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15.04.2015

23:45 Uhr

Conwert-Übernahme

Deutsche Wohnen bleibt für sich

Mindestens 50 Prozent plus eine Aktie - diese Schwelle stand für den Erfolg eines Kaufangebots der Deutsche Wohnen an Conwert. Doch die geplante Übernahme in der Immobilienbranche platzte.

Das Logo des Immobilienkonzerns Deutsche Wohnen: Dem österreichischen Konkurrenten Conwert reichte das Kaufangebot nicht aus. dpa

Deutsche Wohnen

Das Logo des Immobilienkonzerns Deutsche Wohnen: Dem österreichischen Konkurrenten Conwert reichte das Kaufangebot nicht aus.

Berlin/FrankfurtDer Immobilienkonzern Deutsche Wohnen ist mit der angepeilten Übernahme des österreichischen Konkurrenten Conwert gescheitert. Das Kaufangebot für die Anteilscheine sei für weniger als 50 Prozent plus eine Aktie angenommen worden, teilte Deutsche Wohnen am Mittwochabend mit. Das Unternehmen hatte sich diese Schwelle zuvor als Mindestziel gesetzt. Das Übernahmeangebot für Conwert war rund eine Milliarde Euro schwer.

Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn erklärte nach dem Scheitern, Conwert sei für sein Unternehmen eine Option gewesen, aber "kein strategisches Asset". "Wir sind sehr gut aufgestellt und werden unsere Strategie auch weiterhin verantwortungsbewusst und nachhaltig umsetzen."

Das Angebot sei von vielen Spekulationen begleitet gewesen, gerade mit Blick auf den Aktienkurs. "Wir müssen leider feststellen, dass diese Spekulationswelle unsere sachlichen Argumente verdrängt hat."

Zahn hat eine lange Werbetour in Österreich hinter sich. Erst in der vergangenen Woche hatte er eingeräumt, dass es bei der Übernahme eng werden dürfte. Zwar hatte sich der Konzern rund 30 Prozent schon im Vorfeld von einigen Großaktionären gesichert, die am Conwert-Management vorbei kontaktiert worden waren. Doch andere Conwert-Anleger monierten bis zuletzt, der Angebotspreis von 11,50 Euro je Aktie sei zu niedrig. Deutsche Wohnen schloss eine Erhöhung wiederholt mit der Begründung aus, Conwert sei ein Restrukturierungsfall.

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Conwert hat zum ersten Mal ausdrücklich das Übernahmeangebot von Deutsche Wohnen abgelehnt. Das Management hält die Offerte für zu niedrig. Damit ist ein Deal zwischen den Immobilienunternehmen wohl endgültig vom Tisch.

Deutsche Wohnen-Chef Michael Zahn hatte sich bereits vor wenigen Tagen für den Fall eines Scheiterns gelassen gezeigt. Dies wäre kein Beinbruch, hatte der Manager betont. „Es gibt keinen Plan B. Die Welt geht so oder so für uns weiter, selbst wenn die Transaktion nicht kommt.“

Wäre das Geschäft zustande gekommen, wäre auf Basis früherer Zahlen ein Konzern mit rund 175.000 Wohnungen in Deutschland entstanden. Deutsche Wohnen hat rund 147.000 Wohneinheiten im Portfolio, davon 72 Prozent in Berlin. Conwert hat über 90 Prozent seines Bestands in Deutschland, davon rund 28.000 reine Wohneinheiten.

Der Kauf wäre die zweite große Übernahme in der Branche in nur drei Monaten gewesen. Deutschlands größte Wohnungsgesellschaft, die Deutsche Annington, hatte sich mit der Gagfah zusammengeschlossen, der Konzern soll künftig Vonovia heißen.

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