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14.08.2012

22:18 Uhr

Credit-Suisse-Banker

Deka holt sich Michael Rüdiger als neuen Chef

Der neue Sparkassen-Präsident Fahrenschon setzt eine Duftmarke. Er holt überraschend den Credit Suisse-Manager Michael Rüdiger an die Spitze der DekaBank. Für manche hat die Entscheidung einen faden Beigeschmack.

Michael Rüdiger hat bisher für die Credit Suisse gearbeitet. PR

Michael Rüdiger hat bisher für die Credit Suisse gearbeitet.

FrankfurtGroße Überraschung bei der Deka: Der langgediente Credit-Suisse-Banker Michael Rüdiger wird neuer Chef des Sparkassen-Fondsdienstleisters. Der 48-Jährige, der bei der Schweizer Großbank derzeit das Zentraleuropa-Geschäft leitet, habe umfangreiche Erfahrungen im Bankgeschäft gesammelt und sei ein guter Kommunikator, betonte Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon am Dienstag. Fahrenschon setzt mit der Berufung von Rüdiger, den zuvor niemand als neuen Deka-Chef aus dem Zettel hatte, eine erste Duftmarke als Chef des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). „Fahrenschon wollte einen Neuanfang und jemanden berufen, der unverbraucht ist“, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person.

Auf Frankfurter Fluren und in mancher Sparkasse raunt man sich zu, ohne es offen zitiert sehen zu wollen: „Ausgerechnet von der Credit Suisse?“ Schließlich schlägt sich die Schweizer Bank mit dem Vorwurf rum, vermögenden Deutschen bei der Steuerflucht geholfen zu haben. Informationen dazu hatte das nordrhein-westfälische Finanzministerium zusammen getragen. So waren unter anderem umstrittene Versicherungsmäntel angeboten worden, die dazu eingesetzt werden konnten, Geld anzulegen und dabei einer Besteuerung zu entkommen. Dieser noch nicht endgültig geklärte Skandal könnte jetzt auf die DekaBank und damit die Sparkassen abfärben, so die Befürchtungen mancher Führungskraft im öffentlich-rechtlichen Bankenlager.

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Dass ein Top-Manager einer Privatbank in den öffentlich-rechtlichen Sektor wechselt, ist tatsächlich ein sehr ungewöhnlicher Vorgang und unterstreicht die schwierige Lage vieler Großbanken. „Mit Michael Rüdiger haben wir einen in allen Teilen des Bankgeschäfts, vor allem in der Steuerung und dem Asset-Management sehr erfahrenen Fachmann als Vorstandsvorsitzenden der DekaBank gewinnen können“, frohlockte Fahrenschon, der auch den Verwaltungsrat der Deka leitet. Rüdiger soll den Posten beim Frankfurter Institut schnellstmöglich antreten - ein genauer Termin steht noch nicht fest.

Fonds-Gebühren im Überblick

Ausgabeaufschlag

Der Ausgabeaufschlag fällt beim Kauf an. Je nach Anlagestrategie des Investmentfonds kann er relativ gering sein, bei Geldmarktfonds liegt der Satz etwa häufig bei rund ein Prozent. Er kann aber auch deutlich höher sein wie bei Aktienfonds, wo fünf Prozent keine Seltenheit sind. Dies bedeutet, dass bei einer monatlichen Sparrate von 50 Euro beim Geldmarktfonds für 49,50 Euro Anteile erworben werden, beim Aktienfonds hingegen nur für 47,61 Euro.

Fondskäufer können den Ausgabeaufschlag aber reduzieren. Direktbanken oder Fondssupermärkte im Internet bieten niedrigere Sätze an oder verzichten sogar ganz auf diese Gebühr. Zu den bekanntesten Fondssupermärkten zählen beispielsweise fondssupermarkt.net, avl-investmentfonds.de und infos.com. Gute Kunden dürfen außerdem auf Sonderkonditionen bei der Hausbank hoffen.

Je länger der Anleger investiert bleibt, desto weniger stark wirkt die Kaufgebühr. Wer monatlich 100 Euro in einen Sparplan mit 5 Prozent Ausgabeaufschlag einzahlt und durchschnittlich fünf Prozent Jahresrendite erzielt, steht nach drei Jahren bei 3.690 Euro. Ohne Kaufgebühren wären es 3.885 Euro. Wer zehn Jahre investiert bleibt, kommt mit dem Ausgabeaufschlag auf ein Guthaben von 14.725 Euro, ohne Gebühr wären es 15.500 Euro. 

Verwaltungsgebühr

Die Verwaltungsgebühr liegt im Regelfall zwischen null und zwei Prozent. Oft ist dieser Satz etwas höher, wenn der Ausgabeaufschlag gering ist und umgekehrt. Die Verwaltungsgebühr wird - einmal im Jahr oder auch monatlich - aus dem Fonds bezahlt. Wenn die Gebühr zum Beispiel 1,2 Prozent ist und der Fondswert 10.000 Euro, beträgt die Gebühr 120 Euro im Jahr und das neue Fondsvermögen noch 9.880 Euro. 

