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19.06.2014

07:43 Uhr

Burn-Out und Erschöpfung

Familienverantwortung macht Mütter krank

Arbeit und Familie unter einen Hut bringen und gleichberechtigt leben: So sehr Mütter diese Ziele anstreben, im Alltag sind sie oft nur schwer zu verwirklichen. Das hat offenbar gesundheitliche Folgen.

Rückenbeschwerden, starke Erschöpfung, Gereiztheit, Schlafstörungen und Kopfschmerzen: Viele Mütter leiden unter gesundheitlichen Folgen. Getty Images

Rückenbeschwerden, starke Erschöpfung, Gereiztheit, Schlafstörungen und Kopfschmerzen: Viele Mütter leiden unter gesundheitlichen Folgen.

BerlinImmer mehr Mütter in Deutschland leiden nach Ansicht von Experten unter Erschöpfung bis hin zum Burn-Out. Der Anteil der Mütter, die wegen psychischer Störungen beim Müttergenesungswerk (MGW) eine Kur machten, sei deutlich gestiegen.

Lag er 2003 noch bei 49 Prozent, so seien es zehn Jahre später 86 Prozent gewesen. Das geht aus Daten des MGW hervor, die Anfang der Woche in Berlin vorgestellt wurden. Es betreut etwa die Hälfte solcher Kuren in Deutschland. Insgesamt nahmen 2013 rund 49.000 Mütter und 71.000 Kinder an Mütter- und Mutter-Kind-Kuren des MGW teil, das sind 2000 mehr als noch vor zehn Jahren.

Als Ursachen für die psychischen Beschwerden gaben Frauen in Kuren des MGW am häufigsten ständigen Zeitdruck und Einsatz für die Familie an. Belastend seien auch berufliche Anforderungen und zu wenig Anerkennung. Im Vergleich zu 2003 beklagten mehr Frauen auch Probleme in der Partnerschaft.

Wann Frauen für Depressionen anfällig sind

Stress

Das Buch von Ursula Nuber (Wer bin ich ohne dich?, erschienen im Campus-Verlag) richtet sich an jene Frauen, die tagtäglich mit unzähligen Stresssituationen fertig werden müssen (und denen das oftmals auf bewundernswerte Weise lange Zeit sogar gelingt)

"Nein"

Es ist sowohl geschrieben für Frauen, die nicht Nein sagen und sich nicht abgrenzen können, wie für diejenigen, ...

Ärger und Enttäuschung

...die ihren Ärger und ihre Enttäuschung für sich behalten, weil sie fürchten, sonst nicht mehr geliebt zu werden

Bedürfnis nach Nähe

Spezifisch für depressionsgefährdete Frauen ist auch dass sie glauben, zu liebesbedürftig und zu anhänglich zu sein und deshalb versuchen, ihren Wunsch nach Nähe nicht zu zeigen

Emotionaler Hunger

Auch Frauen, die das Gefühl haben, in ihren Beziehungen emotional zu verhungern und nicht verstehen können, was in ihren Partnern vor sich geht können an einer Depression erkranken

Schlaf- und Beruhigungsmittel

Auch wenn Frauen zu viel essen, zu viel trinken, zu viele Beruhigungsmittel schlucken und zu wenig schlafen kann das ein Risikofaktor für die Erkrankung sein.

Eigenes Empfinden

Mut machen will Nuber auch denjenigen Frauen, die es allen möglichst recht machen wollen, und darüber völlig vergessen, was für sie denn "recht" wäre.

„Die Belastungen sind gesellschaftlich bedingt und die Erkrankung kein individuelles Versagen“, betonte die MGW-Kuratoriumsvorsitzende Dagmar Ziegler. Vielmehr sei der aktuelle Wandel familiärer Strukturen ein Gesundheitsrisiko: Die Arbeit in der Familie sei ungleich verteilt und der Lebensverlauf kaum mehr planbar. Zur Verantwortung für das Abschneiden der Kinder in der Schule kämen auch Gewalterfahrungen und Armut. Generell stünden Frauen in einem täglichen Widerspruch zwischen Erwartungen an Gleichberechtigung und „gelebter traditioneller Rollenerwartung“, sagte Ziegler.

Die Frauen waren im Schnitt 37 Jahre alt und hatten durchschnittlich fünf Gesundheitsstörungen. Dazu zählten vor allem Rückenbeschwerden, starke Erschöpfung, Gereiztheit, Schlafstörungen und Kopfschmerzen. 70 Prozent der Mütter waren erwerbstätig, viele in Teilzeit. Etwa ein Drittel der Frauen war Hauptverdienerin der Familie. Inwieweit eine veränderte Verschreibungspraxis zum Anstieg des Anteils psychischer Störungen als Ursache der Kuren beitrug, teilte das MGW nicht mit.

Von

dpa

Kommentare (6)

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19.06.2014, 10:41 Uhr

Frauen sollen "Mann und Frau" zugleich sein und das auch noch ohne Partner an der Seite.

Das macht sie krank. Die Regierung will die arbeitende Single-Frau als Superweib. Nebenbei noch ein paar Pornos gedreht und die Haare mit Nebelspray auf Verteidigungs-Stil hochgekämmt als Helm-Frisur.

Geht einfach nicht. Wird nicht mehr ernst genommen in der Welt.

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19.06.2014, 10:49 Uhr

Ach ja, Kinder, ja, die erzieht de Staat. Das Wichtigste ist, dass der Dümmste in der Klasse etwas lernt - das ist das Wichtigste - das ist das Motto. Und bunter Sex-Unterricht ab der 4. Klasse um Würde und Charakter zu entkernen. Lehrplan ist "Jeder lernt soviel er will" und gut is'.

Schöne bunte naive Welt.

Account gelöscht!

19.06.2014, 10:50 Uhr

Nicht die "Familienverantwortung" macht Frauen krank, sondern die Doppelverantwortung für Kinder und Beruf.

Es ist nun einmal nicht möglich, dass eine Mutter sowohl einem anspruchsvollen Beruf als auch ihrer Aufgabe als Mutter kleiner Kinder gerecht wird. Entweder der Beruf leidet oder die Kinder. Mütter wissen das, und sie leiden deshalb unter einer Aufgabe, die einfach nicht zu schaffen ist.

Alle "Betreuung" der Kinder durch Fremde wird daran nichts ändern können. Das kommt nicht nur dann an praktische Grenzen, wenn die Kinder einmal krank sind (und möglicherweise mit Fieber in den Kindergarten oder die Schule geschickt werden), sondern es widerspricht einfach den natürlichen Instinkten. Alle Gehirnwäsche seitens der Medien und der Politik wird diese Instinkte nicht besiegen können.

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