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15.03.2013

16:06 Uhr

Coupon-Anbieter

Der Mittelstand geht auf Schnäppchenjagd

VonJan Guldner

Ein Start-up aus Heidelberg will mit Coupon-Deals im B2B-Geschäft landen. Besonders kleinere Unternehmen sollen beim Einkauf profitieren. Vom Kugelschreiber bis zur Facebook-Auftritt-Optimierung ist alles dabei.

Screenshot der Plattform Business-Coupon.de: Für alles was Firmen brauchen können.

Screenshot der Plattform Business-Coupon.de: Für alles was Firmen brauchen können.

Tagtäglich schwappt eine Welle von Coupons in deutsche E-Mail-Postfächer. Erlebnis-Fondue im französischen Bistro, reduzierte Fußball-Fanartikel oder die Scheibentönung fürs Auto –  für fast jedes Produkt und jede Dienstleistung gibt es irgendwo einen Gutschein zu ergattern. Coupon-Anbieter wie Groupon oder Dailydeal setzen auf die Kauflust der Schnäppchen-Jäger. Im Endkundengeschäft haben sich die täglichen Sparangebote längst etabliert.

Für die Einkäufer von Unternehmen aber waren solche Portale bislang keine Option. Geht es nach Jonathan Kirsch, soll sich das nun ändern. Mit Business-Coupon.de hat er zusammen mit Geschäftspartner Siegmund Mioduszewski eine Coupon-Plattform für das B2B-Geschäft gegründet. Seit Dezember 2012 ist die Seite online.

Wo die Deutschen am liebsten shoppen

Kudamm

Berlin hat zwar neben München die meisten Spitzenlagen insgesamt, kommt aber in der Top Ten der erfolgreichsten Einkaufsmeilen nicht vor. Der innerstädtische Konkurrenzkampf ist wahrscheinlich zu groß: Neben dem Kudamm zählen Tauentzienstraße, Alexanderplatz, Wilmersdorfer Straße und Friedrichstraße zu den „Hochfrequenz"-Einkaufsmeilen. Das bedeutet mehr als 5000 Menschen laufen hier pro Stunde entlang.

Das Segment der Luxusstraßen führt die Düsseldorfer Königsallee (5.935) unangefochten an, liegt im Gesamtranking aber auf Platz 33. Nach ihr kommt mit einigem Abstand erst der Neue Wall in Hamburg (2.835) und dann auf Platz 3 die Stuttgarter Stiftstraße (2.310). Darauf folgen die Münchner Maximilianstraße (1.800) und die Goethestraße in Frankfurt (1.520).

Neuhauser Straße

Platz 10: Die Neuhauser Straße ist nicht mehr Münchens meistbesuchte Straße. Waren es 2011 noch 13.515 Passanten, die pro Stunde hier entlang liefen, sind es inzwischen 9275 Fußgänger.

Ludgeristraße

Platz 9: Die Ludgeristraße in Münster ist seit 1969 reine Fußgängerzone. Sie beginnt am südlichen Ende des Prinzipalmarktes, und verläuft an den Münster Arkaden vorbei, hin zum Ludgeriplatz. 2008 hatte die Straße erstmals den Sprung in die Gruppe der zehn erfolgreichsten Einkaufsmeilen geschafft und war direkt auf Platz 4 gelandet. Insgesamt 9420 Passanten wurden hier pro Stunde gezählt.

Westenhellweg

Platz 8: Der Westenhellweg ist Dortmunds größte Einkaufsstraße. Die Fluglinie Easyjet warb im Ausland mit der „Prachtstraße", um Flüge in die westfälische Stadt an den Mann zu bringen. Der Verlauf der Straße hat eine lange Geschichte: Es handelt sich um einen mittelalterlichen Heer- und Handelsstraße, die schon Karl der Große genutzt haben soll.

Spitaler Straße

Platz 7: Auf der Spitaler Straße in Hamburg wurden 9840 Passanten pro Stunde gezählt.

