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03.09.2014

15:02 Uhr

„Cum-Ex-Deals“

Maschmeyer will fast 30 Millionen Euro von Sarasin

Zahlreiche Unternehmer wie AWD-Gründer Maschmeyer hatten über die Schweizer Privatbank Sarasin in Fonds investiert, die sich die Kapitalertragsteuer mehrfach erstatten ließen. Jetzt werden neue Details bekannt.

Carsten Maschmeyer will sein Geld zurück. dpa

Carsten Maschmeyer will sein Geld zurück.

Hamburg/ZürichAWD-Gründer Carsten Maschmeyer soll von der Schweizer Privatbank Sarasin 27 Millionen Euro zurückfordern. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin „Bilanz“ in einer Vorabmeldung. Die Bank hatte bei prominenten und wohlhabenden Anlegern hohe Millionenbeträge für einen Fonds eingesammelt. Der Fonds steht in dem Verdacht, von der mehrfachen Abrechnung der Kapitalertragssteuer bei Aktiengeschäften rund um den Dividendenstichtag profitiert zu haben – sogenannte „Cum-Ex-Deals“.

Maschmeyer hatte gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Veronica Ferres und dem befreundeten Fußballtrainer Mirko Slomka insgesamt 40 Millionen Euro in Fonds des Anbieters Sheridan investiert, die ihm Sarasin vermittelt hatte. Da die Finanzämter die Steuerrückzahlung verweigern, erlitt Maschmeyer einen Verlust von 19 Millionen Euro. Das hatte das Handelsblatt bereits im April berichtet.

Die 15 goldenen Regeln von Carsten Maschmeyer

Werden Sie Finanzwissender

Wer in Finanzfragen unberaten bleibt, bleibt auch vermögenslos. Werden Sie ihr eigener Finanzberater, ihr „Geldverbesserer“: Lassen Sie sich schon von Anfang an gut informieren und verschaffen Sie sich selbst in Eigenarbeit Fachwissen, nur so kann ihnen Vermögensaufbau auch wirklich gelingen.

Geben Sie weniger aus, als Sie einnehmen

Es klingt banal, ist dennoch der entscheidende Grundsatz, achten Sie darauf, dass ihre Ausgaben stets unter Ihren Einnahmen liegen. Handeln Sie nach folgender Regel (EKG):

Einnahmen erhöhen

Kosten senken

Gewinn anlegen

Entwickeln Sie Ihren Wohlstandsplan

Sie können Ihren Weg in den Wohlstand nicht ohne „Geld-Guide“ starten. Wie Sie bei einer Reise einen Reiseplan brauchen, benötigen Sie einen Wohlstandsplan, um mit dieser längerfristigen Finanzplanung einen kontinuierlichen und verlässlichen Überblick über ihre monatlichen Ein- und Ausgaben zu erlangen.

Machen Sie den Finanz-Check

Oft ist man sich der eigenen „Cash-Burn-Rate“ (Geldverbrennungsrate) gar nicht bewusst. Machen Sie deshalb einen umfassenden Finanzcheck. Darin sollten aber nicht nur Abbuchungen über die Miete, Hypothekenzahlungen etc. vorhanden sein, sondern auch alltägliche Kosten für beispielsweise Lebensmittel, Gesundheit und Freizeit. Nur dann können Sie Ihre eigene Finanzsituation korrekt einschätzen.

Kaufen Sie Assets - Nicht Liabilities!

Es gilt der Grundsatz Vermögenswerte („Assets“) kontra Verbindlichkeiten („Liabilities“). „Liabilities“ sind Verpflichtungen, wie z.B. laufende Kosten bei einem Ferienhaus, das Sie besitzen. „Assets“ wiederum stellen Atien oder vermietete Immobilien dar, sie sorgen also für einen Geldzuwachs. Fragen Sie sich also bei jeder Anschaffung, in welche Kategorie diese fällt.

Kaufen Sie nur, was Sie sofort bezahlen können

Widerstehen Sie dem unmittelbaren „Ausgabereflex“! Fragen Sie sich immer, ob Sie das, was Sie da gerade erwerben wollen, wirklich jetzt benötigen. Machen Sie jeden Monat Kassensturz und legen Sie einen teil Ihres zur Seite, denn über einen Dispokredit freut sich höchstens Ihre Bank.

Vorsicht vor dem Giro-Kreisel!

Stehen Sie zum eigenen Finanzengpass, wenn Sie ihm gegenüber stehen. Natürlich kann man häufig sein Konto -und die Bank sieht das auch gerne-, aber im Endeffekt kommt Ihnen so ein Überzeihungskredit sehr teuer zu stehen. Sie nehmen zwar kein richtiges Darlehen auf aber haben eine enorme Zinslast. Schulden Sie Ihren Überziehungskredit deshalb um in ein günstigeres Darlehen und tilgen sie sofort.

Bares statt Plastik

Wer das Geld, das ihm sprichwörtlich durch die Finger rinnt auch wirklich fühlt, verhält sich vernünftiger. Bezahlen Sie also besser immer mit Bargeld, anstatt mit der Kredit- oder EC-Karte. Hinzu kommt, dass sich der Kredit auch schon mal in einen hochverzinsten Langzeitkredit wandeln kann, wenn man den Rechnungsbeleg nicht decken kann.

