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17.02.2016

12:10 Uhr

Daimler-Tochter Moovel

Mobilitäts-App bekommt neuen Chef

Mit seinen Digitalangeboten will sich Daimler neu erfinden. Nun muss einer der Vordenker gehen: Moovel-Chef Robert Henrich verlässt das Unternehmen. Sein Nachfolger ist ein Vertriebsprofi.

Egal ob Auto, Fahrrad oder Bahn - Mobilität wird über eine App gebucht und bezahlt. dpa

Moovel-App

Egal ob Auto, Fahrrad oder Bahn - Mobilität wird über eine App gebucht und bezahlt.

DüsseldorfDaimlers Digitaltochter Moovel hat einen neuen Chef: Jörg Lamparter soll künftig die Geschäfte der Mobilitäts-App leiten, zu der auch die internationalen Töchter Ridescout und Globe Sherpa gehören. „Sein Vorgänger Robert Henrich hat das Unternehmen verlassen“, teilt der Autobauer per Pressemitteilung mit. Der Beisatz „auf eigenen Wunsch“ fehlt. Wie freiwillig der Abgang von Henrich ist, will das Unternehmen auf Nachfrage nicht kommentieren.

Henrich hatte die Mobilitätsdienste von Daimler in den vergangenen Jahren in führender Position mitentwickelt, leitete unter anderem die Projektentwicklung des Carsharing-Dienstes Car2Go. Auch wenn ein Moovel-Sprecher auf Nachfrage betont, dass auch Lamparter Start-up-Erfahrung mitbringt, dürfte er bei Moovel vor allem für die Professionalisierung des Serviceangebots zuständig sein. „Jörg Lamparter bringt für die neue Aufgabe viel Vertriebserfahrung und eine ausgeprägte Kundenorientierung mit“, lobt Klaus Entenmann, Vorstandsvorsitzender der Daimler Financial Services, den Neuen.

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Mit Lamparter kommt nicht unbedingt ein Visionär, sondern ein Rechner. Der 45-jährige Diplom-Kaufmann leitete in den vergangenen Jahren den Vertrieb der Mercedes-Benz Bank. Statt Leasingangebote soll er nun die vernetzten Mobilitätsangebote des Autobauers weiterentwickeln. Bisher erwirtschaftet Daimler in diesem Segment noch Verluste. Das Geschäft von Moovel ist auf Expansion ausgelegt. Über die App sollen Bahntickets und Carsharing-Autos gebucht und bezahlt werden. In den nächsten Monaten soll das Angebot in mehreren deutschen Großstädten verfügbar sein. Dahinter steckt die Strategie, eine führende Mobilitätsplattform aufzubauen.

In der konzerninternen Hierarchie hatte Moovel in den vergangenen Monaten dennoch an Relevanz eingebüßt. Nur ein Jahr, nachdem man die Mobilitätsdienste Car2go und Mytaxi in die Moovel Group eingegliedert hatte, machte der Konzern diesen Schritt wieder rückgängig. Bei Moovel und damit in Henrichs Verantwortungsbereich verblieb das Geschäft mit der App und das Moovel Lab, eine Art Ideenwerkstatt für die Mobilität der Zukunft. Trotz einiger Werbekampagnen erreicht Moovel noch nicht die Bekanntheitswerte der Schwesterunternehmen Mytaxi und Car2go.

Von

bay

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