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11.01.2007

15:28 Uhr

Christiansen-Nachfolge

Plasberg nach Jauch-Verzicht zurück im Spiel

Als Sabine Christiansen im Frühsommer 2006 ihren Abschied für 2007 ankündigte, stand WDR-Moderator Frank Plasberg als möglicher Nachfolger bereit. Die ARD-Gewaltigen entschieden sich damals jedoch für Günther Jauch. Der hat nun entnervt hingeworfen - und plötzlich findet man Plasberg gut.

TV-Moderator Frank Plasberg. Foto: ap ap

TV-Moderator Frank Plasberg. Foto: ap

HB BERLIN. Der Intendant des Südwestrundfunks (SWR), Peter Voß, sagte nach Jauchs Absage am Donnerstag, der Journalist Plasberg, der im WDR die Reihe „Hart, aber fair“ moderiert, sei eine Alternative zu Jauch, die „hart, aber fair und journalistisch gleichwertig“ sei. Plasberg selbst sagte den „Lübecker Nachrichten“, er stehe zur Verfügung, wenn er gefragt würde.

Jauch hatte den ARD-Verantwortlichen am Donnerstagvormittag für die Christiansen-Nachfolge abgesagt. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR), zuständig für den Sendeplatz von Christiansens Polittalk am Sonntagabend, will nach den Worten von Programmdirektor Volker Herres eine „rasche Alternative“ finden. Dies ist auch dringend geboten: Christiansen-Sprecher Michael Ortmanns sagte der „Bild“-Zeitung, die Moderatorin werde nicht länger als geplant zur Verfügung stehen und die letzte Sendung am 24. Juni moderieren.

SWR-Intendant Voß betonte, die Absage Jauchs sei „zwar schade, sie ist aber kein Beinbruch. Ohne Jauch geht's auch“. Die von Jauch kritisierte künftige Zuordnung der politischen Talkshow zur Koordination Politik, Gesellschaft und Kultur nannte Voß überfällig. Es sei für ihn nicht recht nachvollziehbar, warum ein Moderator, der sich zumindest in dieser Sendung als politischer Journalist verstehen müsse, unbedingt in der Unterhaltung angesiedelt sein wolle.

Jauch, der im September bei der ARD einsteigen sollte, hatte als Grund für seinen Verzicht unter anderem genannt, dass seine Show den Chefredakteuren unterstellt werden sollte. „Damit wäre nach meiner Auffassung die Sendung dem ständigen Risiko ausgesetzt, zum Spielball der politischen Farbenlehre innerhalb der ARD zu werden.“ Dies entspreche nicht seinem Empfinden von „innerer Freiheit und äußerer Unabhängigkeit“. Er sagte auch, dass die ARD darauf gedrungen habe, er solle „journalistisch exklusiv“ für „das Erste“ tätig sein und eine weitere Sendung übernehmen. „Ich wollte aber keine Zusagen über den Sonntagabend hinaus geben.“

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