Flinger Straße

Platz 6: Die Flinger Straße in Düsseldorfs Altstadt schafft es zum ersten Mal nach weiter vorn im Ranking: Mit 10.150 Passanten springt sie von Platz 29 nach vorn. Auf der bisher beliebtesten Einkaufsstraße der Stadt finden umfangreiche Bauarbeiten statt, daher rühre die Verschiebung der Verhältnisse begründen die Mache der Studie von Jones Lang LaSalle.

Mönckebergstraße

Platz 5: Eine zweite Hamburger Einkaufsmeile, die es unter die ersten zehn geschafft hat, ist die Mönckebergstraße mit 10.380 Passanten pro Stunde. Sie wurde 1909 dem Verkehr übergeben und benannt nach dem ehemaligen Bürgermeister der Hansestadt, Johann Georg Mönckeberg, der im Vorjahr der Einweihung gestorben war.

Königsstraße

Platz 4: Die Königsstraße in Stuttgart misst immerhin 1,2 Kilometer. Sie durchzieht die baden-württembergische Landeshauptstadt: Vom Hauptbahnhof führt sie am Schlossplatz, dem Kunstmuseum und einigen Landesministerien vorbei. 11.335 Passanten bewegen sich hier pro Stunde entlang.

Zeil

Platz 3: Die Zeil in Frankfurt am Main. Die Einkaufsstraße in Deutschlands Finanzmetropole ist die am stärksten frequentierte Shopping-Meile in der Republik. In den 70er Jahren wurde aus der Zeil eine reine Fußgängerzone. Mit 500 Metern Länge gehört die Einkaufspassage in Frankfurt zum mittleren Schnitt. Jahresmiete pro Quadratmeter: 3.480 Euro, Monatsmiete pro Quadratmeter: 290 Euro, Veränderung zum Vorjahr: + 7,4 Prozent.

Schildergasse

Platz 2: Schildergasse in Köln. Vor allem zur Weihnachtszeit drängen sich durch die schmale Einkaufspassage unglaubliche Menschmassen. Dann ist es kaum möglich von der einen Straßenseite zur anderen zu gelangen. Das kann in der vorweihnachtlichen Zeit gut und gerne mal eine kleine Ewigkeit dauern. Insgesamt ist die Schildergasse rund 500 Meter lang. Untersuchungen haben ergeben, dass in diesem Jahr durchschnittlich knapp 13.000 Besucher pro Stunde die Einkaufsstraße durchliefen.

Kaufingerstraße

Platz 1: Kaufingerstraße in München. Die Kaufingerstraße ist das teuerste, was Deutschland zu bieten hat. 1239 wird die Straße erstmals erwähnt, als Zeuge tritt damals der Patrizier Chunradius Choufringer auf, der dann als Namensgeber diente. Jahresmiete pro Quadratmeter: 4.200 Euro, Monatsmiete pro Quadratmeter: 350 Euro, Veränderung zum Vorjahr: + 6,1 Prozent.

Mittlerweile gibt es dort vom bedruckten Kugelschreiber über eine Verschönerung der Facebook-Seite bis zum Rabatt bei Telefonkonferenzen vieles, was Firmen brauchen könnten – und das mit Preisnachlässen zwischen 15 und 60 Prozent.

Bislang ist die Angebots-Palette noch überschaubar. Dienstleistungen machen den größten Teil aus. Doch das Repertoire soll bald erweitert werden. „Wir wollen jeden Bereich abdecken und in diesem Jahr noch zum Vollsortimenter werden“, sagt Kirsch. Auch eine Expansion nach Österreich und in die Schweiz ist noch 2013 geplant.

Verkaufstrend Multi-Channel

Hier informieren, dort kaufen

Immer mehr Menschen kombinieren unterschiedliche Informations- und Kaufkanäle. Einer Studie des Kölner Instituts für Handelsforschung zufolge informieren sich 65 Prozent der Deutschen bei manchen Einkäufen in Ladengeschäften, kaufen anschließend aber online. Genauso verbreitet ist der umgekehrte Weg. Insgesamt neigen 90 Prozent der Verbraucher zum so genannten Multi-Channelling.

