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25.04.2012

09:32 Uhr

Büro-Alltag

Warum uns die Arbeit krank macht

VonThorsten Giersch

Burnout, Mobbing oder entnervende Langeweile: Die Arbeit macht immer mehr Deutsche krank. Was davon liegt am System und wie können wir uns selbst helfen? Eine Spurensuche - und ein Ratgeber.

Wenn der Stress zu groß wird: Arbeiten macht immer mehr Deutsche krank. dpa-tmn

Wenn der Stress zu groß wird: Arbeiten macht immer mehr Deutsche krank.

Liebes Büro,
ich fühle mich längst nicht mehr so richtig wohl in dem Arbeitsalltag, den du mir bereitest. Nein nein, es liegt nicht an meinem Job. Und auch nicht an meinem Chef. Es liegt vor allem an dir. Und so wie mir geht es Millionen Deutschen – egal ob Journalist oder Banker, Berater oder Industriekaufmann, Beamter oder Angestellter.

Ich schreibe dir diesen Brief, weil ich wütend bin. Und in den vergangenen Monaten haben wir so viele Kommentare von Lesern erhalten, die das, was ich dir jetzt sage, sehr ähnlich sehen. Dutzende von Ratgeber-Büchern habe ich gelesen – und auch all die erschreckenden Statistiken über die stark zunehmende Zahl von Burnout, Mobbing und so weiter.

Du verwechselst Leistung mit Aufwand. Du verlangst ständige Change-Prozesse und sicherst damit nur den Stillstand. Du zwängst uns Berater auf. Du jagst uns durch mit Flipchartbögen tapezierte Tagungsräume und nennst die sinnfreie Beschäftigung Meeting oder Budgetplanungsgespräch.

Kampf gegen Zeitfresser und Fremdbestimmung

Tipps vom Fachmann

Die Unternehmensberater Michaela Lang und Oliver Fritsch geben in ihrem Buch "Das Anti-Burnout-Buch" (MVG-Verlag) wertvolle Tipps in Form von 14 Denkwerkzeugen. Wir haben die wesentlichen Tipps für Sie zusammengefasst.

Worum geht's?

Zeitmangel ist ein immer wiederkehrender Stressfaktor. Zu wenig Zeit zu haben, um seine Arbeit gut zu machen, wirkt sich genauso verheerend aus, wie zu wenig Zeit zum Schlafen zur Verfügung zu haben.
Das alte Zeitmanagement, bei dem es nur darum ging, so effektiv wie möglich zu arbeiten, hat ausgedient. Jetzt müssen wir anders vorgehen.

Ziel des Denktricks

Stress durch Zeitmangel zu besiegen. Herauszufinden, welches die Zeitfresser sind und wo Zeitsparpotenziale liegen. Freie Zeit zu gewinnen und sie dann genauso einzusetzen, dass sie zu Lebensfreude und Produktivität verhilft.

Zeitfressern keine Chance lassen

Woran es am meisten hapert, wenn jemand sich durch Zeitknappheit gestresst fühlt:

  1. Schlechte Organisation des Schreibtisches und der Arbeitsmittel, nach dem Motto: „Wer Ordnung hält, ist bloß zu faul zum Suchen.“
  2. Die Unfähigkeit, Nein zu sagen und klare Grenzen zu ziehen. Das kommt nur vor, wenn du zulässt, dass andere Menschen (Mitarbeiter, Chefs, Kunden, Lieferanten) dich fremdbestimmen, die die Hucke vollquatschen, deine Zeit stehlen, sodass du deine anliegenden Arbeiten nicht mehr erledigen kannst.
  3. Eine unproduktive Arbeitsphilosophie, die zunächst von langen Ruhephasen dank „Aufschieberitis“ geprägt ist und danach in wilde Hektik umschwenkt, weil alle noch zu erledigenden Arbeiten auf den letzten Drücker gemacht werden müssen, um Termine einzuhalten.
  4. Schlechte Organisation der Prioritäten, bei der das Dringende und Unwichtige vor dem Wichtigen Vorrang hat.
  5. Nichts verpassen wollen, sich selbst nicht beschränken und stattdessen alles „mitnehmen“, was geht. Auf gut Deutsch, „auf zu vielen Hochzeiten tanzen wollen“.
  6. Sich unbewusst von den eigenen inneren Motiven dazu verleiten lassen, sie extrem auszuleben. Besonders gefährdete Kandidaten: sehr hilfsbereite Menschen, Gesellige und Menschen mit einem erhöhten Bedarf an körperlicher Aktivität.

