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13.01.2009

16:14 Uhr

Citigroup

Krisenmanager in der Krise

VonMichael Maisch und Robert Landgraf

Win Bischoff, Chairman des Bankenriesen Citigroup, kämpft wieder um seinen Job. Erst im November warfen ihm die Rebellen falsche Strategie, mangelnde Kontrolle und Konzeptlosigkeit vor. Diesmal könnte es für Bischoff wirklich eng werden.

Harte Zeit für Sir Winfried Bischoff (rechts). Foto: Reuters Reuters

Harte Zeit für Sir Winfried Bischoff (rechts). Foto: Reuters

LONDON. Dieses Mal könnte es für Win Bischoff wirklich eng werden. Schon Mitte November hatten Gerüchte die Runde gemacht, dass einige der Board-Mitglieder der Bank die Ablösung des Chairman betreiben. Falsche Strategie, mangelnde Kontrolle, Konzeptlosigkeit, warfen die Rebellen dem deutschstämmigen Banker vor, der für seine Verdienste um die Bankenbranche einst sogar geadelt worden war.

Die durch die Kreditkrise schwer angeschlagene Citigroup dementierte seinerzeit natürlich alle Gerüchte um den Krach in der Führungsetage. Doch der Eindruck blieb, dass sich das Management ausgerechnet in der schlimmsten Krise seit Menschengedenken in Grabenkämpfen aufreibt.

Jetzt machen erneut Gerüchte die Runde, dass Bischoff seinen Job als Oberaufseher verlieren könnte, den der 67-Jährige erst im November 2007 übernommen hat. Die Krise, die ihn an die Spitze gespült hatte, könnte ihn jetzt hinwegfegen. Nach Informationen des "Wall Street Journals" könnte der bisherige Chefaufseher des Medienriesen Time Warner Dick Parsons bereits Ende Januar Bischoff ablösen, der seinen Posten eigentlich erst Ende 2009 abgeben wollte. Laut "New York Times" drängen auch die US-Aufseher auf die Ablösung: Die Citigroup müsse ihr Management neu ordnen, um das Vertrauen der Anleger zurück zu gewinnen. Nach Informationen aus Finanzkreisen wird intern auch Bischoffs Rolle bei der geplatzten Übernahme des Konkurrenten Wachovia kritisiert, bei der Citi in letzter Sekunde von Wells Fargo ausgestochen wurde.

Eigentlich müsse Vorstandschef Vikram Pandit die Verantwortung für die Misere übernehmen, aber man könne ja nicht schon wieder einen Chief Executive Officer austauschen, klagt ein Citibanker. Er sieht Bischoff als Bauernopfer.

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