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29.05.2013

19:52 Uhr

Buhrow neuer WDR-Intendant

„Ich bringe die Liebe mit“

VonMiriam Schröder

Vom Journalisten zum Chef eines Medienriesen: Tom Buhrow wird neuer Intendant des Westdeutschen Rundfunks. Der „Tagesthemen“-Moderator wurde mit überwältigender Mehrheit gewählt – und will zum „Anfassen“ sein.

Tom Buhrow: Der neue WDR-Intendant will „zum Anfassen sein“. dpa

Tom Buhrow: Der neue WDR-Intendant will „zum Anfassen sein“.

KölnHerr Buhrow, ein Lächeln bitte! Lächeln rechts, lächeln links – Tom Buhrow dreht sich geduldig im Takt der Fotografen. Er ist mit großer Mehrheit zum Intendanten des Westdeutschen Rundfunks (WDR) gewählt worden. Sein Lächeln wird ihm dabei genutzt haben: Was der öffentlich-rechtliche Rundfunk in dieser komplexen Welt mehr als alles andere brauche, seien Kooperationsbereitschaft und Kommunikationsstärke, erklärt Ruth Hieronymi, die Vorsitzende des WDR-Rundfunkrats.

Hier will der Journalist Buhrow als Manager Akzente setzen. Er wolle „in die Hocke gehen“ und auf Augenhöhe mit den Mitarbeitern kommunizieren, erklärt er. Auf den Marktplätzen wolle er sich tummeln und den Bürgern in Nordrhein-Westfalen den WDR Nahe bringen. „Ich möchte zum Anfassen sein“, sagt Buhrow.

Zuvor war der „Tagesthemen“-Moderator im Rundfunkrat mit 41 von 47 Stimmen zum Intendanten gewählt worden. Vier Stimmen entfielen auf den Intendanten von Radio Bremen, Jan Metzger, zwei Stimmen auf den Direktor bei der Europäischen Rundfunkunion, Stefan Kürten. Die bisherige WDR-Intendantin Monika Piel war aus Gesundheitsgründen zurückgetreten.

Kommentar: Buhrow bringt gute Voraussetzungen mit

Kommentar

Buhrow bringt gute Voraussetzungen mit

Der neue Intendant des WDR übernimmt ein schweres Amt. Nach bleiernen Jahren muss Tom Buhrow die Anstalt modernisieren. Von der Selbstgefälligkeit seiner Vorgängerin kann er lernen, sollte sich aber nichts abschauen.

Wie man so einen Riesenladen wie den WDR verwalte, damit habe er keine Erfahrung, gibt Buhrow offen zu. Zu einer guten Führung aber gehöre, dass man den Leuten vertraue, die dies schon seit Jahren erfolgreich täten. Die größte Herausforderung sei zweifellos die „rapide sich beschleunigende Veränderung durch das Internet“. Buhrows Antwort darauf: Ein Ende des „Schienendenkens“. Ein Journalist sei in Zukunft nicht mehr für ein bestimmtes Medium oder Format, sondern nur noch für die optimale Verbreitung seiner Idee zuständig.

Für Buhrow, geboren in Troisdorf bei Köln, ist die Intendanz eine Rückkehr zu seinen Wurzeln. Er hat beim WDR volontiert und danach unter anderem bei dem Regionalmagazin „Aktuelle Stunde“ gearbeitet. Anschließend war er lange Korrespondent in Washington, bevor er 2006 als Nachfolger von Ulrich Wickert Moderator der ARD-„Tagesthemen“ wurde. Nach Friedrich Nowottny und Fritz Pleitgen ist er der dritte bekannte Fernsehjournalist an der Spitze des WDR. Auch Piel hatte Jahrzehnte als Journalistin gearbeitet, vor allem im Hörfunk.

Wie es weitergeht bei den Tagesthemen will Buhrow noch nicht sagen. Eine Woche müsse er bestimmt noch moderieren. „Ich muss mich doch noch persönlich von den Zuschauern verabschieden!“ Die Tagesthemen, das sei sein Lebenstraum gewesen. „Danach hatte ich keinen Traum mehr.“ Die neue Aufgabe beim WDR habe ihn gesucht, nicht umgekehrt. Er nehme sie aber nur allzu gerne an. „Ich liebe den WDR“, sagt Buhrow.

Kommentare (7)

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Lutz

29.05.2013, 17:19 Uhr

Da haben die ja den richtigen gewählt.

Der Spiegel berichtete am 10. Juni 2009, dass leitende Redakteure der ARD-aktuell-Redaktion in einem Brief den Nachrichtenmann aufforderten, künftige Nebenerwerbsengagements besser darauf zu prüfen, ob sie dem Ansehen der „Tagesthemen“ und von ARD-aktuell schaden könnten.

Einfach mal nach den Nebenjobs gongen.

gebuehrenwahnsinn

29.05.2013, 18:49 Uhr

Und nun mal Klartext: 10 Intendaten der ARD braucht kein Mensch. Schon gar kein Zwangsbeitragszahler, der sich nicht durch Austritt aus diesem Theater verabschieden kann. 10 mal ca. 250 T€ plus Wasserträgerkosten von noch einmal je 200 T€ - macht zusammen 2,5 Mio.€ für die Intendanten und 2,0 Mio. € für die Wasserträger. Was soll das? Wer lässt so etwas geschehen? Und wann berichtet dasa Handelsblaatt mal ausführlich über diesen Skandal?

GEZ_Wolfgang

29.05.2013, 19:48 Uhr


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Ich soll 500 € GEZ Gebühren Zahlen nichts bekommt ihr von mir, das könnt dem neuen Intendanten Tom Buhrow sagen schöne Grüße aus MG.



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