Wo läuft Ihre Zeit hin?

Ein Ziel des Denktricks besteht darin, herauszufinden, wo Zeitsparpotenziale liegen. Es geht darum, Verhaltensmuster aufzudecken, die sich eingeschlichen haben und durch die man Zeit verliert bzw. vergeudet. Vergeudete Zeit ist Zeit, die weder produktiv eingesetzt ist, noch Freude bereitet. Als klassisches Beispiel dafür dient die Zeit, die man ungenutzt vor dem geöffneten E-Mail-Eingangsfach verbringt, während man darauf wartet, dass eine Nachricht hereinkommt.
Darüber hinaus sollen Fehler aufgedeckt werden, die man wiederholt begeht. Zum Beispiel die Abgabe einer Arbeit jedes Mal bis zur letzten Minute hinauszuzögern. Die Frage lautet: „In welche Falle tappe ich immer wieder?“

Ihre Zeitfresser

Zeichnen Sie in eine 24-Stunden-Uhr ein, wie Sie im Schnitt Ihre Zeit verbringen. Tragen Sie ein: Schlafenszeit, Essenszubereitung und -konsum, Arbeitszeit (eventuell grob segmentiert nach der zeit, die Sie allein oder mit anderen verbringen), Freizeit, Gartenarbeit, Sport, Medienkonsum, PC-Spiele ...

  • Schraffieren Sie in einer Farbe die Zeiten, in denen Sie produktiv und glücklich sind.
  • Schraffieren Sie in einer anderen Farbe die Zeiten, in denen Sie unproduktiv und/oder unglücklich sind.
  • Heben Sie zusätzlich Kontakte mit anderen Menschen, die Ihnen guttun, durch Sternchen hervor.
  • Schauen Sie sich Ihr Bild an und fragen sich:
  1. Welcher prozentuale Anteil Ihrer Zeit ist produktiv genutzt?
  2. Welchen prozentualen Anteil Ihrer Zeit verbringen Sie glücklich?
  3. Welchen prozentualen Anteil Ihrer Zeit verbringen Sie unproduktiv und/oder unglücklich?
  4. Welcher prozentuale Anteil davon ist vertrödelt (macht Ihnen weder Spaß noch bringt es Sie irgendwie weiter)?
  5. Welche Dinge sind es konkret, die Sie immer wieder locken und ablenken und über die Sie sich hinterher ärgern (Surfen im Internet, Fernsehen ...)
  6. Bei welchen Dingen verzetteln Sie sich und wo läuft Ihnen schnell die Zeit davon?
  7. Welche Menschen stehlen Ihnen Ihre Zeit? Und Sie lassen sie trotzdem gewähren?
Ihr Vorsatz

Bitte schreiben Sie für sich auf:

  • Welche zeitraubenden Aktivitäten werden Sie aus Ihrem Alltag verbannen?
  • Wie können Sie sich ein Arbeitsumfeld schaffen, in dem Sie produktiv sein und Stress eliminieren können?
  • Was müssen Sie ändern. damit Ihr Privatleben Ihnen Kraft verleiht und nicht zusätzliche Energie raubt?
Zum Schluss noch etwas Philosophisches

Vielleicht kennen Sie diesen Spruch:

„Lebe jeden Tag, als wäre es dein letzter!“

Gehen Sie nun einmal vom Gegenteil aus: Denken Sie darüber nach, wie Ihr Leben aussähe, wenn Zeit keine Rolle spielen würde und Sie ewig leben dürften. Hätten Sie dann weniger Stress?

Worum geht's?

Es gibt Menschen, die uns hin- und herschubsen, uns zum Spielball ihrer Kräfte machen und uns ihre Prioritäten aufzwingen. Wenn wir uns das gefallen machen, liefern wir uns ihnen aus und können kein selbstbestimmtes Leben führen.
Ebenso lassen wir uns durch Abhängigkeiten fremdbestimmen. Wer diese Abhängigkeiten nicht kontrolliert und darauf bedacht ist, sein eigenes Leben zu leben, setzt sich selbst großem Druck und Stress aus.

