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06.08.2015

11:33 Uhr

Büro der Zukunft

Das große Spielfeld der Adidas-Mitarbeiter

VonJoachim Hofer

Adidas testet in einem neuen Bürogebäude unterschiedliche Jobkonzepte. Überall gibt es Besprechungsräume. Jeden Tag müssen sich die Mitarbeiter einen neuen Arbeitsplatz suchen – ihre Sachen wandern abends in den Spind.

HerzogenaurachAn diesem sonnigen Montagmorgen Anfang August wummern schon um halb elf die Bässe. Ein DJ legt auf, es werden Häppchen gereicht: Adidas feiert sein neues Bürogebäude „Pitch“, zu Deutsch Spielfeld.

Doch es ist nicht einfach ein Neubau wie jeder andere, den der Sportkonzern da wenige Hundert Meter entfernt von der Zentrale in Herzogenaurach einweiht. Hier testet die Marke Arbeitskonzepte der Zukunft.

Drei Stockwerke zählt „Pitch“, auf jedem gibt es andere Möbel, andere Besprechungsräume, andere Sitzecken, andere Entspannungszonen. Mindestens ein Jahr lang wird sich Personalchefin Karen Parkin anschauen, wie sich die Abteilungen hier zurechtfinden. Dann wird entschieden, wie die Arbeitsplätze der 20.000 Büromitarbeiter von Adidas künftig aussehen.

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„Es geht darum, die Unternehmensziele zu unterstützen: Wir wollen schneller werden“, erklärt Parkin. Die Entwickler und Designer, die Eventspezialisten und Vertriebsexperten, sie sollen kreativer werden und zudem zügiger zum Ziel kommen.

In dem Neubau müssen sich die Leute jeden Tag im Großraum einen neuen Platz suchen. Die eigenen Habseligkeiten wandern abends in den Spind. Viel wichtiger als das eigene, kleine Reich ist Parkin, dass es genügend Besprechungszonen gibt.

Das ist kein Zufall. Eine interne Untersuchung hat gezeigt: Viele Schreibtische sind nur selten besetzt, die Konferenzräume dagegen laufend ausgebucht. Die Meeting-Räume sind dabei höchst unterschiedlich: In einem lassen sich Wände und Boden beschreiben, der andere sieht einem Wohnzimmer ähnlich – mit Teppichboden, Sofa und Regalen.

Es hat seinen Grund, dass Adidas sich so viele Gedanken ums Büro macht. „Entweder wir verändern uns selbst radikal, oder uns wird die Veränderung aufgezwungen“, meint Parkin. Einerseits müsse sich Adidas anstrengen, die besten Mitarbeiter zu bekommen. Andererseits gehe es darum, die Leute möglichst lange im Konzern zu halten.

Größte Sportartikelhersteller der Welt (Umsatz 2014)

9. Platz: Billabong (Australien)

0,8 Milliarden Euro

8. Platz: Columbia Sportswear (USA)

1,9 Milliarden Euro

7. Platz: Asics (Japan)

2,33 Milliarden Euro

6. Platz: Under Armour (USA)

2,79 Milliarden Euro

5. Platz: Puma (Deutschland)

2,97 Milliarden Euro

4. Platz: New Balance (USA)

2,98 Milliarden Euro

3. Platz: VF Corp. (USA)

11,12 Milliarden Euro

2. Platz: Adidas (Deutschland)

14,53 Milliarden Euro

1. Platz: Nike (USA)

25,14 Milliarden Euro

Quelle

Im Frühjahr hat Adidas-Chef Herbert Hainer die neue Strategie vorgestellt, das Motto: „Creating the New“. Parkin nimmt das wörtlich. Gerade hat sie das sogenannte Personalkarussell auf den Weg gebracht. 20 Mitarbeiter dürfen in den nächsten Wochen weltweit ihren Job wechseln, ohne Risiko. Sie bekommen die Garantie, auf den alten Arbeitsplatz nach zwei Jahren zurückzukehren, wenn sie wollen.

Bewerben durften sich Kollegen aus allen Standorten, und zwar mit einem Schuhkarton. In dem mussten sie für sich selbst werben. „Das ist ein Zeichen: Seht her, wir investieren in Euch“, erläutert Parkin.

Nur auf der Chefetage ist der Wandel noch nicht so ganz vollzogen: Parkin residiert im Einzelbüro – mit Vorzimmer und Assistentin.

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Kommentare (1)

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Herr Thomas Klein

06.08.2015, 12:52 Uhr

Dieses Bürokonzept hat die Firma VITRA (Weil a. Rhein) bereits vor ca. 15 Jahren praktiziert. Das Ergebnis war, das sich die Fluktuation erhöht hat, es gibt nur noch sehr junge (unerfahrene Mitarbeiter), da diese es erst mal "geil" finden, überall andocken zu können... schlussendlich fühlt man sich nicht mehr wohl in dieser Art Großraumbüro.

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