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Special

Special: Cum-Ex

16.03.2016

15:00 Uhr

Eric Sarasin

Geld-Mann in der Grauzone

Eric Sarasin war der letzte Vertreter der traditionsreichen Schweizer Bankiersfamilie J. Safra Sarasin. Die Geschäfte zu Lasten der deutschen Steuerzahler beendeten seine Karriere. Inzwischen ist er Kronzeuge.

Eric Sarasin brauchte ein neues Produkt für seine verwöhnten Kunden. Der Kalender zeigte das Jahr 2010, es war eine Zeit, in der deutsche und internationale Kunden Milliarden-Vermögen aus der Schweiz abzogen. Das faktische Ende des Bankgeheimnisses machte auch der seit 1841 bestehenden Privatbank J. Safra Sarasin zu schaffen. Doch der Chef hatte eine Lösung parat.

Das Zauberwort hieß Cum-Ex. Zwölf Prozent Rendite, kein Risiko. Eric Sarasin brauchte nicht lange, um Kunden wie Erwin Müller oder Carsten Maschmeyer von der Anlage zu überzeugen. Auch Milliardäre suchten in Zeiten der Niedrigzinsen dringend nach Möglichkeiten, ihr Geld mal richtig für sie arbeiten zu lassen. Ob Eric Sarasin ihnen beim Verkaufsgespräch offenbarte, dass ihre Gewinne aus der Steuerkasse gezahlt würden, ist eine Frage, auf die heute unterschiedliche Gesprächspartner sehr unterschiedliche Antworten geben.

Sein Ruf jedenfalls ist dahin. Als Ende 2014 bei den Kunden des Schweizer Bankiers deutsche Staatsanwälte anrückten, geriet auch Eric Sarasin ihr Visier. Sarasin trat von seinem Posten bei der Bank zurück. Anfang 2016 gelang es ihm, die Ermittler abzuschütteln. Er sagte umfassend aus – und zahlte 200.000 Euro. Das Verfahren gegen Eric Sarasin wurde eingestellt. Die Affäre läuft weiter.

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