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09.03.2012

07:45 Uhr

Citigroup-Chef

Top-Banker verfünfzehnmillionenfacht sein Gehalt

Als es dem Geldhaus schlecht ging, sparte der Citigroup-Chef an seinem Gehalt. Doch die kargen Zeiten sind vorbei: Nach acht profitablen Quartalen in Folge erhält Vikram Pandit nun wieder ein üppiges Salär.

Vikram Pandit beim Welt-Wirtschafts-Forum in Davos. dapd

Vikram Pandit beim Welt-Wirtschafts-Forum in Davos.

New YorkZahltag für Citigroup-Chef Vikram Pandit: Für das vergangene Jahr erhielt der Top-Manager 14,86 Millionen Dollar, nachdem er sich für 2010 mit einem symbolischen Gehalt von einem Dollar begnügte. Das geht aus Unterlagen hervor, die die drittgrößte US-Bank bei der Börsenaufsicht SEC einreichte.

Pandit hatte die Citigroup wieder in die Gewinnzone geführt, nachdem das Geldhaus während der Finanzkrise 2008 von der Regierung gerettet wurde. Zuletzt schrieb die Bank acht Quartale hintereinander schwarze Zahlen.

2011 stieg das Nettoergebnis um sechs Prozent auf 11,1 Milliarden Dollar. Pandit erhielt dafür ein Grundgehalt von 1,7 Millionen Dollar. Hinzu kamen eine Bonuszahlung von 5,3 Millionen in bar sowie Optionen im Wert von 7,8 Millionen Dollar.

Wo Banker in Europa am meisten verdienen

Gehalt und Leistung

Ein erstes Urteil fällt eine Studie des unabhängigen Equity-Research-Unternehmens Alpha Value schnell: Banker verdienen zu viel. Im Schnitt sind es rund 40 Prozent mehr als andere Industrien. Dies steht im krassen Gegensatz zu der Performance der Geldhäuser – Aktionäre haben seit 2007 mit Bankentitel rund 86 Prozent an Vermögen verloren. Ein kurze Übersicht, wo in Europa wie viel verdient wird.

Platz 13

In Belgien haben Banker 2010 laut einer Studie von AlphaVille 250.700 Euro verdient. Im Vorjahr war es mehr als doppelt so viel. Die Summen beziehen sich auf Durchschnittgehälter von leitenden Managern.

Platz 12

Die Banker in Norwegen haben dagegen 2010 mehr verdient als im Jahr davor, nämlich im Schnitt 538.000 Euro.

Platz 11

Bei unseren Nachbarn in den Niederlanden verdient man als Banker durchschnittlich "nur" 623.000 Euro, ein wenig mehr als 2009.

Platz 10

Die Banker in Dänemark haben es noch so gerade in die Top Ten geschafft: Sie verdienten 2010 im Schnitt 797.000 Euro.

Platz 9

Vielleicht eine kleine Überraschung, die Portugiesen in diesem Ranking so weit oben zu sehen. Aber nur weil das Land kein richtig großes Institut hat, können die Banker ja dennoch ordentlich verdienen: 846.000 Euro waren es durchschnittlich - übrigens deutlich mehr als 2009.

Platz 8

Einen kräftigen Schluck aus der Pulle haben sich die französischen Banker gegönnt: Ihr Durchschnittgehalt stieg auf 865.000 Euro. Im Vorjahr waren es "nur" knapp 600.000 Euro.

Platz 7

Auf Rang sieben überspringt Österreich die "magishe" Millionengrenze: In der Alpenrepublik verdienen Top-Banker im Schnitt 1,25 Millionen Euro.

Platz 6

Auch in Schweden kann man in Geldhäusern gutes Geld verdienen: 1,36 Millionen Euro waren es 2010.

Platz 5

Die Italiener schaffen es in die Top Five. Die leitenden Angestellten von Unicredit, Intesa und Co. verdienen durchschnittlich 1,9 Millionen Euro.

Platz 4

Bis zu unseren deutschen Bankern auf Rang vier ist es ein gewaltiger Sprung: Hierzulande verdienen leitende Manager 3,3 Millionen Euro. 2009 war es mit 3,5 Millionen Euro übrigens ein wenig mehr.

Platz 3

Sozusagen aufs Treppchen haben es die Funktioniere in Spanien geschafft: Hier lag das Gehalt bei 3,7 Millionen Euro.

Platz 2

Noch ein wenig mehr gibt es in der Schweiz, nämlich 4,4 Millionen Euro. Allerdings sind die Lebenshaltungskosten in Zürich oder Genf auch ein gutes Stück höher als in Deutschland.

Platz 1

Mit weitem Abstand gibt es in Großbritannien am meisten zu verdienen: 5,8 Millionen Euro verdienen die Banker in London. Kein Wunder, tun hier doch sehr viele Investmentbanker ihr Werk, die gewohnheitsmäßig auf überdurchschnittliche Vergütungen kommen.

Von

rtr

Kommentare (18)

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Account gelöscht!

09.03.2012, 08:36 Uhr

...und da ist sie wieder, die Unverhältnismäßigkeit der Bänkerbezüge... ...was macht dieser Mensch denn eigentlich so exorbitant Besonderes, das eine solche Gehaltsnachzahlung ermöglicht? Ohne staatliche Stütze wäre das doch nie gegangen...

Bremer

09.03.2012, 08:50 Uhr

keiner weis das ER in der Kriesenzeit pro Jahr 1 US-Dollar verdient hatte! ..und nun wieder normales Gehalt bekommt... wo ist das problem? ..viele Banker haben auch in der Kriesenzeit auf Normales Gehalt bestanden und geklagt!

Account gelöscht!

09.03.2012, 09:03 Uhr

traurig diese Einstellung, es geht hier um die Verhältnismäßigkeit der Bezahlung für eine Arbeitsleistung! Die Frage kann man sich sehr schnell beantworten, indem man die allgemein üblichen Löhne betrachtet z.B. wie lange man selbst arbeiten muß, um eine bestimmte Dienstleistung(Handwerker,Arzt o.ä.) in Anspruch zu nehmen. Desweiteren könnte man auch mal die Wertschöpfungskette der Banken insgesamt in Frage stellen!

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