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13.06.2014

08:16 Uhr

Buchungswelle erwartet

Reisebranche setzt auf die Zeit nach der WM

Die schönsten Wochen des Jahres rücken näher. Doch nach einem rasanten Start ins Sommergeschäft schwächeln die Buchungszahlen. Die Reisebranche hofft darauf, dass verschoben nicht aufgehoben bedeutet.

Brasilianische Jugendliche spielen am Strand von Natal: Im Jahr 2013 sind 54,8 Millionen Deutsche verreist. dpa

Brasilianische Jugendliche spielen am Strand von Natal: Im Jahr 2013 sind 54,8 Millionen Deutsche verreist.

FrankfurtErnüchterung nach einem Traumstart: Im April und Mai haben die Buchungen der Deutschen für den Sommerurlaub 2014 an Schwung verloren. Doch die Reisebranche ist zuversichtlich. Sie rechnet nach der Fußball-WM mit einer weiteren Buchungswelle.

„Wir stellen uns jetzt schon darauf ein und haben Kapazitäten für beliebte Ziele wie Griechenland, die Kanaren oder Mallorca nachgeordert“, sagt eine Tui-Sprecherin. Vor sportlichen Großereignissen herrsche oft eine gewisse Flaute. „Wir rechnen mit einem Buchungsschub im Anschluss an die WM“, heißt es auch bei DER Touristik (ITS, Jahn Reisen, Tjaereborg, Dertour, Meier's Weltreisen und ADAC Reisen).

Wie stark sich Sport-Events genau auf die Reiselust der Bundesbürger auswirken, lässt sich allerdings nur schwer beziffern. Bei einer Befragung der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen (FUR) vor der Fußball-WM 2006 in Deutschland gaben 13 Prozent der Teilnehmer an, sie wollten wegen des Mega-Ereignisses anders reisen als sonst.

Welche Nation ist Reiseweltmeister?

Platz 10

Italien: Die Italiener, selbst mit einem wunderschönen Land gesegnet, gaben im Jahr 2012 über 20 Milliarden US-Dollar für Reisen ins Ausland aus.

(Quelle: UNWTO, Commerzbank Research)

Platz 9

Australien: Die Australier sind reisesüchtig. Man trifft sie an allen touristischen Hotspots der Welt. Entsprechend hoch sind ihre Ausgaben für Reisen ins Ausland - 2012 betrugen diese über 25 Milliarden US-Dollar.

Platz 8

Japan: Die Bewohner des Inselstaates gaben im vergangenen Jahr knapp unter 30 Milliarden US-Dollar bei Auslandsreisen aus. Sie bevorzugen Ziele in China, Südkorea oder den USA.

Platz 7

Kanada: Auch die Kanadier sind reisefreudig. Sie gaben im Jahr 2012 geschätzte 33 Milliarden US-Dollar dafür aus. Sie mögen besonders gerne europäische Städte: Paris und London zum Beispiel.

Platz 6

Russland: Die Russen gaben im vergangenen Jahr knapp 40 Milliarden US-Dollar bei ihren Reisen ins Ausland aus. Ein besonders beliebtes Reiseziel für betuchte Gäste aus Sankt Petersburg und Moskau: Die Mittelmeerinsel Zypern.

Platz 5

Die Franzosen gaben im Jahr 2012 knapp 40 Milliarden US-Dollar für Reisen aus.

Platz 4

England: Die Touristen aus den britischen Inseln reisen gerne nach Südeuropa - dahin, wo die Sonne den ganzen Tag scheint und das Essen schmeckt. Für ihre Reiseaufenthalte gaben die Briten im Jahr 2012 über 50 Milliarden US-Dollar aus.

Platz 3

BRD: Deutschland, lange Jahre der Reiseweltmeister, rutscht vom Thron auf Platz drei ab. Die Ausgaben betrugen das Jahr 2012 geschätzt 82 Milliarden US-Dollar.

Platz 2

Amerika: Die US-Amerikaner bleiben freudige Fernreisende. Egal, ob in der Welt oder im eigenen Land, wo sie auf faszinierende Ziele wie den Grand Canyon treffen. Ihre Ausgaben für Tourismus & Co lagen im Jahr 2012 bei über 85 Milliarden US-Dollar.

Platz 1

China: Die Touristen aus dem Reich der Mitte haben nicht nur die Deutschen vom Thron der Vielreisenden geschubst, sondern sie geben auch das meiste Geld bei ihren Reisen aus. Schätzungen zufolge betrugen die Urlaubsausgaben der Chinesen im Jahr 2012 über 90 Milliarden US-Dollar. Die Ausgaben nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent zu. Die Chinesen sind damit Reiseweltmeister.

Die Unternehmen, die unmittelbar mit chinesischen Touristen zu tun haben, stellen sich auf den Ansturm aus Asien ein. Zum Beispiel am Frankfurter Flughafen: Dort sprechen einzelne Mitarbeiter in Duty-Free-Shops mittlerweile Mandarin.

„Letztlich haben wir aber 2006 kaum Veränderungen im Reiseverhalten feststellen können, die durch die WM erklärbar gewesen wären“, sagt Ulf Sonntag von der FUR. „Es kann durchaus sein, dass sich der eine oder andere erst nach dem Ausscheiden Deutschlands oder dem Ende der WM in Brasilien um den Urlaub kümmert.“ Insgesamt rechnet der Experte aber nicht mit massiven Veränderungen des Reiseverhaltens oder der Urlaubsplanung.

Verschoben haben könnte sich das Buchungsverhalten unter anderem durch die Frühbucherrabatte. So war bei Tui und Thomas Cook Mitte März schon etwa die Hälfte der Sommerreisen ausgebucht, Alltours meldete gar mehr als 60 Prozent - nicht zuletzt dank hoher Frühbucherrabatte. „Das Superhoch ist etwas abgeschmolzen, das ist aber eine normale Entwicklung“, heißt es bei Alltours.

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