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20.01.2011

18:14 Uhr

Corporate Governance-Kodex

Keine weiteren Zumutungen für Manager

VonDieter Fockenbrock

Die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance-Kodex plant für 2011 keine großen Änderungen. Für das nächste Jahr schließt der Vorsitzende des Gremiums, Hans-Peter Müller, neue Regeln jedoch nicht aus. In der Diskussion bleibt zudem weiterhin auch die Vergütung der Aufsichtsräte.

Klaus-Peter Müller: Der Vorsitzende der Deutschen Corporate Governance-Kommission schließt neue Regeln für 2012 nicht aus. ap

Klaus-Peter Müller: Der Vorsitzende der Deutschen Corporate Governance-Kommission schließt neue Regeln für 2012 nicht aus.

DÜSSELDORF. "Der Kodex hat ein Niveau erreicht, dass wir der Wirtschaft eine Pause geben wollen", sagte Kommissionsvorsitzender Klaus-Peter Müller dem Handelsblatt. Kritik, der Kodex sei inzwischen mit Regelungen überladen, wies Müller zurück. Der deutsche Kodex habe ein hohes Niveau erreicht und müsse den Vergleich mit Regelwerken in anderen Ländern nicht scheuen.

Für das nächste Jahr schließt Müller neue Regeln nicht aus. Vor allem die Richtlinie der EU zur Unternehmenskontrolle wird nach seiner Einschätzung Anpassungen notwendig machen. Dem wolle die Kommission nicht vorgreifen. In der Diskussion ist zudem die Vergütung der Aufsichtsräte, nachdem Unternehmen wie Siemens auf sehr hohe fixe Vergütungen umgestiegen sind.

Im Kodex wird noch ein variabler Anteil gefordert. Dazu sagte Müller: "Ich würde es den Aufsichtsräten und Hauptversammlungen gern selbst überlassen, ob sie eine reine Festvergütung festlegen." Falls Erfolgsboni gezahlt würden, müssten sie auf jeden Fall nachhaltig gestaltet werden.

Zuletzt hatte die Kommission Regeln eingeführt, die zu mehr Vielfalt im Vorstand und Aufsichtsrat führen. Unter anderem sollen Aufsichtsräte unternehmensspezifische Frauenquoten definieren.

Die Forderung nach Vielfalt in Führungspositionen spaltet die Lager. Professionalisierung steht für die Unternehmenskontrolleure zwar ganz oben auf der Agenda, die Empfehlungen des Corporate Governance Kodex gehen den Räten jedoch teilweise zu weit. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage der Beratungsfirma Odgers Berndtson unter knapp 50 Aufsichtsratschefs. Die Studie liegt dem Handelsblatt vor. Die Kodex-Empfehlungen werden laut Umfrage nur als "etwas hilfreich" beurteilt. Die Relevanz für die Arbeit des Aufsichtsrates sei gering.

Kommentare (1)

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Goldmund

21.01.2011, 01:26 Uhr

Das ist typisch für De diese Regelungswut. Weniger ist mehr. Normalerweise müssten 10 einfache Regeln genügen. Wie wäre es zum beispiel mit den 10 Geboten. Damit ist eigentlich alles gesagt. Wenn sich jeder daran halten würde, hätten wir eine bessere Welt. Dafür braucht man nicht mal besonders religiös zu sein. Ausserdem sollte es sich langsam rumgesprochen haben, wohin uns die variablen Gehaltsbestandteile und boniregeln geführt haben. ich frage mich auch wie es sein kann, dass Vorstände grosser Konzerne noch in anderen Konzernen im Aufsichtsrat sitzen können. Die kontrollieren sich gegenseitig. Ha, ha, ha!!! Wahrscheinlich sind diese Manager als Vorstand nicht ausgelastet. Wie kann es da sein, dass sie Millionengehälter kassieren?

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