Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

07.02.2012

18:12 Uhr

Daimler-Manager Wolfgang Bernhard

Als Zetsche-Nachfolger in Stellung gebracht

VonCarsten Herz, Martin-W. Buchenau, Tino Andresen

ExklusivDaimler bindet seinen Top-Manager Wolfgang Bernhard vorzeitig für weitere fünf Jahre an sich. Das dürfte auch hinsichtlich der Nachfolge von Konzernchef Dieter Zetsche ein Fingerzeig sein. Dessen Vertrag läuft bald aus.

Wolfgang Bernhard macht sich in der Öffentlichkeit so rar, dass es kaum aktuelle Fotos von ihm gibt. Dieses Bild ist mehr als fünf Jahre alt. dpa

Wolfgang Bernhard macht sich in der Öffentlichkeit so rar, dass es kaum aktuelle Fotos von ihm gibt. Dieses Bild ist mehr als fünf Jahre alt.

Frankfurt/DüsseldorfDer Aufsichtsrat des Autokonzerns Daimler will den im kommenden Frühjahr auslaufenden Vertrag mit Vorstand und Mercedes-Vize Wolfgang Bernhard frühzeitig verlängern. Der 51-Jährige, der vor zwei Jahren von Konzernchef Dieter Zetsche in das oberste Führungsgremium des Autobauers berufen worden war und dort Produktion und Einkauf verantwortet, erhalte einen neuen Kontrakt mit einer Laufzeit von fünf Jahren, hieß es aus dem Umfeld des Unternehmens. Bernhard gilt als Kronprinz von Zetsche und als einer der besten Automanager Deutschlands. Das Unternehmen wollte die Informationen nicht kommentieren.

Die Spitzenpersonalie werde voraussichtlich im April im Kontrollgremium fest gezurrt, hieß es. Die Vertragsverlängerung ist auch als Signal zu verstehen, dass der als potenzieller Nachfolger von Daimler-Boss Dieter Zetsche gehandelte Bernhard weiter geduldig auf seine Chance wartet, obwohl der Vorstandschef in seiner Doppelfunktion als Chef von Daimler und Mercedes auch nach sechs Jahren an der Spitze keine Anstalten macht, wenigstens für den Topposten der wichtigen Pkw-Marke einen Nachfolger zu benennen.

Die Hoffnungen schwinden damit für den 2009 zu Daimler zurückgekehrten einstigen Shootingstar Bernhard, Zetsche bald als Boss der wichtigsten Daimler-Sparte zu beerben. Zumal es als wahrscheinlich gilt, dass Zetsches Vertrag, der mit dem Jahr 2013 endet, noch einmal bis Ende 2016 verlängert wird.

Die Geduld von Bernhard wird also strapaziert. Aber er wird wohl wissen, dass es sein letzter Versuch ist, die Spitze eines deutschen Autobauers zu erobern. Zweimal ist er bereits aus aussichtsreicher Position gescheitert. Bei Daimler war er bereits designierter Chef der wichtigsten Marke Mercedes und galt als ein möglicher Erbe von Konzernchef Jürgen Schrempp, bis er sich mit diesem verstritt und den Konzern verließ.

Kommentare (2)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Koboldo

07.02.2012, 22:23 Uhr

Für die Mitarbeiter von Daimler tut es mir leid, dass dieser Mann an die Spitze eines schwäbischen Unternehmens gehievt wird. Er tut sich schwer mit der Seele des Betriebs und deren schwäbische Mentalität...

bjarki

08.02.2012, 01:34 Uhr

Herzlichen Glückwunsch an Herrn Bernhard. Er ist nicht nur das ewige Talent, sondern einer der profiliertesten Naturtalente im deutschen Managerbereich. Er hat seinen eigenen Kopf und das ist gut so, auch wenn es ihn in seiner Karriere dadurch fast ein Jahrzehnt zurückgeworfen hat. Daimler ist ein Globalplayer, die Seele eines Schwaben spielen im modernen Management keine Rolle mehr. Das ist bedauerlich aber Realität. Aber wer Seele sehen will, der halte sich an Bernhard.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×