Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

28.04.2013

10:25 Uhr

Buchrezension

Sind Sie reif für Ihren Traumjob?

VonCarina Kontio

Sie sind ehrgeizig, emsig, gebildet und erfolgreich, aber trotzdem unzufrieden? Egal wie alt oder in welcher Lebensphase: Berufungsfinderin Angela Gulder zeigt, wie man mit Spaß und Freude die eigene Bestimmung findet.

Leo* hat sich gegen seinen Job im Orchester entschieden und baut unter anderem jetzt auch Instrumente. ap

Leo* hat sich gegen seinen Job im Orchester entschieden und baut unter anderem jetzt auch Instrumente.

DüsseldorfLeo* erinnert sich noch genau an den Moment, der ihn dazu veranlasste, seinen bisherigen Job als Musiker in einem Orchester an den Nagel zu hängen. Es passierte mitten auf der Bühne der Berliner Philharmonie, als ihm klar wurde, dass er sich noch mehr wünschte vom Leben. „Ich war erfolgreich, aber unglücklich.“

Leo ist erleichtert, als die Entscheidung für den Neustart gefallen ist. Ein Leben ohne das große Ensemble und ohne die großen Bühnen dieser Welt, auf denen dem Publikum doch „immer nur der gleiche massentaugliche Einheitsbrei präsentiert wird.“ Aber auch ohne Geld und Ruhm. Trotzdem. Als selbstständiger Künstler kann er heute wieder seine Arbeit genießen. „Ich kann meine eigene Natur respektieren und mit Musikern spielen, die bereit sind aus Liebe und mit Humor zu musizieren – was für ein großes Glück.“

So erkennen Sie Menschen, die ihren Traumjob haben

Energie

Menschen, die ihre Berufung gefunden haben, sind voller Energie. Sie haben ein ganz besonderes Strahlen. Wie ein Feuer oder wie ein stilles Glühen scheinen sie von innen heraus zu leuchten.

(Quelle: Angelika Gulder, „Finde den Job, der dich glücklich macht“)

Element

Diese Menschen sind in ihrem Element. Das heißt, sie sind erfüllt von dem, was sie tun, weil sie es von ganzem Herzen tun und Leidenschaft dafür empfinden - egal, ob es das Pflegen alter Menschen oder die Leitung eines Unternehmens ist. Sie haben ihren eigenen Weg gefunden, der häufig sehr unkonventionell ist.

Entspannt

Sie sind meistens sehr entspannt und geduldig. Sie müssen nirgendwo mehr dringend hin, weil sie in dem, was sie tun, bereits zu Hause sind.

Motiviert

Sie sind enorm motiviert. Dadurch, dass sie das tun, was ihnen entspricht, sind sie aus sich selbst und der Aufgabe heraus motiviert. Im Gegensatz dazu wirken äußere Motivatoren wie Geld oder Status meist nur kurzfristig.

Teilen

Sie teilen ihre Erfahrung gern mit anderen. Dadurch, dass sie ihren eigenen Weg gefunden haben, helfen sie anderen, bewusst oder unbewusst, bei der Suche nach deren Weg.

Begeisterung

Sie üben eine große Anziehungskraft und Faszination auf andere aus. Ihre Begeisterung wirkt ansteckend, macht sie besonders liebenswert und interessant.

Geld

Sie haben meist ausreichend Geld. Wer das, was er tut, von Herzen gerne tut, ist besser in seinem Job und bekommt dafür die entsprechende Honorierung. Und manchmal brauchen Sie einfach weniger Geld, wenn Sie eine Arbeit tun, die Sie glücklich macht, weil Sie auf das Trost-Auto und zwei Ihrer vier Erholungsurlaube im Jahr verzichten können.

Bedürfnisse

Sie achten auf sich selbst und ihre Bedürfnisse. Sie sind sich selbst nahe und gehen sorgsam mit sich um, um dauerhaft ihrer Aufgabe gerecht werden zu können. Die eigene Berufung zu leben, kann niemals heißen, sich für andere aufzuopfern.

Lebensqualität

Sie haben eine hohe Lebensqualität. Sie tun mindestens 40 Stunden in der Woche, also die meiste Zeit ihres wachen Tages, das, was sie glücklich macht.

Dankbar

Sie sind dankbar und können das auch zeigen. Sie nehmen das Leben als Geschenk und freuen sich über jeden neuen Tag.

Sinn

Sie kennen den Sinn ihres Lebens. Sie haben eine Antwort auf die Frage, warum sie auf der Welt sind und damit die Energie zur Verfügung, die andere Menschen auf ihrer Suche nach Sinn verbrauchen.

