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11.01.2007

16:56 Uhr

Condoleezza Rice hält sich zurück

Immer im Schatten Bushs

VonMarkus Ziener

Eindringlich und zur besten US-Sendezeit hat US-Präsident George W. Bush in der Nacht zum Donnerstag seine Landsleute auf einen neuen Anlauf im Irak eingestimmt. Condoleezza Rice war dabei kaum zu sehen, dabei sollte die Außenministerin bei diesem Thema eigentlich eine zentrale Rolle spielen.

Hält sich an die Vorgaben des US-Präsidenten: Condoleezza Rice. dpa

Hält sich an die Vorgaben des US-Präsidenten: Condoleezza Rice.

WASHINGTON. Condoleezza Rice, immerhin die Außenministerin der USA, sagt seit Wochen nichts oder nur Vages zur Entwicklung im Irak. Ob sich das am heutigen Donnerstag ändern wird, ist mehr als fraglich. Vor dem Auswärtigen Ausschuss des Repräsentantenhauses soll Rice als erstes Regierungsmitglied nach dem Bush-Auftritt Rede und Antwort stehen, doch vieles spricht dafür, dass „Condi“ kaum mehr als das sagen wird, was der Präsident bereits verkündet hat.

Dabei findet sich Lob zuhauf über ihre Fähigkeit, vor Publikum aufzutreten und Dinge zu erklären. „Super-Briefer“, „Super-Presenter“ schwärmen jene, die sie aus der Nähe kennen. Charmant sei Rice, ihre Rede gut komponiert, im Inhalt stets präzise auf den Punkt, immer sei sie optimistisch.

Doch die Außenministerin, die so beschrieben wird, ist öffentlich schon seit längerem nicht mehr zu sehen. Andere bestimmen das außenpolitische Bild der USA. Natürlich der Präsident, aber daneben auch Politiker aus der Vergangenheit, James Baker, Brent Scowcroft, ja sogar Henry Kissinger. Statt selbst die Debatte zu beeinflussen lässt Rice Raum für andere.

Zu tun hat dies vor allem mit einer Grundtugend der leidenschaftlichen Klavierspielerin: Loyalität. Die 52Jährige, geboren im Birmingham, Alabama, hat ihre Karriere auf dieses Prinzip gebaut – insbesondere, seitdem sie an der Seite von George W. Bush steht. Eine eigene Meinung erlaubt sich höchstens im engsten Zirkel. Öffentliche Kritik oder auch nur eine minimal abweichende Auffassung von ihrem Präsidenten sind bei Frau Rice nicht zu finden. „Es ist nicht ihre Aufgabe, die Irak-Strategie zu erklären“, verteidigt sie Tom Donnelly vom konservativen American Enterprise Institut (AEI). „Das ist der Job des Präsidenten.“

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