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Special

Special: Cum-Ex

16.03.2016

15:00 Uhr

Valovis Bank

Geld und Vorstand sind weg

Das Nachfolgeinstitut der Karstadt Quelle Bank hat knapp 50 Millionen Euro mit einem Cum-Ex-Fonds verloren. Jetzt verklagt sie ihren ehemaligen Vorstandschef Theodor Knepper. Der bestreitet, seine Pflichten verletzt zu haben.

Die Valovis Bank gehört zu den Überbleibsel der deutschen Wirtschaft, die der traditionsschwere Karstadt-Konzern bei seinem Untergang hinterließ. Rudolph Karstadt eröffnete im Mai 1881 sein erstes Einzelhandelsgeschäft in Wismar, im Laufe der vielen folgenden Dekaden wurde die Kette zu einem der bekanntesten Namen der deutschen Innenstädte. Das Unternehmen wandelte und weitete sich aus, im Dezember 2001 wurde in Essen die Karstadt Hypothekenbank AG gegründet. 2007 firmierte sie um in die Valovis Bank AG, 2014 wurden wesentliche Teile des Geschäfts von der Targobank übernommen.

Bevor sie zerlegt wurde, stieg die Valovis Bank aber groß in den Handel von Aktien mit (Cum) und ohne (Ex) Dividendenanrecht ein. Konkurrenten hatten vorgezeigt, wie hier praktisch ohne jedes Risiko zweistellige Renditen erzielt werden konnten, solange nur die Finanzämter mitspielten. Ab 2010 spielte auch Valovis mit – und setze gleich zu Beginn 50 Millionen Euro.

Der erste Deal klappte, der zweite ging schief. Nicht nur, dass die Rendite ausblieb, auch der Einsatz von erneut 50 Millionen Euro war zu 90 Prozent futsch. Das Geld der Valovis steckt in einem Fonds der Luxemburger Finanzfirma Sheridan, die schwer unter Beschuss diverser Behörde kam. Gut möglich, dass das Geld seinen Weg zurück nach Essen nie finden wird.

Die Valovis Bank macht für das Debakel ihren ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Theodor Knepper verantwortlich. Wegen angeblicher Pflichtverletzungen hat das Institut Knepper auf knapp 50 Millionen Euro verklagt. Das Landgericht Essen allerdings hat sich in erster Instanz auf die Seite Kneppers geschlagen. Jetzt liegt der Fall beim Oberlandesgericht Hamm.

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