Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.11.2013

10:51 Uhr

Daimler steigt bei BAIC ein

Auf Kuschelkurs mit dem Staatsbetrieb

VonFinn Mayer-Kuckuk

Daimler bekommt grünes Licht für einen Einstieg beim chinesischen Partnerunternehmen BAIC. Die Freude der Chinesen ist groß: „Nichts wird uns jemals trennen können“, schwärmt BAIC-Chef Xu Heyi.

Dieter Zetsche und BAIC-Ceo Heyi Xu kurz nach der Vertragsunterzeichnung. Der Einstieg von Daimler bei seinem chinesischen Partner ist nun besiegelte Sache. dpa

Dieter Zetsche und BAIC-Ceo Heyi Xu kurz nach der Vertragsunterzeichnung. Der Einstieg von Daimler bei seinem chinesischen Partner ist nun besiegelte Sache.

PekingDer Autohersteller Daimler baut seit Montag nahe der chinesischen Hauptstadt Peking nicht nur Autos, sondern auch die nötigen Motoren dazu. „Die Produktion vor Ort wird uns im Wettbewerb stärker machen“, sagt China-Vorstand Hubertus Troska bei der Eröffnung des Werkes. Die Kapazität der neuen Fabrik liegt bei rund 300.000 Motoren pro Jahr. Daimler und sein chinesischer Partner haben dafür 400 Millionen Euro ausgegeben. Bisher hat Daimler Motoren ausschließlich in Deutschland gefertigt.

Auf ins Ausland: Fakten zur Expansion

800.000

800.000 von 3,55 Millionen Mittelständlern sind auf internationalen Märkten aktiv. Unter Unternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten exportieren 21 Prozent ihre Waren ins Ausland. Bei größeren Betrieben liegt die Quote mit 23 Prozent nicht nennenswert höher.

(Quelle: ZEW, KfW Bankengruppe)

85 Prozent

85 Prozent aller Auslandsinvestitionen von kleinen Unternehmen werden aus Eigenmitteln bestritten – nur 14 Prozent erhalten dafür einen Bankkredit. Insgesamt hat jedes dritte Unternehmen Geldprobleme, wenn es seine internationalen Aktivitäten ausweiten will.

70 Prozent

70 Prozent aller Auslandsinvestitionen haben das Ziel, neue Kunden zu gewinnen. Hinter 16 Prozent der Expansionsvorhaben steht indes die Absicht, auswärts billigere Arbeitskräfte zu finden.

231.000

231.000 Euro Umsatz erzielen deutsche High-Tech-Unternehmen, die auf Auslands märkten aktiv sind, durchschnittlich im ersten Geschäftsjahr – fast doppelt so viel wie Unternehmen, die nur den Heimatmarkt bedienen. Wer international erfolgreich ist, wächst außerdem schneller.

Ebenfalls eine Neuerung, die früher undenkbar gewesen wäre: Daimler baut das Herzstück seiner Autos nun mit einem chinesischen Partnerunternehmen zusammen. Das Werk gehört zur Hälfte dem Pekinger Staatsbetrieb Beijing Automotive Industry Holding (BAIC). Mit den Chinesen wird Daimler also künftig sein Ingenieurwissen über den Motorenbau teilen.

Die Zusammenarbeit mit BAIC wird Daimler nochmals vertiefen. Im Februar hatten die Stuttgarter bereits angekündigt, sich mit zwölf Prozent an der Tochtergesellschaft BAIC Motor beteiligen zu wollen. Das Vorhaben einer Kapitalverflechtung hatte sich wegen regulatorischer Prüfungen verzögert.

Am heutigen Dienstag hat Daimler grünes Licht für den Einstieg von der Zentralregierung bekommen. „Das strategische Investment stellt unsere langfristige Bindung an China und unsere Partner unter Beweis“, sagte Vorstandschef Dieter Zetsche. Daimler wird künftig 51 Prozent am Joint Venture mit BAIC für den Vertrieb halten. BAIC kontrolliert im Gegenzug 51 Prozent des Gemeinschaftsunternehmens für die Produktion.

Zum ersten Mal steigt damit ein ausländischer Autohersteller bei einem chinesischen Partner ein - bisher galten gerade Staatsunternehmen als weitgehend unzugänglich. Dem Vernehmen nach soll Daimler nun sogar zwei Sitze im Verwaltungsrat von BAIC erhalten. Die Freude der Chinesen ist groß: „Nichts wird uns jemals trennen können“, schwärmte BAIC-Chef Xu Heyi am Montag.

Kommentare (4)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

19.11.2013, 11:14 Uhr

„Nichts wird uns jemals trennen können“, schwärmt BAIC-Chef Xu Heyi. Oje, das lässt Böses ahnen.

Account gelöscht!

19.11.2013, 11:55 Uhr

Hoffentlich nicht wieder so eine Pleite wie damals mit USA und Chrysler. Eigentlich hatte ich gedacht, daß Fehler sich n i c h t wiederholen sollten.
Man wird abwarten müssen.

scharfschuetze

19.11.2013, 12:15 Uhr

Man erinnere sich an andere tolle Daimler-Kooperationen:
Chrysler, Mitsubishi, Ssang Yong, Tata.... die Liste der Pannen ist lang. Erfolge? Hmmmmm.....nichts bekannt.
Ganz toll, daß damit in China Arbeitsplätze geschaffen werden. Ganz toll auch, daß Daimler dann chinesische Motoren hier bei uns verkaufen will. Natürlich zum selben Preis wie vorher. Und das aus einem Land, welches nicht mal einfachstes Kinderspielzeug in brauchbarer Qualität produziert kriegt. Rechtlich kann man dagegen wohl nichts tun. Aber eines schon: keinen Daimler mehr kaufen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×