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15.02.2012

12:53 Uhr

Clemens Vedder

Der Mann hinter dem Kirch-Kompromiss

VonRobert Landgraf

Als Schlichter im Kirch-Prozess wirkte Investor Clemens Vedder im Hintergrund. Nun war er es, der den entscheidenden Kompromiss im Streit mit der Deutschen Bank lieferte. Seine Erfahrung als Vermittler hat geholfen.

Ein Bild aus den guten alten Geschäftstagen: Heute hat Clemens Vedder (l) nach eigenen Angaben seine „Vermögensbildung abgeschlossen“ Reuters

Ein Bild aus den guten alten Geschäftstagen: Heute hat Clemens Vedder (l) nach eigenen Angaben seine „Vermögensbildung abgeschlossen“

Mission erfolgreich erfüllt. Vier Jahre lang vermittelte Clemens Vedder unerkannt zwischen der Deutschen Bank und den Kirch-Erben im Hintergrund. Nun gelang es dem streitbaren Großinvestor und Chairman des Beteiligungsfonds Goldsmith Capital Partners, einen Kompromiss zwischen Deutschlands größter Bank und der Kirch-Gruppe einzufädeln.

Der Streitpunkt: ein Interview, das der ehemalige Bankchef Rolf-E. Breuer damals gab. Rund 800 Millionen Euro kostet das Frankfurter Geldhaus nun sein Satz: „Was man alles lesen und hören kann, ist, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis noch weitere Fremd- und Eigenmittel zur Verfügung zu stellen.“

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Allzu schnell dürften die Verfahren im Streit der Deutschen Bank mit den Kirch nicht beigelegt sein. Die Frankfurter wollen alles wasserdicht machen - und setzen beim Millionenvergleich auf die Managerhaftpflicht.

Ein Satz, vom dem der inzwischen verstorbene, einst mächtigste Medienunternehmer Leo Kirch sagte, er habe ihn in die Pleite getrieben. Zehn Jahre lang kämpfte der 84-Jährige für sein Recht, so wie er es sah. Als er Mitte 2011 starb, kämpften seine Erben weiter. Nach vier vergeblichen Anläufen soll die Schlichtung diesmal tatsächlich der Endpunkt sein.

Dafür haben der gewiefte Schlichter Vedder, die Kirch-Witwe Ruth und ihr Sohn Thomas sowie der Deutschlandsyndikus der Deutschen Bank, Arne Wittig, gekämpft. Vedder war es, der die Parteien an einen Tisch gebracht hat, der in langen Sitzungen an einer Einigung gearbeitet hat. Sogar die Verhandlungsorte in München wechselten sie. Vom Fünf-Sterne-Hotel Bayerischer Hof am Promenadenplatz mitten in München etwa ins Hotel Vier Jahreszeiten in der Maximiliansstraße. Keiner sollte etwas mitbekommen. Die beiden Rechtsanwaltskanzleien Gauweiler und Hengeler Müller blieben außen vor. Nur die Kirch-Erben und die Deutsche Bank konnten den Durchbruch schaffen, gleichgültig, wie gut die Arbeit vorher war.

Kommentare (2)

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gerbak

15.02.2012, 16:48 Uhr

"Als Schlichter im Kirch-Prozess wirkte Investor Clemens Fedder im Hintergrund" Vedder nicht Fedder ;-)

deals

16.02.2012, 13:02 Uhr

"Keiner sollte etwas mitbekommen. Die beiden Rechtsanwaltskanzleien Gauweiler und Hengeler Müller blieben außen vor"
;-) Gleiss vergessen?

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