Ziel

Sie kennen ihr Ziel. An Weggabelungen und Wendepunkten ihres Lebens können sie auf ihre innere Stimme, auf ihre Berufung vertrauen und ihren eigenen Weg gehen.

Matilda* ging es genauso: „Irgendwann habe ich gemerkt: Es funktioniert nicht, weil es nicht funktionieren kann.“ An diesem Punkt angekommen, zieht die Sozialpädagogin die Notbremse und kündigt; nach acht Jahren in ihrem Beruf, der sie am Ende sogar krank gemacht hat. „Ich habe immer länger gearbeitet, irgendwann sogar für zwei. Und vor lauter Strukturproblemen hatte ich gar keine Zeit mehr, das zu tun, was sinnstiftend ist, mich zufrieden macht und was ich gut kann.“

Sie haben den falschen Job, wenn...

Qual

...Sie sich jeden Morgen aus dem Bett quälen,

(Quelle: Angelika Gulder, „Finde den Job, der dich glücklich macht“)

Vorfreude

...Sie sich am Montag schon aufs nächste Wochenende freuen,

Leere

...ein wachsendes Gefühl von innerer Leere und Sinnlosigkeit in sich und in dem, was Sie tun, spüren,

Träumen

...im Büro von den Dingen träumen, die Sie lieber täten, als im Büro zu sitzen,

Urlaub

...nur für Ihren nächsten Urlaub arbeiten und frustriert mit anderen über Ihre aktuelle Tätigkeit sprechen,

Persönlichkeit

...nur "Ihren Job" machen und ein deutliches Verlangen spüren, anderen Anteilen Ihrer Persönlichkeit mehr Raum zu geben,

Unterfordert

...sie sich beruflich unterfordert fühlen, aber aus Angst, keine neue Stelle zu finden, in Ihrem Job nur Ihre Zeit absitzen.

Und auch die 32-jährige Zoé* merkt gerade, dass sie beruflich als Ton- und Bildingenieurin nicht auf dem richtigen Weg ist. Geahnt hat sie das schon länger. „Ähnlich wie wenn man in einer Beziehung ist, die eigentlich wunderbar läuft. Aber du hast die vage Vorahnung, dass du nicht die erfüllende Liebe lebst. So, als würde man zwar einen kleinen Riss in der Wand wahrnehmen, den aber lieber noch eine Weile mit einem schönen Bild kaschieren können.“ Also hat sie weitergemacht. „In einem Job, der mein Potential nicht mal zu 40 Prozent auszuschöpfen versteht und weit entfernt von meiner erträumten beruflichen Erfüllung liegt.“ Ihr Traumberuf? Lehrerin.

Kommentare (9)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Benno

28.04.2013, 11:11 Uhr

Die größten Bremser für Kreativität und Selbstverwirklichung sind die deutschen Personalchefs. Welche Vorschläge hätten Sie für die?
Auch komplett entrümpeln?

Hermosa

28.04.2013, 11:15 Uhr

Change muss man sich leisten können!

z.B. Selbständigkeit

In der Tat hat man viele Möglichkeiten sein Leben zu ändern

...wenn der change finanzierbar ist!


Wer wenig oder keinen finanziellen Rückhalt sei es durch Partner, Familie , Erspartes, ect. hat, hat so gut wie keine Möglichkeit auf einen change

+ das quäntchen Glück

...das ist die Realität


Jedoch

wenn es gelingt, dann spürt man eine große Dankbarkeit!




Hermosa

28.04.2013, 11:29 Uhr

@ Benno

dem kann ich zu 100% zustimmen!

Mut zu mehr Risiko und unkonventionellen Mitarbeiten würde Deutschland und Ihren Unternehmen gut tun!

Die deutschen Peronalchefs sind alles andere als auf den Wandel in unserer neuen Arbeitswelt eingestellt!

Sie handeln stets nach einem starren Profil, dem perfekten Mitarbeiter mit perfekter Lebensbiographie

Dabei schreit die neue Arbeitswelt doch förmlich nach dem "unkonventionellen & kreativen Mitarbeiter!...auch gerne mit einer "lebendigen" Biograhie im CV

Wer den Change vorantreiben möchte, braucht "Changer"!

Deutschland braucht Personalchefs mit Mut zu NEUEN Wegen!


Sie sind diejenigen, die fähige potentielle Talente vor der Tür stehen lassen und den meist unfähigen ( vermeindlich nach CV perfekten MA) Tür und Tor öffnen!

Weg mit allen unfähigen Personalchefs!



Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×