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04.03.2014

11:03 Uhr

Bürofehlzeiten

Burnout-Stagnation in Deutschland

25 Prozent mehr Fehltage als im Vorjahr – eine hartnäckige Grippewelle hat 2013 ganze Büro-Abteilungen lahmgelegt. Immerhin konnte der Zuwachs von Fehlzeiten wegen psychischer Leiden gebremst werden.

Viele Mitarbeiter gehen krank ins Büro. 2013 blieben aber noch mehr gleich zu Hause. dpa

Viele Mitarbeiter gehen krank ins Büro. 2013 blieben aber noch mehr gleich zu Hause.

HamburgEine heftige Erkältungswelle hat die Zahl der Krankmeldungen im vergangenen Jahr nach oben getrieben. Aufgrund von Atemwegserkrankungen gab es 2013 rund ein Viertel mehr Fehltage als im Jahr zuvor, wie Deutschlands größte gesetzliche Krankenkasse, die Techniker (TK), am Dienstag in Hamburg mitteilte. Insgesamt stieg der Krankenstand der bei der Kasse Versicherten knapp über vier Prozent und erreichte damit einen Höchststand seit 14 Jahren.

Im Schnitt waren Arbeitnehmer im vergangenen Jahr insgesamt 14,7 Tage krank geschrieben - das war knapp ein halber Tag mehr als 2012. Während die Kranktage wegen Erkältungen im vergangenen Jahr stiegen, stagnierten laut Techniker Krankenkasse dagegen erstmals Krankschreibungen aufgrund von psychischen Störungen.

Was bei der Arbeit stresst

Verantwortung

Was sorgt im Büro für Stress? Der Personaldienstleister Robert Half hat im höheren Management nach den wichtigsten Gründen gefragt. Dabei gaben 18 Prozent der Befragten zu viel Verantwortung oder ständiges an die-Arbeit-denken auch in der Freizeit als Grund für Stress bei der Arbeit an. Nur in Tschechien können die Beschäftigten außerhalb des Arbeitsplatzes schwerer abschalten - dort gaben 28 Prozent an, dauernd an die Arbeit denken zu müssen. Auf der anderen Seite der Skala ist Luxemburg: nur fünf Prozent haben dort dieses Problem.

Stressfrei

Keinen Stress haben dagegen nur sieben Prozent der deutschen Befragten. Genauso niedrig ist der Anteil derer, die ihren aktuellen Job nicht mögen.

Druck von oben

Unangemessener Druck vom Chef nannten 27 Prozent der Befragten hierzulande als Stressgrund. In Brasilien sind es dagegen 44 Prozent.

Chefqualitäten

Wenn der Chef sich eher um sein Handicap kümmert, statt ordentlich zu führen: 28 Prozent der Befragten sind mit der Managementfähigkeit des Chefs unglücklich. Das Unvermögen des führenden Managers, das zu Stress führt, scheint in Luxemburg relativ unbekannt zu sein - nur 11 Prozent der Befragten sind dort mit den Befragten unglücklich, in Dubai sind es gar neun Prozent.

Büroklatsch

Dass unangenehme Kollegen oder fieser Büroklatsch zu Stress führen kann, ist allgemein bekannt. Dementsprechend führen auch 31 Prozent der Befragten das als Stressgrund an - der Anteil derer, die das ähnlich sehen, liegen in allen anderen Ländern fast gleich hoch - außer in Brasilien: 60 Prozent der Befragten geben unangenehme Kollegen und fiesen Büroklatsch als Stressgrund an.

Unterbesetzung

Ein weitere Stressgrund: personelle Unterbesetzung. 41 Prozent der Befragten sehen das als wichtigen Grund für Stress bei der Arbeit an - ein Wert, der fast in allen Ländern ähnlich ist.

Arbeitsbelastung

Doch am problematischsten, laut der Studie: die hohe Arbeitsbelastung. 51 Prozent der Befragten gaben dies als Stressgrund an. Deutschland liegt damit im Schnitt, auch in den anderen elf Ländern ist ein ähnlich hoher Anteil der gleichen Meinung.

Die Fehlzeiten wegen Depressionen, Belastungsstörungen und anderen psychischen Leiden blieben 2013 mit 2,5 Fehltagen pro Arbeitnehmer auf Vorjahresniveau. In den zehn Jahren zuvor hatte es laut Kasse hingegen immer jährliche Steigerungsraten von fünf bis acht Prozent gegeben.

Die Daten stammen aus dem aktuellen TK-Gesundheitsreport, der offiziell erst im April erscheint. Die TK hat dafür die Krankschreibungen der 4,1 Millionen bei der Kasse versicherten Erwerbspersonen analysiert. Dazu zählen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und Arbeitslosengeld-Empfänger. Die TK ist nach Zahl der Versicherten Deutschlands größte gesetzliche Krankenkasse.

Von

afp

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

04.03.2014, 13:28 Uhr

An die Redaktion

Das Arbeitszeitgesetz sollte Gegenstand einer serioesen Berichterstattung werden - da dieses Gesetz in Betrieben, deren Beschaeftigenzahl von 5 bis 125 reicht, in ca. 20% aller Faelle vorsaetzlich gebrochen wird, darf doch klargestellt werden , dass sich die behoerden, die mit der Ueberwachung betraut sind, sich der Strafvereitelung im Amt schuldigmachen!
Selbst die Arbeitsgerichte verhalten sich zurueckhaltend - warum ???

warum wird geltendes Recht missachtet??

jos

Account gelöscht!

07.03.2014, 19:12 Uhr

weil der "kleine Mann" nichts zu sagen hat und auch nicht w eiss und nicht wissen soll ,wie man sich verteidigen kann.

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