Schulden sind nicht gleich Schulden

Schulden sind nicht gleich Schulden, wenn die Schulden notwendig sind, um eine Investition in etwas Gewinnversprechendes tätigen zu können. Es besteht natürlich immer ein gewisses Risiko, aber solange man Darlehen auf etwas, das im Wert steigt oder zumindest stabil bleibt nimmt, ist es durchaus sinnvoll. Als Beispiel sind hier Immobilien anzuführen.

Auch Leasen bringt Sie in die Miesen

Leasing ist nur eine andere Art des Darlehens. Die monatliche Rate beim Leasing ist zwar geringer als bei einem herkömmlichen Kredit, allerdings gehört Ihnen das Fahrzeug zum Abschluss hin ja noch nicht einmal. Theoretisch müssten Sie also noch während Sie die monatlichen Raten für das Leasing bezahlen, schon nebenbei für das nächste Auto sparen.

Auf der Ausgabenseite entsteht Wohlstand

Essentiell, für den gelungenen Aufbau eines eigenen Vermögens, ist die Sparquote. Denn: 100 Euro Lohnerhöhung sind nur brutto, während 100 Euro gespart, auch tatsächlich 100 Euro netto sind. Ein gesparter Euro, ist also mehr wert als ein Euro Mehrverdienst.

Teilen Sie ihre Einkünfte auf zwei Konten auf

Überweisen Sie immer etwa 10 Prozent Ihrer Einnahmen auf ein von ihnen extra für diesen Zweck eingerichtetes „Ich-Konto“. Mit diesem Konto bauen sie kontinuierlich ein eigenes Vermögen auf - mit dem anderen finanzieren Sie Ihre Lebenserhaltungskosten. Fassen Sie das „Ich-Konto“ nur im absoluten Notfall an.

Lassen Sie ihr Geld für sich arbeiten

Sie arbeiten nicht nur für Ihr Geld, Sie müssen auch mit ihm arbeiten! Vermehren Sie es durch geschicktes Anlegen und werden Sie dadurch wohlhabend. Grundsätzlich gilt also: Sparen: ja; Investieren: jein; Spekulieren: nein.

Lernen Sie aus meinen Erfahrungen

Die Erfahrung lehrt: Setzten Sie als Normalverdiener auf lang laufende, professionell gemanagte Investmentfonds - damit können Sie auf Dauer die besten Renditen erzielen, auch im Vergleich zum breiten Aktienmarkt.

Versicherungen sichern Ihr Einkommen

Solange Sie Ihren Beruf ausüben können, haben Sie auch ein gesichertes Einkommen. Doch sollten Sie auch dafür Sorge tragen, dass der monatliche Geldzufluss auch bei Krankheit nicht versiegt. Versicherungen z.B. gegen Berufsunfähigkeit oder Altersarmut, bedeuten also einen garantierten Erhalt des Einkommens.

Im Streit um die Verluste hatte sich Maschmeyer mit anderen Bank-Kunden verbündet. „Die Anwälte der Geschädigten arbeiten jetzt in dem Fall zusammen und tauschen Dokumente aus“, sagte Maschmeyer dem Handelsblatt im April. Es ginge um ein Anlagevolumen von rund 300 Millionen Euro verteilt auf rund 50 Kunden. Der AWD-Gründer bestreitet, die Fondskonstruktion gekannt zu haben. Diese Details seien ihm vorenthalten worden.

Auf der Liste der Anleger sollen laut „Bilanz“ auch die Immobilienunternehmer-Familie Hurler sowie die Paderborner Lebensmitteldynastie Stute stehen. Auch der Drogeriekönig Erwin Müller klagt gegen Sarasin. Laut dem Bericht soll er 50 Millionen Euro Schadenersatz fordern.

Inzwischen ermittelt die Züricher Staatsanwaltschaft wegen Bruch des Bankgeheimnisses, da Müllers Beweisführung auch auf internen Bankunterlagen beruht.

Kommentare (5)

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Herr Markus Gerle

03.09.2014, 16:17 Uhr

Na, wenn ich mir so ansehe, was der AWD damals den Leuten so angedreht hat, finde ich es eigentlich total klasse, dass nun mal der Maschmayer über den Tisch gezogen wurde. Ich persönlich bin in jungen Jahren auch auf den AWD rein gefallen und habe mir immerhin nur die falsche PKV andrehen lassen. Und für eine völlig bescheuerte Analyse habe ich damals 80,-EUR gezahlt. Damals kannte ich mich halt noch nicht aus. Von der Ramschimmobilie, die mir der AWD verkaufen wollte, habe ich glücklicherweise die Finger gelassen. Maschmayer ist reich geworden, indem er bzw. sein Laden andere über den Tisch gezogen hat. Wenn er nun selbst mal abgezockt wurde, so ist dies eigentlich nur zu begrüßen.

Herr Wolfgang Trantow

03.09.2014, 16:52 Uhr

Sollte Hr. Maschmeyer nicht die Verluste, die er wollte, an seine Kunden endlich bezahlen????

Herr Tenzin Konchuk

03.09.2014, 17:09 Uhr

Wie weit muss die Gier denn bitte noch gehen ???
Wann ist diese Clique denn einmal zufrieden.
Der Strukturvertrieb und das Multilevel Marketing nach Schneeballprinzip war doch selbst nicht mehr nur im Graubereich eines StgB angekommen. Herr Maschmeyer bezahlt diesen betrag doch aus seiner Portokasse.
Das ist im Sinne eines Baulöwen Schneider doch nur Peanuts.
Nun nicht für das Volk andem der AWD gütlich wie ein Vampir ähnliches Wesen gesaugt hat.

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