Ziel des Denktricks

Sich dessen bewusst zu werden, wie viel Ihrer Zeit fremdbestimmt ist, und die Kontrolle über Ihr Leben wieder zurückzugewinnen.

Keine Macht der Fremdbestimmung

Fremdbestimmung liegt normalerweise dann vor, wenn wir uns von jemandem sagen lassen müssen, „was zu tun ist“, weil dieser Jemand in irgendeiner Weise Macht über uns besitzt.
Eine solche Situation existiert in so gut wie jedem hierarchischen System, in dem eine Person (oder Gruppe) eine Stufe höher steht als die untergebene Person, also beispielsweise:

  • der Chef über dem Angestellten,
  • der Wähler über dem Politiker

Wir behaupten, dass jeder auf die eine oder andere Weise fremdbestimmt ist.

Drei Arten von Fremdbestimmung

Es gibt verschiedene Arten der Fremdbestimmung. Das sind die drei wichtigsten:

  1. Manchmal sind wir so ambitioniert und wollen etwas Bestimmtes erreichen, dass wir uns automatisch in einen Sog begeben, der auf selbst gesetzten oder durch die Sache an sich entstehenden Terminen beruht. Dieser Zustand stresst uns aber nicht wirklich, weil das Ziel, das wir verfolgen, etwas ist, das wir von innen heraus wirklich wollen.
  2. hin und wieder lassen wir uns fremdbestimmen, weil andere das aufgrund ihrer Funktion oder Macht mit uns tun können. Dieser Zustand dagegen stresst uns sehr, weil das etwas ist, das wir von innen heraus nicht wollen, und weil wir glauben, ihm hilflos gegenüberzustehen
  3. Schließlich kommt es immer wieder vor, dass wir uns von „untergeordneten“ Menschen fremdbestimmen lassen, weil wir ihnen von uns aus die Macht dazu überlassen. Zum Beispiel aufgrund von Schulgefühlen, wenn wir denken, dass wir zu wenig Zeit mit unseren Kindern verbringen. Es besteht die Gefahr, dass wir uns abends nach der Arbeit komplett von ihnen in Beschlag nehmen lassen und keine Zeit mehr für uns oder unseren Partner übrig bleibt.
Strategien gegen die Fremdbestimmung

Ändern wird sich für Sie nur dann etwas, wenn Sie:

  • entscheiden, wem Sie die Macht geben wollen, Sie fremdzubestimmen, und welches Ausmaß davon Sie zulassen wollen;
  • sich bewusst machen, was Sie wirklich tun müssen und wollen;
  • sich darüber klar werden, was Sie wirklich brauchen;
  • Ihre Grenzen klar erkennen und stecken;
  • sich diesem Sog entziehen und Ihren eigenen Weg finden;
  • Verantwortung für sich und Ihr Leben übernehmen;
  • das Steuer selbst in die Hand nehmen.
Wie ausgeprägt ist Ihre Fremdbestimmung?

Zeichnen Sie einen Kreis mit drei Feldern: selbstbestimmt, fremdbestimmt und selbst produzierter Stress. Die Grenzlinien zwischen den Feldern können Sie verschieben. Der Kreis stellt einen durchschnittlichen Tag in Ihrem Leben dar. Dabei handelt es sich nur um Ihre Wach-Stunden. Überlegen Sie sich nun,

  1. wie viel Zeit Sie an einem durchschnittlichen Tag von anderen fremdbestimmt werden (rote Linie),
  2. wie viel Sie durch sich selbst fremdbestimmt werden, zum Beispiel, weil Sie etwas erreichen wollen (gelbe Linie),
  3. wie viel Zeit Sie zur Verfügung haben, bei der Sie allein entscheiden, wie Sie sie einsetzen möchten (grüne Linie).

Zeichnen Sie Ihre eigenen Linien ein und schraffieren Sie die Segmente farblich. Fühlen Sie sich in Ihren Kreis hinein und fragen Sie sich, ob die Aufteilung so für Sie passt oder ob Sie etwas verändern müssen, um wieder durchatmen zu können und Ihr Burnout-Risiko zu senken.

