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09.10.2011

16:06 Uhr

Cordes geht bei Metro

„Keine vertrauensvolle Basis mehr gegeben“

Eckhard Cordes hat den erbitterten Machtkampf beim Handelsriesen Metro verloren - und will nun seinen Posten aufgeben. Bei Metro endet nun eine Ära mit ungewissem Ausgang.

Schließt eine Vertragsverlängerung bei der Metro aus: Konzernchef Eckhard Cordes. dpa

Schließt eine Vertragsverlängerung bei der Metro aus: Konzernchef Eckhard Cordes.

Düsseldorf/FrankfurtDer Vorstandschef des größten deutschen Handelskonzerns will seinen Postern aufgeben: Metro-Chef Eckhard Cordes tritt ab. Cordes habe dem Aufsichtsrat und den Mehrheitsgesellschaftern am Sonntag mitgeteilt, dass er für eine Verlängerung seines bis zum 31. Oktober 2012 laufenden Vertrags nicht mehr zur Verfügung stehe, teilte der Handelskonzern mit. Details wurden nicht genannt.

Aus Unternehmenskreisen verlautete, Cordes werde sein Amt nicht sofort niederlegen. „Er wird seinen Vertrag erfüllen, bis die Nachfolgeregelung geklärt ist.“ Der frühere Daimler-Manager steht seit 2007 an der Metro-Spitze. Aktionärsschützer forderten eine schnelle Klärung der Nachfolge.

Der Metro-Konzern beschäftigte Ende Juni weltweit mehr als 280.000 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr erwirtschafte das Unternehmen in den Sparten Großhandel (Cash&Carry), Elektronikhandel (Media-Saturn), Galeria Kaufhof und Lebensmittel (SB-Warenhaus Real) einen Umsatz von 67,3 Milliarden Euro und einen Gewinn von 936 Millionen Euro.

Über Cordes Abtritt war seit Wochen spekuliert worden: Es war lange unklar, ob der Manager noch die Rückendeckung der Metro-Eigentümer hat. Zuletzt hatte es geheißen, Cordes solle nur eine Vertragsverlängerung von maximal zwei Jahren angeboten werden. Üblich sind drei. Lange Zeit hatten die Zeichen auf einen Abschied des ehemaligen Daimler-Managers Cordes an der Metro-Spitze hingedeutet - doch der kämpfte um seinen Posten. Die Führungsdebatte um Cordes war über Wochen mit immer neuen Indiskretionen befeuert worden. Im November sollte der Aufsichtsrat eine Vertragsverlängerung erörtern.

Kommentare (4)

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steuermichl

09.10.2011, 20:55 Uhr

Die Hintergründe liegen nicht in der Person Cordes, sondern in der Lage Haniels nach der Werthalbierung von Metro und Celesio. Es ist kaum vorstellbar, daß die Haniel Anleihen Ihr Investment-Grade rating behalten können, wenn die Aktienwerte der Beteiligungen nicht bald eine Erholung erfahren. Und so sieht es dann mit dem Verkauf der Galeria-Kaufhof Sparte auch sehr schlecht aus, wenn die Verhandlungsposition geschwächt ist. Ebenso sind Takkt und weitere Haniel-Firmen einfach empfindlich abgewertet worden. Bei 5 Milliarden Schulden schon vor der August-Baisse halten die Banken wohl kaum noch still. Triple B minus ist heute schon Vergangenheit, und wie geht es bei diesen massiven Abschreibungen dann bei Haniel weiter ?

Profit

09.10.2011, 21:42 Uhr

Daß "Härte" ein Grund dafür war, Cordes' Vertrag nicht zu verlängern, kann ja wohl nur ein Witz sein. "Härte" muß im Weichei-Zeitalter geradezu eine Conditio für die Besetzung eines Vorstandspostens sein! Mir scheint Cordes einfach nicht erfolgreich gewesen zu sein. Er war es übrigens bei Mercedes nicht, und auch die Zahlen bei Metro waren unter seiner Führung schlecht. Der Vorgänger Körber kam aus dem Handel und war auf dem Gebiet ein As und von anderem Kaliber!

Tomm

09.10.2011, 21:52 Uhr

Nein, nicht die Eigentümer-Familien Haniel u. Schmidt-Rutenbeck sind es, sondern Cordes allein ist es. Er ist ein kalter Krieger, er scheint keine Gefühle zu haben, er ist kalt wie ein Eisblock, menschliche Wärme besitzt er nicht. Er kann nur Erbsen zählen und das reicht heute nicht mehr. Sein Gegenüber muß bei ihm auch mal Tiefen erkennen können. Und das kann man bei Cordes nicht. Cordes hat ein psychologisches Problem und das wird er nicht mehr ablegen können, da nicht mehr lernfähig, da zu alt und auch jeglicher Wille dazu fehlt. Es scheint ihm auch ganz egal zu sein, wie er gesehen wird. Nur die Anderen, seine Brötchengeber sehen es anders, darum ist kein Vertrauen mehr da. Ich kann mir garnicht vorstellen, daß bei ihm einmal ein herzhaftes Lachen möglich sein würde. Die Verhandlungspartner in Sachen Real u. Kaufhof haben gespürt, daß er ein unangenehmer Vertragspartner ist. Darum sollte er in Rente gehen. Es macht keinen Sinn mehr, weiter für ihn sich zu interessieren. Es ist so.
Vergessen wir ihn.

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