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23.01.2005

07:50 Uhr

Dach- und Kellerausbau rechtfertigt neue Verteilung

Eigentümer haben Recht auf neue Kostenquote

Baut ein Wohnungseigentümer seine Wohnung im Dachgeschoss aus, haben die übrigen Wohnungseigentümer einen Anspruch darauf, dass der Kostenverteilungsschlüssel entsprechend der neuen Wohnflächen geändert wird.

HB/crz GARMISCH. Das gilt nach einem aktuellen Beschluss des Bundesgerichtshofs (BGH) selbst dann, wenn die Teilungserklärung hierzu keine Regelung enthält.

Der entschiedene Fall betraf eine Gemeinschaft von vier Wohnungseigentümern. Als zwei der Eigentümer die zu ihrem Sondereigentum gehörenden Räume im Dachgeschoss und im Keller ausbauten und sich dadurch ihre Wohnflächen um 157 und 32 Quadratmeter erhöhten, verlangten die beiden anderen eine Änderung der Kostenverteilung. Diese sah bisher eine Aufteilung der Nebenkosten ausschließlich nach dem Verhältnis der Miteigentumsanteile vor. Eine künftige Quotelung nach der Wohnfläche lehnten die durch den Umbau begünstigten Eigentümer ab.

Der BGH urteilte: Die durch den Umbau begünstigten Eigentümer müssen einer Änderung der Kostenverteilung zustimmen. Danach sind die Nebenkosten nach dem Verhältnis der Wohn- und Nutzflächen umzulegen und nicht nach dem im Grundbuch eingetragenen Verhältnis ihrer Miteigentumsanteile.

Das sei zwar grundsätzlich nur möglich, wenn alle Wohnungseigentümer zustimmen. Die benachteiligten Eigentümer können aber laut Richterspruch gleichwohl die Zustimmung zur Änderung des Kostenschlüssels verlangen, weil die geltende Regelung zu grob unbilligen Ergebnissen führt. Nach dem Verhältnis der Miteigentumsanteile hätten die Eigentümer mit den beiden kleineren Einheiten sonst 58 % mehr Kosten tragen müssen.

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