Erkenntnis

Je belastender Ihr gegenwärtiger Zustand für Sie ist, desto dringender sollten Sie etwas daran ändern. Fragen Sie sich, wo sich die Fremdbestimmug belastend bemerkbar macht, und notieren Sie, was Sie verändern möchten.

Worum geht's?

Wir werden in viele Aufgaben und Verpflichtungen hineingezogen und glauben, dass wir uns nicht dagegen wehren können, weil wir nur noch funktionieren und nicht mehr hinterfragen, ob wir es wirklich tun wollen, können oder müssen.
Dadurch wird unsere Aufgabenlast immer größer und führt uns in einen nicht endenden Dauerstress.

Ziel des Denktricks

Sich darüber klar werden, was Sie wirklich tun wollen, können oder müssen, um dann einen Ausweg aus dem Stress zu finden.

Müssen, wollen oder können - das ist hier die Frage!

Dieser Schnellcheck mit drei entscheidenden Fragen soll bei ehrlicher Beantwortung helfen, herauszufinden, wo Sie ansetzen können, um einen Burnout zu verhindern. Sie lauten:

  1. Muss ich das wirklich mitmachen oder nicht?
    - Muss ich wirklich in diesem Job bleiben?- Muss ich mir das wirklich alles gefallen lassen?- Muss ich mich wirklich an alle Regeln halten?
  2. Will ich es wirklich oder will ich es eigentlich nicht mehr?- Will ich meine Ehe wirklich retten oder will ich es eigentlich nicht mehr?- Will ich wirklich in meiner Firma bleiben oder will ich es nicht mehr?- Will ich wirklich abnehmen oder will ich es nicht?
  3. Kann ich damit wirklich auf Dauer leben oder kann ich es nicht?- Kann ich auf Dauer die Spielregeln meiner Firma akzeptieren oder frustrieren sie mich jeden Tag aufs Neue?- Kann ich es auf Dauer körperlich und seelisch verkraften, die Pflege eines Verwandten zu übernehmen?- Kann ich die sehr unterschiedlichen Einstellungen in der Partnerschaft auf Dauer aushalten?Wenn wir bei der Erledigung von Aufgaben ständig gegen unsere inneren Werte verstoßen und keine Motivation verspüren, sie zu erledigen, wird uns das auch nie zufriedenstellend gelingen. Im Gegenteil: Dadurch manövrieren wir uns in einen permanenten Stresszustand, der irgendwann zwangsläufig zum Burnout führen wird.
System verlassen oder nicht?

Die folgende Übung verdeutlicht noch einmal, dass jedes ehrlich gemeinte Nein bei der Beantwortung der drei Fragen die Möglichkeit eröffnet, das bestehende System zu verlassen, neue Weg zu finden und somit dem eigenen Stress entgegenzuwirken.
Stellen Sie sich jetzt die drei Fragen für den Aufgabenbereich, in dem Sie sich fremdbestimmt fühlen oder der Sie belastet. Notieren Sie dann Ihre Erkenntnis.

  1. Muss ich das wirklich mitmachen oder nicht?
  2. Will ich es wirklich oder will ich es eigentlich nicht mehr?
  3. Kann ich damit wirklich auf Dauer leben oder kann ich es nicht?

Ja, ich weiß: Es liegt ja an jedem selbst, sein Glück im Beruf und damit auch im Büro zu finden. Das versuchen mir ja auch all die weisen Ratgeberbücherautoren zu sagen. Aber so einfach ist es nun mal nicht. Du bist die Mühle und wir das Mehl. Es ist für uns genauso unmöglich, wieder zum Korn zu werden, wie es das einzelne Korn nicht schaffen kann, deinem Mühlstein zu entgehen.

Dabei komme ich ja an sich sehr gerne zu dir. Jeden Morgen begrüßen mich die Kollegen freundlich, der Gang in die Kantine darf getrost als Highlight bezeichnet werden und auch lachen tun wir viel. Nur Arbeiten, das könnte ich viel besser daheim. Hier bekomme ich dieses seltene Gefühl von Leistung, ja an guten Abenden sogar von Wirkung.

Was treibt Sie an? Was steigert Ihr Selbstwertgefühl?

Worum geht's?

