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17.06.2014

13:55 Uhr

DAK-Studie

Wer gut ausgebildet ist, hat weniger Stress

Chronischer Stress trifft besonders weniger gut Ausgebildete. Wie eine Studie der DAK zeigt, leiden besonders Frauen unter großem Druck. Aber auch bei Studenten macht sich Stress stark bemerkbar.

Besonders Frauen sind laut einer Studie gestresst. dpa

Besonders Frauen sind laut einer Studie gestresst.

BerlinWeniger gut Ausgebildete leiden einer Untersuchung im Auftrag der Krankenkasse DAK-Gesundheit zufolge stärker unter chronischem Stress. Angestellte mit einfachen Tätigkeiten und geringem Handlungsspielraum hätten ein höheres Stressniveau als Hochqualifizierte, teilte die Kasse am Dienstag in Berlin unter Berufung auf eine Auswertung der Belastung unter den 25- bis 40-Jährigen mit. Bei Beamten im öffentlichen Dienst zeige sich das gleiche Muster. Unter größerem Druck stünden außerdem Studenten, vor allem weibliche.

Nach Angaben der Kasse erfolgte die repräsentative Untersuchung anhand einer wissenschaftlich anerkannten Punkteskala, die die Stressbelastung misst. An- oder ungelernte Arbeiter kamen demnach im Schnitt auf 20,2 Punkte, Angestellte mit einfacher Tätigkeit auf 20,1 Punkte. Angestellte mit hochqualifizierter Tätigkeit oder Leitungsfunktion erreichten hingegen nur 17,7 Punkte.

In acht Schritten zum Burn-Out

Erster Schritt

Es beginnt alles mit dem Wunsch, sich zu beweisen. Dieser aber treibt einen in den Zwang, sich noch mehr anzustrengen, noch mehr zu leisten bzw. es allen recht zu machen. Man nimmt jeden Auftrag an, sagt immer seltener Nein. Jettet von Termin zu Termin. Und nimmt abends Arbeit mit nach Hause.

(Quelle: Lothar Seiwert, Zeit ist Leben, Leben ist Zeit)

Zweiter Schritt

Man nimmt seine eigenen Bedürfnisse nicht mehr wahr. Schläft zu wenig, isst hastig oder gar nichts. Sagt den Kinobesuch mit Freunden ab.

Dritter Schritt

Man missachtet die Warnsignale des Körpers, wie Schlafstörungen, Verspannungen, Kopfschmerzen, hoher Blutdruck, flaches Atmen, Konzentrationsschwäche.

Vierter Schritt

Um wieder funktionieren zu können, greifen manche zu Drogen wie Schmerzmitteln, Schlaftabletten, Alkohol, Aufputschern.

Fünfter Schritt

Das eigene Wertesystem verändert sich. Die Freunde sind langweilig, der Besuch mit dem Kollegen im Café verschwendete Zeit. Die Probleme mit dem Partner oder Familie nimmt man einfach nicht mehr wahr. Man zieht sich zurück aus gesellschaftlichen Kontakten. Und endet oft in völliger Isolation.

Sechster Schritt

Die Persönlichkeit verändert sich. Alles dreht sich nur noch darum, zu funktionieren, zu arbeiten. Gefühle und Emotionen werden verdrängt. Man verliert den Humor, reagiert mit Schärfe und Sarkasmus, empfindet Verachtung für Menschen, die das Faulsein genießen. Man verhärtet.

Siebter Schritt

Man verliert das Gefühl für die eigene Persönlichkeit. Spürt nur noch Gereiztheit, Schmerzen, Erschöpfung, Überlastung, Angst vor einem Zusammenbruch. Und sonst nichts mehr. Keine Freude, keine Fröhlichkeit, keine Neugierde. Der Mensch funktioniert wie eine Maschine. Die Seele erstarrt.

Achter Schritt

Die wachsende innere Leere, genährt von dem Gedanken "Wenn ich nicht arbeite, was bin ich dann?", führt zur Depression, zur völligen Erschöpfung, zum Zusammenbruch, zum Ausgebranntsein.

Die durchschnittliche chronische Stressbelastung der Bevölkerung liegt bei 19,2 Punkten, bei Frauen ist sie mit 20,7 Punkten insgesamt deutlich höher als bei Männern (17,9 Punkte). Am höchsten ist der Wert den Angaben zufolge bei alleinerziehenden Müttern (24,6 Punkten), Studentinnen (23,2 Punkte) und nicht erwerbstätigen Frauen (23,1 Punkten).

Laut DAK wurde bei der Untersuchung abgefragt, wie oft negative Erfahrungen und Situationen auftreten. Die Skala reicht von 0 (gar kein Stress) bis 48 (maximaler Stress). Wer über alle Fragebereich hinweg im Schnitt „manchmal“ angibt, erreicht einen Wert von 24 Punkten.

Als chronisch gestresst gilt, wer sich viele Sorgen macht, überlastet sowie überfordert ist und keine Anerkennung für seine Anstrengungen erhält. Das Konzept unterscheide sich damit von der im Alltag gebräuchlichen Definition von Stress als Zeitdruck oder „viel zu tun“, betonte die DAK-Gesundheit.

Von

afp

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

17.06.2014, 16:46 Uhr

Stress entsteht, wenn den Anforderungen nicht entsprechende persönliche Ressourcen gegenüber stehen:

Zum einen gibt es immer mehr Akademiker mit Minderbegabung, einfach weil die Zahl der Akademiker kräftig ansteigt, die geistige Potenz aber nicht. Prozentsatz der.

Zum anderen meinen besonders Frauen, sich im Beruf beweisen zu müssen und überfordern sich.

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