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11.01.2007

12:56 Uhr

Buchclub verlässt Verlustzone

Schaulaufen bei Bertelsmann

VonH.-P. Siebenhaar

Mit der Sanierung des Clubgeschäfts von Bertelsmann bewirbt sich Vorstand Ewald Walgenbach um den Chefsessel bei Europas größtem Medienkonzern. Erstmals nach acht verlustreichen Jahren schreibe der Deutsche Buchclub wieder schwarze Zahlen, heißt es in Unternehmenskreisen in Gütersloh.

Bertelsmann-Vorstand Ewald Walgenbach (links) neben seinem Kollegen Bernd Kundrun und Vorstandschef Gunter Thielen. Foto: ap ap

Bertelsmann-Vorstand Ewald Walgenbach (links) neben seinem Kollegen Bernd Kundrun und Vorstandschef Gunter Thielen. Foto: ap

DÜSSELDORF. Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) des deutschsprachigen Clubgeschäfts mit über drei Millionen Mitgliedern soll 2006 über fünf Mill. Euro betragen. „Wir haben den Umsatz pro Mitglied vergrößert, allerdings sinkt die Mitgliederzahl weiter“, hieß es in Bertelsmann-Kreisen.

Mit der Rückkehr in die Gewinnzone ist der für das weltweite Clubgeschäft zuständige 47-jährige Walgenbach im Rennen um den Chefposten im Gesamtkonzern. Bereits nächsten Donnerstag wird der Personalausschuss des Aufsichtsrats eine Vorentscheidung über die Nachfolge für Gunter Thielen treffen. Der Vorstandschef wechselt Ende dieses Jahres an die Spitze des Aufsichtsrats. Dem Personalausschuss gehören neben Liz Mohn und Aufsichtsratschef Dieter Vogel zwei weitere Mitglieder des Gremiums, der frühere BASF-Chef Jürgen Strube und der ehemalige BMW-Chef Joachim Milberg, an. Als Favorit für den Chefsessel bei Bertelsmann gilt allerdings Hartmut Ostrowski. Der gebürtige Bielefelder leitet die wachstumsstarke Druck- und Mediendienstleistungssparte Arvato.

Der von Firmenpatriarch Reinhard Mohn 1950 gegründete deutsche Buchclub gilt als die Keimzelle des Konzerns. „Der deutsche Club hat noch immer eine emotionale Bedeutung für Bertelsmann“, sagte Walgenbach vor Monaten.

Auch Matriarchin Liz Mohn ist mit dem Club engstens verbunden. In der früheren Firmenzentrale in Rheda begann sie als Telefonistin ihre Laufbahn bei Bertelsmann. In den vergangenen acht Jahren häufte der mittlerweile in Berlin ansässige Club allerdings 100 Mill. Euro an Verlusten an.

Die Sanierung des deutschen Clubs ist vor allem die Leistung des Spaniers Fernando Carro. Sollte es Walgenbach tatsächlich gelingen, Bertelsmann-Chef zu werden, wird Carro in den Vorstand aufrücken. Das gilt bei Bertelsmann als ausgemacht. Auch Liz Mohn schätzt den geradlinigen Manager, der zuvor den hochprofitablen spanischen Club Circulo de Lectores leitete.

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