus.

Carsten Kratz, Deutschland-Chef der Boston Consulting Group: „Wir sind seit Wochen ausverkauft.“ Bosotn Consulting Group

Carsten Kratz, Deutschland-Chef der Boston Consulting Group: „Wir sind seit Wochen ausverkauft.“

FrankfurtMit der anziehenden Konjunktur in Deutschland erwarten auch die Unternehmensberater wieder bessere Geschäfte. Nach zwei eher flauen Jahren geht die Boston Consulting Group (BCG) davon aus, dass ihr Umsatz in Deutschland und Österreich in diesem Jahr um einen hohen einstelligen Prozentsatz steigen wird. „Das liegt im Rahmen unserer Ambitionen“, sagte Deutschland-Chef Carsten Kratz am Dienstag in Frankfurt. Im zweiten Halbjahr 2013 habe die Auftragslage der Nummer zwei im deutschen Berater-Markt schon deutlich angezogen. „Wir sind seit Wochen ausverkauft“, sagte Kratz.

Im vergangenen Jahr hatten die rund 1.500 BCG-Mitarbeiter in Deutschland und Österreich 510 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet, vier Prozent mehr als ein Jahr zuvor. 2012 hatte der Umsatz stagniert. Das Wachstum hierzulande lag 2013 unter dem weltweiten Durchschnitt: Global wuchs BCG um sechs Prozent auf 3,95 Milliarden Dollar (2,9 Milliarden Euro). In diesem Jahr wolle BCG in Deutschland 200 neue Berater einstellen, sagte Kratz. Bei einer erwarteten Fluktuation von 16 Prozent dürfte die Mitarbeiterzahl damit leicht zulegen.

Die größten Beratungsunternehmen in Deutschland

Berater in Deutschland

Unternehmensberatungen sind gefragt wie nie. In Deutschland hat sich der Branchenumsatz seit 2010 jährlich um zwei Milliarden Euro auf zuletzt 22,3 Milliarden Euro erhöht. Der Wunsch der Kunden lautet häufig Betriebsoptimierung, manchmal aber auch Schadensbegrenzung. Die Liste zeigt die acht größten in Deutschland aktiven Beraterfirmen.

Quelle: Bundesverband Deutscher Unternehmensberater

Platz 8

Deloitte mit hiesigem Sitz in Düsseldorf setzte 2012 in Deutschland 275 Millionen Euro um. Die Mitarbeiterzahl beläuft sich auf 1405.

Platz 7

Die US-amerikanische Strategieberatung Oliver Wyman füllte die eigenen Kassen 2012 mit einem Umsatz von 280 Millionen Euro. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen 730 Mitarbeiter. Die Kunden der Firma kommen aus den verschiedensten Branchen etwa Verkehr, Energie und Industrie. Insgesamt lassen sich in Deutschland am meisten Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes von Beratern unter die Arme greifen. Finanzdienstleister und Firmen, die aus öffentlicher Hand finanziert werden, sind ebenfalls häufig Kunden.

Platz 6

Die irische Beratungsfirma Accenture setzte im vergangenen Jahr 296 Millionen Euro um (825 Beschäftigte). Generell ist die Umsatzentwicklung innerhalb der Branche bis auf eine minimale Ausnahme in 2009 stetig gestiegen. Erwirtschafteten Managementberater 2003 noch 12,2 Milliarden Euro, stieg der Umsatz im vergangenen Jahr in Deutschland um zehn Milliarden auf 22,3 Milliarden Euro.

Platz 5

Der US-Riese Price-Waterhouse-Coopers erwirtschaftete 2012 in Deutschland 315 Millionen Euro – mit 1470 Beschäftigten. Die Kundenliste der Beratungsgruppe ist alles andere als schlecht besetzt: Bayer, Lufthansa und Lanxess sind einige Namen.

Platz 4

KPMG machte in Deutschland 403 Millionen Euro Umsatz. Der Wirtschaftsprüfer und Unternehmensberater ist weltweit aufgestellt. Großkunden sind keine geringeren als Adidas und BMW. In Deutschland betreuen 2150 Mitarbeiter die Belange der Firmen.

Platz 3

Die deutsche Unternehmensberatung Roland Berger machte 2012 445 Millionen Euro Umsatz. Die Firma benannt nach ihrem Gründer und Unternehmer Roland Berger beschäftigt 1250 Mitarbeiter.

Platz 2

The Boston Consulting Group – mit rund 1880 Beschäftigten – berät Unternehmen seit 1963. Im vergangenen Jahr setzte der Konzern 490 Millionen Euro um.

Platz 1

McKinsey machte mehr als 600 Millionen Euro Umsatz in Deutschland im vergangenen Jahr. Die Berater sind nicht nur in der Unternehmensberatung aktiv, sondern entwickeln auch Strategien für Parteien. So ließ sich die CDU 2003 bei einem Parteiprogramm von McKinsey unterstützen. Das Unternehmen mit deutschem Sitz in Düsseldorf beschäftigt 2300 Mitarbeiter.

Fusionen mit einer anderen führenden Unternehmensberatung erteilte Kratz eine Absage: „Wir reden mit keinem der großen Vier, weil wir glauben, dass das nicht der zielführende Weg ist.“ BCG werbe lieber einzelne Mitarbeiter von McKinsey und anderen Konkurrenten ab. „Den großen Merger würde ich ausschließen.“

Von

rtr

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