Nachholbedarf

Die Handelsketten in Deutschland haben Nachholbedarf im Onlinegeschäft, wie eine im November veröffentlichte Untersuchung des Handelsforschungsinstituts EHI zeigt. Demnach haben 98 Prozent der 1.000 größten Vertriebslinien zwar einen eigenen Internetauftritt. Allerdings ist weniger als die Hälfte im E-Commerce aktiv.

Kaum Online-Handel mit Lebensmittel

Während rund 53 Prozent der vom EHI Retail Institute untersuchten Non-Food-Händler einen Online-Shop betreiben, ist das nur bei 16 Prozent der Lebensmitteleinzelhändler der Fall.

Wachstumstreiber

Für stationäre Einzelhändler, die schon einen Onlineshop haben, zahlt sich die Investition in der Regel aus. Eine Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) hat ergeben, dass im Weihnachtsgeschäft 13 Prozent dieser Händler bereits einen Umsatzanteil von mehr als zehn Prozent online erwirtschafteten. Die Hälfte der Befragten realisierte immerhin zwischen einem und zehn Prozent des Umsatzes im Internet.

Logistische Herausforderung

Zusätzliche Vertriebskanäle bedeuten neue Logistikabläufe. Wie eine Untersuchung des EHI Retail Institute zeigt, gehen Hersteller und Händler diese Herausforderung unterschiedlich an: Hersteller neigen dazu, den Online-Handel in bestehende Lagerstandorte zu integrieren. Dagegen bevorzugen Handelsunternehmen mehrheitlich das Outsourcing der E-Commerce-Logistik.

Die Kernzielgruppe seien Unternehmen bis 250 Mitarbeitern, sagt Kirsch. „Wir sprechen kleine und mittelständische Unternehmen an, die keinen professionalisierten Einkauf haben, aber auch Rechtsanwälte oder Steuerberater.“ Mittelständlern fehle es oft an Verhandlungsmacht, um gute Angebote zu ergattern.

Kundenrechte abseits der Gewährleistung

Umtausch bei Bestellungen

Bestellen Kunden im Internet, per Post oder telefonisch, gilt das Fernabsatzgesetz – § 312 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Die Ware darf dann innerhalb von 14 Tagen ohne Angabe von Gründen zurückgeben werden. Der Händler muss den Kaufpreis erstatten, das Ausstellen eines Gutscheins ist nicht erlaubt.

Ausnahmen des Widerrufsrechts

Auch bei Fernabsatzverträgen hat der Kunde kein uneingeschränktes Widerrufsrecht. Es gilt laut Paragraph 312d BGB beispielsweise nicht für Waren, die nach Kundenspezifikation angefertigt werden, die auf Grund ihrer Beschaffenheit nicht für eine Rücksendung geeignet sind oder schnell verderben können oder deren Verfalldatum überschritten wurde.

Umtausch beim Einkauf im Laden

Bei Einkäufen im Laden gibt es kein gesetzlich verankertes Recht auf Umtausch. Insbesondere bei Bekleidungsgeschäften ist es jedoch die Regel, dass Kunden die ungetragene Ware innerhalb von zwei bis vier Wochen zurückgeben können.

Geld zurück beim Umtausch?

Wer im Laden etwas umtauschen möchte, hat keinen gesetzlichen Anspruch darauf, sein Geld bar zurück zu bekommen. Da der Händler der Rückgabe freiwillig zustimmt, darf er auch einen Gutschein ausstellen.

Hier kommt Business-Coupon ins Spiel und versucht, die Interessen der kleinen Firmen zu bündeln – und für sie lohnende Rabatte herauszuschlagen. Über Gutscheine, die im Online-Shop veröffentlicht werden, können Unternehmen sie bei den Anbietern einlösen.

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