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30.05.2012

07:40 Uhr

Corporate Social Responsibility

Karriere machen mit gutem Gewissen

VonCarola Sonnet

Junge Bewerber achten verstärkt darauf, ob Konzerne sich in Sachen Umwelt und Gesellschaft engagieren. Als Nachhaltigkeitsmanager willkommen ist aber nicht nur, wer Gutes tun will. Wo es sich lohnt, gut zu sein.

In der Rubrik „Karriere Tipp“ widmet sich Handelsblatt Online wöchentlich Themen rund um Beruf, Büro und Bewerbung. CAEPSELE

In der Rubrik „Karriere Tipp“ widmet sich Handelsblatt Online wöchentlich Themen rund um Beruf, Büro und Bewerbung.

Düsseldorf„Junge Menschen wollen etwas für die Gesellschaft tun, ohne auf Karriere und Geld verzichten zu müssen, deshalb interessieren sie sich verstärkt für Aufgaben im Bereich der sozialen Verantwortung und des Nachhaltigkeitsmanagements von Unternehmen“, beobachtet Helmut Anheier. Der Professor ist Dean der Hertie School of Governance in Berlin, eine der Topadressen für eine Ausbildung in Sachen „Corporate Social Responsibility“ oder CSR wie Fachleute das Engagement für Gesellschaft und Umwelt abkürzen.

Doch was so neu klingt, hat in Deutschland bereits eine lange Tradition: „CSR steckt in der DNA des deutschen Mittelstandes“, sagt Anheier. Über ihre Stiftungen engagieren sich zum Beispiel Traditionsmarken wie Bosch, Siemens und BMW seit langem für die Gesellschaft. Hier ist gut aufgehoben, wer mehr Interesse an der Außenwirkung der Projekte hat, als interne Standards voranzutreiben.

Weil deutsche Bewerber aber auch bei multinationalen Unternehmen immer häufiger nachhaken, wie sozial oder ökologisch sie aufgestellt sind, hat sich auch das Nachhaltigkeitsmanagement inzwischen einen hohen Stellenwert erarbeitet. Zumal das Interesse der Investoren, Finanzanalysten und Ratingagenturen wächst: Sie prüfen genau, wie nachhaltig die Wirtschaft arbeitet.

Gefragt sind CSR-Manager, die eine große Bandbreite an gesellschaftlichen und ökologischen Facetten abdecken: Ihre Aufgaben können darin bestehen, CO2-Neutralität zu gewährleisten, den Energieverbrauch zu senken oder an Produktionsstätten etwa in Asien europäische Gesundheits- und Umweltstandards zu etablieren.

Tipps für die richtige Work-Life-Balance

Hören Sie auf Ihren Biorhythmus!

Nicht jeder arbeitet zu jeder Zeit gleich effektiv. Manche haben Ihre Hochphase zwischen 7 und 10 Uhr, andere haben erst nach dem Mittagessen Ihr Leistungshoch. Versuchen Sie, im Rahmen der Möglichkeiten, auf Ihren persönlichen Rhythmus zu achten und planen Sie so Ihren Tagesablauf. Legen Sie beispielsweise wichtige Termine in Ihre persönlichen Leistungsphasen.

Gönnen Sie sich Pausen!

Egal, ob Sie körperlich oder geistig arbeiten: Die Leistung des Körpers lässt nach ca. 1,5 Stunden nach. Ein Mehr an Arbeit bedeutet in diesem Zustand nicht ein Mehr an Leistung und Effizienz. Gönnen Sie sich regelmäßige Pausen. Machen Sie z. B. vor oder nach dem Mittagessen einen kurzen Spaziergang und tanken Sie zwischendurch immer wieder frische Luft. Das füllt Ihre Kraftreserven auf.

Permanente Erreichbarkeit vermeiden!

Sie müssen rund um die Uhr per Handy erreichbar sein oder jeden Tag alle E-Mails lesen und beantworten? Diese Regeln erlegt man sich meist selbst auf – es geht aber auch anders. Schalten Sie öfter mal am Feierabend oder am Wochenende Ihr Handy aus. Sortieren und beantworten Sie Ihre E-Mails nach Wichtigkeit. Manche Antworten können schon mal ein bisschen warten.

Delegieren Sie Aufgaben weiter!

Wollen Sie am liebsten immer alles selbst machen? Lernen Sie, richtig zu delegieren. Sie gewinnen damit Zeit und können sich um wichtige Aufgaben und Projekte kümmern. Außerdem steigern Sie die Motivation und Zufriedenheit Ihrer Mitarbeiter, wenn Sie sie gemäß Ihren Fähigkeiten und Potenzialen einsetzen und Verantwortung abgeben.

Achten Sie Ihre Grenzen und lernen Sie, Nein zu sagen!

Jeder hat seine eigenen Grenzen der Belastbarkeit. Nein zu sagen oder eine Aufgabe abzugeben, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern zeigt die Fähigkeit, sich und seine Ressourcen richtig einschätzen zu können.

