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16.04.2013

10:05 Uhr

Boston Marathon

Firmen reagieren mit Kulanz auf Anschlag

Mit Kulanz reagieren Firmen auf die Anschläge auf den Boston Marathon. Buchungsdienste und Fluglinien erlassen Gebühren, Zeitungen verzichten auf Bezahlschranken. Doch es gibt auch Kritik an Reaktionen von Unternehmen.

Vor einem Hotel in Boston werden aus Sicherheitsgründen Mülleimer nach dem Anschlag auf die Marathonstrecke entfernt. dpa

Vor einem Hotel in Boston werden aus Sicherheitsgründen Mülleimer nach dem Anschlag auf die Marathonstrecke entfernt.

DüsseldorfDie Anschläge auf die Strecke des Boston Marathon hat bei vielen Firmen zu spontanen Reaktionen geführt. Die Online-Seite der „New York Times“ etwa ließ bereits in den ersten Stunden nach Bekanntwerden der Explosionen ihre Bezahlschranke fallen und erlaubte den kostenlosen Zugriff auf die Berichterstattung für jedermann. Der Zimmer-Vermittlungsdienst Airbnb rief dazu auf, private Unterkünfte in Boston zur Verfügung zu stellen und strich für einige Tagen alle Vermittlungsgebühren für Buchungen in der Stadt.

Amerikas größte Airlines reagierten nach der Explosion mit Betroffenheit. „Our #LUV goes to Boston“, twitterte etwa der Billigflieger Southwest Airlines. „Wir buchen die Flüge der betroffenen Reisenden kostenlos um.“ Auch United Airlines und JetBlue versprachen betroffenen Passagieren, keine Gebühren für Stornierung oder Umbuchung zu erheben. In einer E-Mail drückte JetBlue Betroffenheit aus und informierte Kunden über die aufgehobenen Gebühren.

Terror bei Sportereignissen

1972 München

Während der Olympischen Spiele in München im Jahr 1972 wurden elf israelische Sportler von palästinensischen Terroristen der Gruppe „Schwarzer September“ als Geiseln genommen – Ziel war die Freipressung von Gefangenen. Beim gescheiterten Befreiungsversuch auf dem Flughafen Fürstenfeldbruck starben alle noch lebenden Geiseln, ein Polizist und fünf der Terroristen.

1996 Atlanta

Im Olympia-Park von Atlanta explodierte während der Olympischen Spiele 1996 eine Bombe. Die Explosion tötete zwei Personen, mehr als 100 wurden verletzt. Täter war ein Anti-Abtreibungs-Aktivist.

2002 Madrid

Die baskische Terrorgruppe ETA brachte Anfang Mai 2002 eine Bombe im Vorfeld eines Champions-League-Halbfinalspiels zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona zur Explosion. In weniger als 100 Metern Entfernung zum Stadion Santiago Bernabéu ging ein Sprengsatz hoch. Es gab keine Todesopfer.

2008 Rallye Dakar

Die berühmte Rallye wurde im Jahr 2008 abgesagt. Terrorwarnungen für Mauretanien hatten die Veranstalter dazu bewogen.

2009 Lahore

Der Mannschaftsbus des Cricket-Nationalteams von Sri Lanka wird in der pakistanischen Stadt Lahore von einer Gruppe bewaffneter Täter beschossen, die vermutlich dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahe standen. Sechs Nationalspieler werden verletzt, sechs Polizisten und zwei Zivilisten sterben.

2013 Boston

Zwei Explosionen erschüttern den Bereich des Zieleinlaufs des Boston Marathons am 15. April 2013. Drei Menschen sterben noch am selben Tag, weit über 100 sind verletzt, einige von ihnen sehr schwer. Über die Hintergründe des Vorfalls herrscht zunächst Unklarheit.

Auch Virgin Atlantic entschloss sich zum Streichen der Gebühren. Die US-Luftaufsicht hatte auf dem Logan Airport in Boston ein absolutes Flugverbot verhängt, der zu mehreren Flugverspätungen und -ausfällen geführt hatte.

Der Suchmaschinen-Gigant Google hat noch am Abend eine umfassende Suche für vermisste Personen ins Netz gestellt. Besorgte Familienmitglieder oder Freunde können über den Person Finder Informationen zu Teilnehmern oder Besuchern des Laufs eingeben und sich über den Gesundheitszustand oder den Aufenthaltsort informieren.

Der Social-Media-Experte Scott Stratten reagierte mit Unverständnis auf die Reaktion einiger Unternehmen, die versprachen für das Teilen bestimmter Nachrichten bei Twitter oder Facebook einen bestimmten Geldbetrag zu spenden. Die Unternehmen sollten nicht auf diesen Marketingeffekt der weiteren Verbreitung setzen, sondern stattdessen direkt spenden.

Auch automatisierte Meldungen von Marken und Firmen können in solchen Situationen verwirren und Marken unter Umständen sogar schädigen, warnte eine Beratungsfirma.

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