Wir alle haben innere Antriebskräfte, die uns in unterschiedliche Richtungen lenken. Wir nennen sie innere Motive. Sie motivieren uns, gewissen Dinge zu tun oder nicht zu tun, und steuern uns bei unseren Entscheidungen. Das ist uns meist gar nicht bewusst.
Wenn wir nun zum einen nicht auf sie hören oder ihnen zum anderen zu extrem nachgeben, kann uns das sehr viel Kraft rauben und starkem Stress aussetzen. Kennen wir unsere inneren Motive und gehen gezielt mit ihnen um, können wir dem entgegenwirken uns uns besser in der Balance halten.

Ziel des Denktricks

Ihre inneren Motive genau kennenzulernen. Dadurch können Sie sie zu Ihrem Vorteil einsetzen, nutzen und sich rechtzeitig stoppen, bevor Sie an Ihre Grenzen gelangen.

Innere Motive - Erklärung und Hintergründe
  • Wissen Sie, was sie in die eine oder andere Richtung treibt?
  • Sind Sie sich bewusst darüber, was Sie zu Ihren Handlungen veranlasst oder was Ihre Reaktionen auslöst?
  • Haben Sie schon einmal gründlicher darüber nachgedacht, dass vieles, was bei Ihnen Stress verursacht, anderen gar nichts ausmacht - und umgekehrt?

Nur die wenigsten können diese Fragen genau beantworten. Lernen Sie, sich und Ihre Stress auslösenden Ursachen kennen und verstehen zu lernen. Konzentrieren Sie sich auf das, was Sie von hinnen heraus motiviert, antreibt oder auch blockiert. Denn nur wenn sie verstehen,

  • was Sie warum stresst,
  • welche Werte Ihnen für Ihr Leben und Arbeiten wichtig sind,
  • wo Ihre Erwartungshaltung und Ihr Anspruch wurzeln,

können Sie

  • Ihre Ziele schneller erreichen,
  • lernen nach Ihren Werten zu leben und zu arbeiten,
  • lernen, zu Ihnen zu stehen und ein größeres Selbstwertgefühl zu entwickeln,
  • Energie tanken und zufriedener werden.
Neid: ein einfacher Indikator

Neid ist ein erstklassischer Indikator, um Ihre Motive zu erkennen und einzuordnen. Wenn sie sich dabei ertappen, auf jemanden neidisch zu sein, hinterfragen Sie doch, warum Sie neidisch sind und nicht nur worauf.
Nehmen wir mal an, Sie sind neidisch auf das Outfit Ihres Gegenübers. Wenn Sie:

  • einfach nur besser aussehen möchten, kann der Grund ein ausgeprägtes Wettbewerbsmotiv sein;
  • das Gefühl haben, dass Ihnen die Show gestohlen wird, weil Ihre Sachen weniger wertig wirken oder von einem unbedeutenden Markenhersteller kommen, kann der Grund ein starkes Statusmotiv sein.
  • neidisch sind, weil die alten Klamotten in ihrem Schrank verblassen und Sie sich auch wieder einmal etwas Schönes leisten wollen, haben Sie ein dominantes Ästhetikmotiv.

Am Ende geht es oft gar nicht darum, genau das Gleiche haben zu wollen, sondern beispielsweise

  • besser sein zu wollen
  • auffallen zu wollen
  • attraktiver sein zu wollen.

Wichtig bei dem Ganzen: Neid sollte wirklich immer nur als „Schubs“ dienen und nicht allzu viel Raum in Ihrem Leben bekommen, sonst stresst er Sie nur. Dasselbe gilt für Gier und Rache.

Worum geht's?

Ängste können uns gefangen halten, lähmen und sogar davon abhalten, selbstbestimmt zu leben. Besonders in belastenden und stressigen Situationen harren wir oft zu lange aus, weil wir vor Veränderungen und deren Konsequenzen Angst haben. Diese Ängste gilt es zu bezwingen.

Ziel des Denktricks

Die eigenen Ängste zu verstehen, sie neu einzuordnen und zu bewerten. Sie lernen, welche bedrohlich erscheinenden Ereignisse sich durch dein Handeln kontrollieren lassen und welche nicht. Dadurch erweitern Sie Ihre Komfortzone nach und nach.

Ängste - Schutz oder Bremse?

