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02.03.2017

02:20 Uhr

Bridgewater

Firmenkultur führt zu Stühlerücken

VonFrank Wiebe

Umbau bei Bridgewater: Firmengründer Ray Dalio gibt seinen offiziellen Chefposten ab. Zuvor trennt er sich von Ex-Apple-Manager Jon Rubinstein – er war an der eigenwilligen Unternehmenskultur gescheitert.

Bridgewater verliert Jon Rubinstein: Der Hedgefonds-Gründer Ray Dalio (im Foto bei einem Auftritt in Davos im Januar) kündigt mehrere Personalwechsel an. AP

Ray Dalio

Bridgewater verliert Jon Rubinstein: Der Hedgefonds-Gründer Ray Dalio (im Foto bei einem Auftritt in Davos im Januar) kündigt mehrere Personalwechsel an.

New YorkNur zehn Monate hat Jon Rubinstein es bei Bridgewater ausgehalten. Jetzt verlässt der ehemalige Apple-Manager den Hedgefonds wieder, bleibt ihm aber als Berater verbunden.

Bridgewater-Gründer Ray Dalio hatte ihn als Co-Chef geholt und lobte seinen Einsatz bei der Neugestaltung der technischen Plattform des Unternehmens. Aber in einem Beitrag auf Linkedin fügte Dalio lapidar hinzu: „Wir sind uns einig, dass er nicht zur Kultur von Bridgewater passt.“

Die „Kultur“ ist ein heißes Thema bei Bridgewater, mit mehr als 150 Milliarden Dollar Volumen der weltweit größte Hedgefonds mit Sitz in Connecticut nördlich von New York. Dalio hatte regelrecht eine Fehde mit dem „Wall Street Journal“, das unter Berufung auf Mitarbeiter von sektenartigen Zuständen berichtete. Das ist freilich eine Frage des Standpunkts.

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Dalio räumt ein, dass nicht jeder für seine Firmenkultur geeignet ist, sieht sie aber naturgemäß in positivem Licht. Er propagiert seinen Mitarbeitern schonungslose Offenheit. Dazu gehört auch, sich gegenseitig ohne Rücksicht auf Gefühle zu kritisieren. Auf diese Weise will Dalio möglichst gute Ergebnisse erzielen. Die Fluktuation bei neuen Mitarbeitern ist hoch, aber er hat keine Mühe, Talente anzuwerben.

Gleichzeitig gab Dalio bekannt, dass er den Chefsessel räumt. Er bleibt aber einer der Chef-Investoren – „bis ich sterbe oder diejenigen, die Brigdewater führen, mich nicht mehr wollen“, schreibt er. Der Schritt des 67-Jährigen kommt nicht überraschend, er hatte einen langsamen Abschied von operativen Führungspositionen angekündigt.

David Mc Cormick wird zum neuen Co-Chef (Co-CEO) von Eileen Murray befördert, nach einem Jahr mit drei Chefs sind es künftig nur noch zwei. Beide sind schon lange beim Unternehmen. Weitere Chef-Investoren neben Dalio sind Bob Prince und Greg Jensen, beide bereits seit Jahrzehnten bei Bridgewater.

Dalio bleibt auch weiterhin Co-Chairman seines Unternehmens. Seit Anfang Januar hat er John Megrue als gleichberechtigten Partner, der zugleich Präsident bei Apax Partner ist, einer bekannten Beteiligungsfirma. Obwohl der Gründer den Chefsessel räumt, bleibt er also einstweilen der starke Mann seiner Firma.

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