Regelmäßige Bewegung!

Bewegung ist eines der wirksamsten Mittel, um das Gleichgewicht zwischen Körper und Seele zu halten. Sie müssen dabei kein Leistungssportler werden: Schon dreimal wöchentlich eine halbe Stunde Bewegung oder moderater Sport wie Walking, oder Fahrradfahren helfen Ihnen, den nötigen Abstand zu den Alltagsproblemen zu bekommen. Integrieren Sie Bewegung in Ihren Arbeitsalltag: Nutzen Sie z. B. Treppen statt Aufzüge oder schauen Sie persönlich beim Kollegen im nächsten Büro vorbei, statt den Telefonhörer in die Hand zu nehmen.

Sorgen Sie für Entspannung!

Wenn es Ihnen schwer fällt, den Arbeitsalltag loszulassen, dann können Entspannungstechniken Sie unterstützen, besser zur Ruhe zu kommen und abzuschalten. Versuchen Sie es z. B. mit autogenem Training, progressiver Muskelentspannung, Tai Chi oder Yoga.

Ernähren Sie sich gesund!

Wer sich gesund ernährt, kann sich besser konzentrieren und ist leistungsfähiger. Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend frischem Gemüse und Obst. Nehmen Sie Ihre Mahlzeiten ohne Hektik und Stress ein. Das gilt nicht nur für die Mahlzeit in Ihrer Mittagspause, sondern auch für Frühstück und Abendessen.

Vereinbaren Sie Termine mit sich selbst!

Im beruflichen Alltag sind wir es gewohnt, unsere Zeit zu terminieren. Wenn Sie das Gefühl haben, immer wieder Abstriche bei der Freizeit zu machen, dann vereinbaren Sie Termine mit sich selbst für Aktivitäten oder Ihre Hobbys, die Ihnen Spaß machen. Planen Sie sich diese Termine fest ein, bis Sie diese gewohnheitsmäßig in Ihren Alltag integriert haben. Bei losen Vereinbarungen besteht immer die Gefahr, dass Sie anderen „wichtigeren“ Prioritäten zum Opfer fallen.

Warten Sie nicht bis zum Zusammenbruch!

Es ist kein Zeichen von Stärke, so lange zu arbeiten, bis Sie umfallen. Sprechen Sie Ihren Vorgesetzten lieber an, wenn die Grenzen erreicht sind und Sie merken, dass die Überlastung zum Normalzustand wird. Denken Sie nicht erst über Work-Life-Balance nach, wenn der Zusammenbruch schon vor der Tür steht. Nehmen Sie Warnsignale wie Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten und Schmerzen ernst und reagieren Sie schon bei ersten Anzeichen von Überbelastung. Sagen Sie die weniger wichtigen Termine ab und verbringen Sie wieder einen Nachmittag mit Ihren Liebsten – so tanken Sie wieder auf.

Quelle: Haufe Akademie

CSR ist innovativ. Und so vielfältig wie die Aufgaben fällt auch das Jobangebot aus: Für Absolventen und Berufsanfänger reizvoll sind CSR-Abteilungen in großen und mittelständischen Unternehmen. Hier können sie verschiedene Bereiche gleichzeitig kennenlernen, arbeiten strategisch und haben die Option, zum CSR-Manager aufzusteigen. Speziell das Nachhaltigkeitscontrolling ist gerade stark im Kommen.

Gefragt ist also nicht nur, wer Gutes tun will, sondern auch wer rechnen kann. Der zweite große Stellenmarkt findet sich in CSR-Beratungen, die Unternehmen beim Verfassen von Nachhaltigkeitsberichten und Ökobilanzen helfen. Das große neue Thema heißt Social Impact Measurement - also das Messen der Auswirkungen des CSR-Engagements. Wer den Unternehmen zeigen kann, wo ihr Engagement etwas bringt, ist gefragt.

Ratingagenturen wiederum suchen Analysten, die ganze Branchen auf ihre Nachhaltigkeit hin prüfen und bewerten. Selbst die großen Wirtschaftsprüfer wie PricewaterhouseCoopers und Ernst & Young haben Nachhaltigkeit als Thema für sich entdeckt.

Kommentare (1)

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Hermosa

09.07.2012, 10:34 Uhr

Gerne lese ich das HANDELSBLATT,
doch die "GLEICHSTELLUNG" ist auch hier noch nicht angekommen. ..... wir sind im 21. Jahrhundert!
Schade!
....es ist mir aufgefallen, als ich den Text ins englische übersetzte. Leider gibt es mehrere " politically incorrect"Artikel

z. B.
14 Tipps zum zum erfolgreichen start ...Zwischenmenschliche Kontakte forcieren

"Warten Sie nicht darauf, dass die Kollegen Sie zur Kaffeepause abholen, sondern gehen Sie selbst auf die anderen zu. Haben Sie eine Frage an den Chef, gehen Sie kurz vor dem Mittagessen zu ihm !! und anschließend gemeinsam in die Kantine.!

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