Depotbankgebühr

Die Investmentgesellschaft hinterlegt das Fondsvermögen bei einer sogenannten Depotbank. Für das Führen dieses Depots wird eine Gebühr erhoben, die im Regelfall aus dem Fondsvermögen bezahlt wird. Diese Gebühr kann bei großen Fonds bis zu 0,3 Prozent des Fondsvolumens per anno ausmachen.

Zusätzlich ist die Depotbank berechtigt, eine Transaktionsgebühr von bis zu 100 Euro je Transaktion, die nicht über die Depotbank getätigt wird, zu erheben. Auch eine zusätzliche Verwahrgebühr von bis zu 0,1 Prozent pro Jahr ist rechtens. Neben den genannten Vergütungen verlangen einige Gesellschaften eine weitere tägliche Vergütung in Höhe von bis zu 0,75 Prozent pro Jahr. 

Performance Fee

Die Performance Fee ist eine erfolgsabhängige Gebühr. Wenn ein aktiv gemanagter Fonds eine bessere Wertentwicklung aufweist als ein vorher festgelegter Vergleichsindex, wie zum Beispiel der DAX, wird die Performance Fee gezahlt. Wenn eine Performance Fee von 20 Prozent vorgesehen ist, bedeutet das zum Beispiel: Ein Kunde hat ein Fondsvermögen in Höhe von 20.000 Euro. Der Fonds hat in diesem Jahr sechs Prozent Plus gemacht, der Vergleichsindex nur vier Prozent. Das Mehr an Rendite von zwei Prozent sind 400 Euro. Davon bekommt die Gesellschaft 20 Prozent, also 80 Euro. 

Performance Fees sind an ganz unterschiedliche Bedingungen geknüpft. Die Investmentgesellschaft profitiert von einem besseren Abschneiden im Vergleich zum Vergleichsindex, muss sich aber nicht zwangsweise auch an Verlusten beteiligen, falls der Index besser war.

Es ist auch möglich, dass Anleger Performance Fee`s zahlen müssen, obwohl der Fonds Verluste gemacht hat. Wenn der Vergleichsindex zehn Prozent Minus gemacht hat, der Fonds aber nur sechs Prozent Minus, war er besser als der Vergleichsindex. Dann lässt die

Investmentgesellschaft es sich vergüten, dass der Fond zwar Verluste gemacht hat, aber eben nicht so viel wie andere. 

Transaktionskosten

Transaktionskosten entstehen, wenn im Fonds eine Umschichtung der Wertpapiere stattfindet, also beispielsweise Aktien verkauft und andere dafür gekauft werden. Bei einer solchen Umschichtung entstehen Transaktionskosten, die von den Anlegern bezahlt werden. Je öfter umgeschichtet wird, desto mehr Gebühren müssen gezahlt werden und desto geringer ist die Rendite.

Wegen mangelnder Transparenz bleibt die Höhe der Transaktionskosten in der Regel im Dunkeln. Eine Ausweisung der relevanten Daten im Fondsprospekt geschieht laut Studie der Verbraucherzentrale NRW kaum oder nur unzureichend. 

Sonstige Gebühren

Der Fantasie sind bei den sonstigen Kosten keine Grenzen gesetzt. Rechtliche Vorgaben gibt es so gut wie nicht. So kann es passieren, dass Anleger nicht nur den Ausgabeaufschlag beim Kauf bezahlen, sondern auch einen Rücknahmeabschlag bei der Rückgabe der Anteilsscheine. Und wenn ein Fonds Geld einnimmt, weil er Wertpapiere verleiht, dann kassiert die Gesellschaft dafür oft auch eine Gebühr. Hier empfiehlt sich eine genaue Prüfung der Fondsunterlagen und des amtlichen Verkaufsprospekts um herauszufinden, welche sonstigen Kosten anfallen können.

Eine Hilfe beim Vergleich von Fonds anhand der anfallenden Kosten ist die Total Expense Ratio (TER). Die TER ist eine Gesamtkostenquote, die für Transparenz sorgen soll. Das gelingt allerdings nur zum Teil. Grund ist, dass in der TER nicht alle Kosten enthalten sind. So sind weder die Ausgabeaufschläge enthalten, noch die erfolgsabhängigen Gebühren (Performance Fee`s). Die Aussagekraft der TER ist daher begrenzt. Laut Morningstar liegt sie bei Aktienfonds bei gut zwei Prozent.

Im Sparkassen-Lager wird zur Beruhigung der Gemüter aber auch darauf verwiesen, dass Rüdiger seine Berufsausbildung bei einer Raiffeisenbank absolviert habe und bisher nicht als passionierter Investmentbanker aufgefallen sei. Ex-Deka-Chef Franz Waas, der Anfang April nach einem Streit über Boni in Millionen-Höhe vor die Tür gesetzt wurde, hatte nach dem Geschmack vieler Sparkassen-Funktionäre ein zu großes Faible fürs Investmentbanking. Die Sparkassen sind seit vergangenem Jahr alleiniger Eigentümer der Deka.

