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02.01.2007

15:10 Uhr

Converium-Chefin Inga Beale

Die Berufsoptimistin

VonOliver Stock

Inga Beale steht an der Spitze des Rückversicherers Converium. Sie trimmt das Unternehmen konsequent auf Wachstum. Kleine Rückschläge steckt sie weg. Ein Porträt in der Handelsblatt-Reihe „Top-Frauen in der Finanzwelt“.

Inga Beale behauptet sich als Frau in einer Männerwelt. Foto: dpa

Inga Beale behauptet sich als Frau in einer Männerwelt. Foto: dpa

ZÜRICH. Inga Beale macht gute Miene zum bösen Spiel: „Das Jahr 2006 hat eines sehr deutlich bewiesen: Die Kunden halten an Converium als wichtigem Rückversicherungsanbieter fest“, sagt sie dem Handelsblatt und bestätigt das Umsatzziel von 1,8 bis 1,9 Mrd. Dollar für 2006. Dann allerdings kommt die Einschränkung: Die „wichtige Heraufstufung des Standard & Poor's Ratings auf A- rechtzeitig zur Erneuerung der Rückversicherungsverträge in der Sachversicherung zum 1. Januar 2007“ sei ausgeblieben, stellt sie nüchtern fest und räumt damit ein, was Firmenchefs üblicherweise schwer fällt: Eines der maßgeblichen Ziele für dieses Jahr hat Converium, die Nummer zwei in der Schweizer Rückversicherungsbranche, verfehlt. Schuld sind Untersuchungen der US-Börsenaufsicht SEC. Sie betreffen die Revision früherer Geschäftsabschlüsse, die Converium Anfang des Jahres vornehmen musste. So lange sie laufen, gibt es keine bessere Note, sagen die Analysten. Daran will auch Beale nichts beschönigen.

Immerhin hat das Ganze etwas paradoxes: Letztlich nämlich sind das unbefriedigende Rating mit einer Note, die mit „B“ beginnt, sowie die Revision der Jahresabschlüsse Auslöser dafür, warum Inga Beale ihren Arbeitsplatz hier in Zürich hat.

Die Agenturen hatten Converium eine B-Note verpasst, nachdem vor zweieinhalb Jahren überraschend hohe Rückstellungen für das US-Geschäft nötig geworden waren, die nur durch eine Kapitalerhöhung aufgefangen werden konnten. Eine knappe Milliarde an Prämienvolumen dürfte der Verlust des A-Ratings Converium gekostet haben. Eine weitere Milliarde kam hinzu, als der Versicherer 2004 sein US-Geschäft einstellte. Dreimal in zwei Jahren besetzte Converium den Chefsessel neu. Seit einem Jahr leitet Beale den Rückversicherer. Ihr vorheriger Arbeitsort war im Versicherungsgeschäft von General Electric, das von der Swiss Re übernommen wurde. Heute liegt ihr Arbeitszimmer schräg gegenüber der Swiss-Re-Zentrale am Zürichsee, sozusagen auf Augenhöhe mit dem Käufer von einst. Und bei Converium herrscht seit ihrem Antritt wieder auffällige Unauffälligkeit, selbst wenn die Sache mit dem besseren Rating nun nicht so funktioniert hat, wie geplant.

Eine Note mit einen „B“ vorweg ist nicht gut fürs Wachstum. „Es kostet uns bares Geld mit Converium Verträge abzuschließen“, bedauert ein Kollege von Beale aus dem Management eines anderen Schweizer Versicherers. Solange keine „A“-Note in Sicht sei, werde sein Unternehmen mit Converium keine größeren Verträge abschließen.

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