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19.01.2009

09:48 Uhr

Continental-Vizechef

Alan Hippe kämpft für Conti – vielleicht nicht mehr lange

VonMark C. Schneider

Alan Hippe hat es schwer: Der Continental-Vizechef muss den Konzern liquide, die Reifensparte ertragreich – und Großaktionär Schaeffler auf Abstand halten. Dabei macht Hippe auf vielen Ebenen eine gute Figur. Nun wird er seit geraumer Zeit auch für höhere Aufgaben gehandelt.

Ein Conti-Topmanager auf dem Sprung? Contis Vizechef Alan Hippe. Foto: ap Quelle: ap

Ein Conti-Topmanager auf dem Sprung? Contis Vizechef Alan Hippe. Foto: ap

HAMBURG. Mittwochnacht flog Continentals Vizechef Alan Hippe von den USA nach Deutschland. Beneidenswert: Eigentlich kann der seit Anfang Januar 42-Jährige an Bord problemlos ausspannen. Diesmal war es schwieriger. Der Finanzchef wollte in New York im Gespräch mit Banken und Investoren („German Investment Seminar 2009“) eine positive Botschaft verkünden: Conti hat sich mit den kreditgebenden Banken auf günstige Konditionen geeinigt. Angesichts von fast elf Mrd. Euro Schulden aus der Übernahme des Konkurrenten VDO und dem hoch verschuldeten Großaktionär Schaeffler ein Erfolg. Doch die frohe Kunde kam nicht an.

Zwei Sätze verfehlten ihr Ziel. „Es ist angesichts der nicht wirklich vorhersehbaren Entwicklung in diesem Jahr eine völlig logische Überlegung, über eine Stärkung des Eigenkapitals in gleicher Höhe nachzudenken“, hatte der Conti-Mann der Nachrichtenagentur Reuters gesagt. Hintergrund sind mögliche Abschreibungen im Umfang von über einer Mrd. Euro, vor allem auf den Wert von VDO. Das seien noch sehr frische Gedanken, erläuterte Hippe. „Aktuell hat das keine Relevanz.“

Die Wirkung dagegen war unmittelbar: Die Conti-Aktie – der Free Float beträgt nur noch gut zehn Prozent – sank um mehr als 20 Prozent auf 19,60 Euro. Eine solche Kapitalerhöhung führe zu Verwässerungseffekten, fürchten Analysten wie Sven Diermeier von Independant Research, der Contis Kursziel am Freitag von 28 auf 19 Euro senkte.

Hippes vorausschauende Überlegungen („Im Gesamtsystem Conti und Schaeffler fehlt Eigenkapital“) schlugen in der Wirtschaftspresse Wellen. Nach der Landung am Donnerstag eilte der Conti-Manager in die Hannoveraner Firmenzentrale. Trotz des Nachtfluges saß der frühere Ausdauersportler, in der Jugend Leistungsschwimmer, heute Hobby-Basketballer, mittags wieder am Schreibtisch, um die Wogen zu glätten – keinen ärgert die Panne mehr als den ehrgeizigen Hippe.

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