Angst ist eine natürliche Schutzfunktion des Körpers, sie kann aber auch zum ernsthaften Hindernis in unserem Leben werden. Der überwiegende Teil unseres Lebens spielt sich in einer so genannten Komfortzone ab, in der wir uns sicher fühlen - Freundeskreis, Arbeit, Wohnort, Alltag. Viele Menschen sind aus Angst erst dann bereit, große Veränderungen zu wagen, wenn sie genau wissen, was sie erwartet.
Damit wir auf große Veränderungen reagieren oder sie sogar erweitern und anstoßen können, müssen wir nach und nach unsere Grenzen erweitern und sie manchmal auch überschreiten. Dazu ist es hilfreich, unsere Komfortzone und inneren Motive genau zu kennen. Denn wie sie unterscheiden sich auch die Art und das Maß unserer Ängste.

Wie Sie Ihre Angst in 5 Minuten verlieren

Bei den folgenden Übungen stellen Sie sich den Ängsten, die Sie unmittelbar selbst betreffen und die Sie durch bewusstes Handeln beeinflussen und somit neutralisieren können.

  1. Ängste, die Sie in der Vergangenheit bezwungen haben- Erinnern Sie sich an Situationen, in denen Sie Ängste hatten und aus denen Sie als Sieger hervorgegangen sind, weil Sie etwas gewagt oder dagegen getan haben. Fragen Sie sich also: Welche Ihrer Ängste konnten Sie schon einmal erfolgreich überwinden?
  2. Ängste, die Sie in Zukunft durch Handeln besiegen können- Machen Sie sich jetzt Ihre gegenwärtigen Ängste klar, auf die Sie in Zukunft durch Ihr handeln Einfluss nehmen können.
Wie Sie auch den Rest Ihrer Ängste in den Griff bekommen

Bei dieser Übung geht es um die Ängste, die sich außerhalb Ihrer Kontrolle befinden und die Sie nicht oder nur schlecht beeinflussen können. Deswegen sind diese Ängste auch schwerer zu handhaben. Fragen Sie sich:
Auf welche Ihrer Ängste haben Sie keinen Einfluss? Beispiele: Älter werden, Unfälle, Tod meines Partners, Naturkatastrophen etc.
Fragen Sie sich nun:

  • Habe ich so etwas schon einmal erlebt?
  • Wenn ja, was hat mir damals geholfen, dieses Erlebnis zu bewältigen?

Wenn Sie schon einmal so ein Erlebnis gut überstanden haben, dann stehen die Chancen gut, dass es Ihnen wieder gelingt. Falls Sie noch nicht ganz überzeugt sind, können Sie sich fragen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass so etwas noch einmal passiert, und dazu Statistiken zugrunde legen.

Worum geht's?

Mangelndes Selbstwertgefühl ist eine der Kernursachen für großen Stress. Jedes Mal, wenn wir uns nicht trauen, Nein zu sagen, und uns dadurch immer mehr aufbürden, weil wir meinen, uns beweisen zu müssen, jedes Mal, wenn wir den Verlust des Jobs, der Partnerschaft oder unserer finanziellen Sicherheit befürchten, kann uns das dem Burnout ein Stück näher bringen.
Wären wir uns jedoch unserer Stärken und Fähigkeiten bewusst, gingen wir wesentlich gelassener und mit viel weniger Druck durchs Leben.

Ziel des Denktricks

Deine Talente, Stärken und Fähigkeiten herauszuarbeiten und dich damit stark und selbstbewusst zu machen. Den Mut zu bekommen, Nein zu sagen und damit den Aufgabenberg und dadurch entstehenden Stress in Schach zu halten.

Wie man sein Selbstwertgefühl steigert

Jeder Mensch kann sein Selbstwertgefühl steigern. Wir müssen uns nur unserer Stärken bewusst werden, sie wertschätzen und dann zielgerichtet einsetzen. Wer nicht weiß,

  • worin er gut ist,
  • was ihm Spaß macht,
  • wohin er will,

der wird folglich auch nirgendwo hinkommen. Die eigenen Stärken nicht zu kennen, hat schwerwiegende Konsequenzen im beruflichen und Privaten Bereich.
Wichtig ist, dass man seine Stärken nicht nur als etwas sieht, das mit „Wissen haben oder anhäufen“ zu tun hat, sondern das Entscheidende ist, dass du sie einsetzen kannst. Wichtig ist, deine Talente und Fähigkeiten besser kennenzulernen und daraus Kraft zu gewinnen.