Rüdiger ist bei Credit Suisse auch für das Investmentbanking zuständig, kommt jedoch aus der Vermögensverwaltung. In seiner derzeitigen Position hat er auch zahlreiche repräsentative Aufgaben. Im Umfeld von Credit Suisse wird Rüdigers Abgang bedauert. „Das ist ein guter Mann. Es ist aber verständlich, dass er sich weiterentwickeln will“, sagte ein Insider.

Oliver Behrens, der die Deka seit dem Rauswurf von Waas Anfang April kommissarisch leitet, übernimmt die neu geschaffene Position als stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Behrens hatte neben DZ-Bank-Vorstand Lars Hille und dem ehemalige BayernLB -Vorstand Stefan Ermisch als potenzieller Kandidat für den Deka-Chef-Posten gegolten.

Die wichtigsten Fondstypen im Überblick

Aktienfonds

Wie der Name schon sagt, legen diese Investmentfonds in Aktien an. Aufgrund der breiten Anlagestreuung ist ein Investment in Aktienfonds weniger risikoreich als eine Direktanlage in Einzeltitel. Aktienfonds haben spezielle Anlageschwerpunkte – etwa bestimmte Branchen, Länder, Regionen oder Anlagestile.

Börsengehandelter Indexfonds (ETF)

Dieser Investmentfonds – auch Exchange Traded Funds (kurz ETF) genannt – bildet einen Index wie beispielsweise den Dax eins zu eins nach. Die Zusammensetzung dieses Fonds verändert sich nur, wenn sich die Zusammensetzung des zugrunde liegenden Index verändert. Deshalb spricht man von einem passiven Investment. ETFs können fortlaufend über die Börse gehandelt werden. Ihre Verwaltungsgebühren sind sehr gering, Ausgabeaufschläge wie bei „aktiv“ gemanagten Fonds entfallen.

Geldmarktfonds

Für die kurzfristige Anlage eignen sich vor allem Geldmarktfonds. Sie investieren in Geldmarktinstrumente wie beispielsweise Festgeld und kurz laufende, festverzinsliche Wertpapiere. Die Kursschwankungen dieser Fonds sind gering, die Renditeaussichten allerdings auch.

Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds legen das Geld der Anleger in Grundstücken, Erbbaurechten und Beteiligungen an Büro- und Geschäftsimmobilien an. Anleger profitieren von den Miet- und Zinseinnahmen sowie den Wertsteigerungen der Immobilien. Die Anzahl der ausgegebenen Anteile ist anders als bei geschlossenen Immobilienfonds nicht begrenzt.

Lebenszyklusfonds (Zielfonds)

Sogenannte Lebenszyklusfonds sind im Grunde Mischfonds mit einem bestimmten Anlageziel beziehungsweise -horizont. Die Lebenszyklusfonds haben eine feste Laufzeit, gegen Ende dieses Zeitraums – das können 20, 25 oder 30 Jahre sein – schichtet das Fondsmanagement schrittweise von Aktien in Anleihen um, um das Kapital und die angefallenen Kursgewinne zu sichern.

Mischfonds

Diese Fonds legen in Aktien und Anleihen an. Der Fondsmanager kann so in stagnierenden oder fallenden Märkten verzinsliche Wertpapiere übergewichten, bei steigenden Akteinkursen den Anlageschwerpunkt aber wieder verlagern. Das Ziel: einen höheren Ertrag als reine Rentenfonds zu erzielen und beim Risiko niedriger als bei einem Aktienfonds zu liegen. Der typische Aktienanteil liegt zwischen 30 und 70 Prozent – je nach Geschmack der Anleger.

Rentenfonds

Rentenfonds investieren ausschließlich oder überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere wie Pfandbriefe, Kommunalobligationen oder Länder- beziehungsweise Unternehmensanleihen. Da regelmäßig Erträge in Form von Zinszahlungen anfallen, bieten Rentenfonds in der Regel stetige Erträge.

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

14.08.2012, 16:56 Uhr

Geil, der Typ sieht aus wie "Graf Zahl" ....

donolli

14.08.2012, 17:04 Uhr

Pomade und das Grinsen, macht der Zunft der Bänker alle Ehre. Ein Klischee perfekt ausgefüllt! das ist doch ein Witz oder? Ich dachte 1. April ist schon vorbei!

Franz

14.08.2012, 17:41 Uhr

Deka genauso wie UnionInvestment DWS oder AllianzGlobalInvestors sind alle dem Untergang geweiht. Aktives Fondsmanagement ist das Geld nicht wert, dass sie verdienen. Studien zufolge haben Anleger um 1,5 Prozent pro Jahr höhere Verluste bzw. geringeren Gewinn gegenüber Indexfonds (ETFs). Aktives Fondsmanagement ist nicht in der Lage dauerhaft eine Outperformance gegenüber einem Index zu erzielen. Das Gegenteil ist der Fall. Anleger zahlen mit hohen Gebühren auch für Fehlentscheidungen. Die gewaltigen Gebühren werden durch einen Vergleichsrechner transparent: http://www.fonds-etf.de/Vergleichsrechner_ETF-Fonds_zu_aktiven_Fonds?Zp=99

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