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14.08.2013

09:45 Uhr

Corporate-Governance-Kommission

Der neue Alte

Die Corporate-Governance-Kommission macht Vorgaben für Vorstände und Aufsichtsräte fest. Ein ehemaliger Daimler-Vorstand soll einem Medienbericht zufolge jetzt oberster Hüter der Regeln guter Unternehmensführung werden.

Manfred Gentz war bis 2004 im Daimler-Vorstand und ist Präsident der Internationalen Handelskammer in Deutschland (Archivbild aus 2001). ap

Manfred Gentz war bis 2004 im Daimler-Vorstand und ist Präsident der Internationalen Handelskammer in Deutschland (Archivbild aus 2001).

BerlinDer frühere Daimler-Finanzvorstand Manfred Gentz soll einem Zeitungsbericht zufolge neuer Vorsitzender der Regierungskommission für gute Unternehmensführung werden. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtete am Mittwoch, Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger und Gentz müssten nur noch Details regeln. Der 71-Jährige wird demnach in dieser Funktion Nachfolger von Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller, der seinen Rücktritt als Vorsitzender der Regierungskommission schon vor längerer Zeit angekündigt hatte.

Bis 2004 war Gentz Vorstand beim Mercedes-Hersteller Daimler. Bis im vergangenen Jahr war er Chef des Aufsichtsrats der Deutschen Börse. Außerdem ist er Präsident der Internationalen Handelskammer in Deutschland.

Gehälter ausgewählter Dax-Chefs 2012

Infineon - Reinhard Ploss / Peter Bauer

Zum Ende des Infineon-Geschäftsjahrs (30. September 2012) wechselte auch der Vorstandschef. Reinhard Ploss übernahm von Peter Bauer den Posten.

Bauer hatte 2011/12 insgesamt 2,9 Millionen Euro verdient und damit etwas deutlich weniger als 2011 (3,7 Millionen Euro).

Kurt Bock - BASF

Der Chef des Chemiekonzerns, Kurt Bock, verdiente mit 5,29 Millionen Euro im Jahr 2012 nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr. Er hatte sein Amt im Mai 2011 angetreten.

Marijn Dekkers - Bayer

Marijn Dekkers, Niederländer an der Spitze des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer, hat im Jahr 2012 insgesamt 5,06 Millionen Euro verdient, nach 4,49 Millionen Euro im Vorjahr.

Stefan Heidenreich - Beiersdorf

Ende April hatte Stefan Heidenreich beim Kosmetikkonzern Beiersdorf das Amt des Vorstandschefs übernommen. Im Jahr 2012 verdiente er 2,6 Millionen Euro.

Herbert Hainer - Adidas

Das Adidas-Ergebnis fiel 2012 vor allem wegen eines schwachen Geschäfts der Marke Reebok nicht so rosig aus. Adidas-Chef Herbert Hainer verdiente 2012 insgesamt 4,18 Millionen Euro und damit 28 Prozent weniger als 2011 (5,14 Millionen Euro).

Heinrich Hiesinger - Thyssen-Krupp

Bei Thyssen-Krupp kämpft Vorstandschef Heinrich Hiesinger mit der Aufarbeitung diverser Skandale und Fehlinvestitionen. Im Geschäftsjahr 2011/2012 (bis 30. September) verdiente er 3,85 Millionen Euro.

Karl-Ludwig Kley - Merck

Der Vorstandschef des Pharmakonzern verdiente 2012 insgesamt 5,52 Millionen Euro und damit fast ein Drittel mehr als 2011 (4,2 Millionen Euro).

Peter Löscher - Siemens

Der Österreicher verdiente im Geschäftsjahr 2011/2012 insgesamt 7,87 Millionen Euro, im Jahr zuvor waren es 8,74 Millionen Euro.

René Obermann - Deutsche Telekom

Ende 2013 gibt René Obermann sein Amt an den jetzigen Finanzvorstand Timotheus Höttges weiter. Obermann verdiente 2012 insgesamt 3,78 Millionen Euro und damit nahezu unverändert so viel wie 2011 (3,85 Millionen Euro).

Wolfgang Reitzle - Linde

Der Linde-Chef hat gesagt, kein Interesse an einer Vertragsverlängerung zu haben. Im Jahr 2012 verdiente er bei dem Industriegase-Spezialisten 6,9 Millionen Euro, fast genau so viel wie ein Jahr zuvor.

Kasper Rorsted - Henkel

Der dänische Chef des Konsumgüter- und Klebstoffkonzerns Henkel, Kasper Rorsted, hat im Jahr 2012 insgesamt 6,18 Millionen Euro verdient, ein sattes Plus von fast 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr (4,79 Millionen Euro).

Peter Terium – RWE

Zur Jahresmitte 2012 hatte Peter Terium den Spitzenposten beim Energiekonzern RWE angetreten. Er verdiente im Jahr 3,8 Millionen Euro, ein sinnvoller Vergleich zum Vorjahr ist nicht möglich.

Martin Winterkorn - Volkswagen

Der VW-Chef erhält rund 14,5 Millionen Euro für das abgelaufene Jahr (2012) und damit 5,5 Millionen weniger, als ihm nach den zuletzt gültigen Kriterien zugestanden hätten.

Damit will VW verhindern, erneut ins Zentrum einer Diskussion um hohe Managementbezüge zu geraten wie 2011, als Winterkorn mehr als 17 Millionen Euro verdiente.

Dieter Zetsche - Daimler

Der Daimler-Vorstandschef hat im vergangenen Jahr inklusive Aktienoptionen 8,15 Millionen Euro verdient. Das war etwas weniger als 2011 (8,65 Millionen Euro).

Quelle

Geschäftsberichte / Hostettler, Kramarsch & Partner

Die 2001 eingesetzte Kommission hat für börsennotierte Unternehmen einen Kodex von Regeln für eine gute Unternehmensführung aufgestellt, den sie laufend weiterentwickelt. Ziel des Regelwerks ist es, mehr Transparenz zu schaffen und damit das Vertrauen in- und ausländischer Investoren zu stärken. Es enthält Empfehlungen und Anregungen, die die Unternehmen befolgen sollten. Der Kodex ist aber nicht verpflichtend.

Die Finanzierung der Geschäftsstelle der Kommission und der sonstigen Ausgaben müsse nun noch geklärt werden, hieß es im dem Zeitungsbericht. Die Kosten müssten breiter auf die Wirtschaft umgelegt werden.

Von

rtr

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