Stressfaktoren im Bereich der Stärken

Auch Stärken können für Stress sorgen. Das ist der Fall bei:

  1. Stärken, die Sie nicht einsetzen wollen, aber müssen- Sehr wahrscheinlich gibt es auch bei Ihnen eine Schnittmenge an Stärken, über die Sie verfügen und die wertvoll für anderen sind, die Sie aber nicht unbedingt einsetzen wollen. Etwa weil Sie sie sich aneignen müssen.
  2. Stärken, die von Ihnen gefordert werden, die Sie aber nicht besitzen- Manchmal werden von uns Stärken gefordert, die wir gar nicht vorweisen können, und das setzt uns ziemlich unter Druck.
  3. Wenn deine Stärken gar nicht eingesetzt werden- Dieser Fall tritt ein, wenn deine Stärken nicht eingesetzt werden und du ständig unterfordert bist.
So finden Sie Ihre Stärken heraus
  1. Überlegen Sie sich so viele Stärken und Fähigkeiten, wie Ihnen einfallen, und schreiben Sie sie auf ein Blatt Papier.
  2. Sobald Ihnen nichts mehr einfällt, lesen Sie sich die unten stehenden Fragen durch, um weitere Stärken zu finden.
  3. Ergänzen Sie sie auf Ihrer Liste.
  4. Anschließend lesen Sie sie jemandem laut vor.

Danach versehen Sie Ihre Liste mit dem heutigen Datum und fügen hinzu: „Das bin ich heute“. Sie setzen Ihre Unterschrift darunter und bewahren die Liste an einer Stelle auf, wo Sie sie immer sehen können.
Sie wird Sie dauerhaft stolz machen und Ihnen Kraft geben.

  • Welche Stärken, die ich einsetzen kann, fallen mir spontan ein?
  • Was beherrsche ich, ohne groß darüber nachdenken zu müssen?
  • Worin bin ich Experte und glaubwürdig?
  • Bei welcher Tätigkeit vergesse ich regelrecht die Zeit und alles um mich herum?
  • Was lieben meine Eltern, mein Partner, meine Kinder, meine Freunde, meine Kollegen an mir?
  • Warum kommen sie auf mich zu? Was können Sie von mir brauchen?

Stärken, die ich einsetzen will:

  • Welche Themen faszinieren ich nachhaltig?
  • In welche Abteilung gehe ich als Erstes in einem Buchladen? welches Fachgebiet interessiert mich wirklich?
  • Wenn ich über mein Lieblingsthema eine Präsentation halten würde, wie würde sie lauten?

Stärken, die mein Arbeitgeber oder meine Kunden nutzen können:

  • Wer hat mich in der Vergangenheit schon einmal für meine Dienste bezahlt? Warum?
  • Wer hat mich schon einmal (unerwartet) gelobt? Wofür?
  • Welchen Titel könnte ich als Experte beanspruchen?
  • welche meiner Begabungen, Fähigkeiten und Stärken könnte ich vermarkten?
  • Welchen Nutzen haben Menschen aus meinem Umfeld durch meine Tätigkeiten?

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Kommentare (48)

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Account gelöscht!

25.04.2012, 09:49 Uhr

Das liegt komplett am System und zwar fast weltweit und kann nicht mit irgendwelchen Suggestionsformeln oder sonstwas gelöst werden. Depression ist die KRankheit Nr.1 und es wundert mich nicht wirklich, da sicher 80% der Menschen einen Job ausschliesslich deshalb machen um Geld zu verdienen ohne dabei aber tatsächlich einen tieferen Sinn in ihrer Arbeit zu sehen (wen wunderts).

Account gelöscht!

25.04.2012, 09:53 Uhr

Wenn man auf der Arbeit nebenbei noch traden kann, wird es nicht langweilig :)

aruba

25.04.2012, 09:53 Uhr

Guten Tag,... Es ist nicht die Arbeit,.... es ist der mutwillig angerichtete Scheiss drumherum. Wichtigtuer, Arschkriecher und Arschloecher, Nixmacher, Jungbanker, Dummschwaetzer, Gehirnamputierte Chef's, bloede Tussis, man koennte tagelang um sich hauen. Besten Dank

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