Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

30.10.2014

08:37 Uhr

Das Geld der reichen Familien

Family Offices gründen eigenen Verband

VonLaura de la Motte

Ob Vermögensverwalter oder Steuerberater: Immer mehr Unternehmerfamilien beauftragen Family Offices, ihnen die tägliche Mühsal abzunehmen. Nun wurde ein Verband gegründet, um sich abzugrenzen und Interessen zu vertreten.

Family Offices wollen sich um die Finanzen der vermögenden Familien kümmern. Nun gibt es für sie den „Verband unabhängiger Family Offices“. dpa

Family Offices wollen sich um die Finanzen der vermögenden Familien kümmern. Nun gibt es für sie den „Verband unabhängiger Family Offices“.

FrankfurtWenn es eins gibt, was Christoph Weber und Klaus-Dieter Erdmann stört, dann ist es der inflationäre Begriff der Family Offices. Ob Bank, Vermögensverwalter oder Steuerberater – alle haben die vermögenden Familien für sich entdeckt und wollen sich um ihre Finanzen kümmern. Die Kernvoraussetzungen, eine Familie gut zu beraten, seien nach Auffassung von Weber und Erdmann, die beide eigene Family Offices betreiben, von vielen Anbietern allerdings nicht erfüllt. Um sich abzugrenzen, aber auch um ihre Interessen zu vertreten, wurde nun ein Verband gegründet. Das erfuhr das Handelsblatt von den Beteiligten.

Dem „Verband unabhängiger Family Offices“ gehören neben Weber und Erdmann, sechs weitere Family Offices an – darunter Henkel und Oetker, sowie Yvonne Brückner, Professorin an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg. Prominentestes Mitglied ist Klaus Kuder, der vor einigen Monaten seinen Hut bei der Deutsche Oppenheim Family Offices nahm, dem Ableger der Deutschen Bank.

So legen Vermögende ihr Geld an

Ab wann ist man „vermögend“?

Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln gehört man bereits mit einem Nettovermögen von rund 261.000 Euro zum reichsten Zehntel der erwachsenen Bevölkerung. Das bedeutet, dass 6,7 Millionen Menschen in Deutschland vermögend sind. Durchschnittlich kommen sie auf ein Nettovermögen von 639.000 Euro je Erwachsener.

Wie viel Vermögen hat der deutsche Durchschnittsbürger?

Das durchschnittliche Nettovermögen beträgt 115.000 Euro.

Wie viele Millionäre gibt es in Deutschland?

Über ein Nettovermögen von mindestens 1 Million Euro verfügt nur ein Prozent der Erwachsenen, das sind rund 670.000 Menschen.

Wie wird man reich?

Ein Blick auf die Altersstruktur der Vermögenden zeigt: Reichsein ist häufig das Ergebnis eines Lebenswerkes. Fast drei Viertel des reichsten Bevölkerungszehntels sind mindestens 50 Jahre alt, rund 40 Prozent sogar bereits in Rente. Und: Neben dem Alter ist vor allem der berufliche Status wichtig. Im vermögensstärksten Zehntel sind gut 21 Prozent Selbstständige – dreimal so viel wie in der gesamten Bevölkerung.

Wie legen Vermögende ihr Geld an?

Durchschnittlich hat ein Vermögender in Deutschland 41.000 Euro auf dem Sparkonto, 16.000 Euro Fondsanteile sowie 11.500 Euro in Anleihen und 12.000 Euro in Aktien. Außerdem sind 199.000 Euro im Eigenheim angelegt und 202.000 Euro in sonstigen, beispielsweise vermieteten Immobilien.

Wie legt der Durchschnittsdeutsche sein Geld an?

Der durchschnittliche Erwachsene hat 12.000 Euro auf dem Sparkonto, 3.000 Euro Fondsanteile, 1.500 Euro Anleihen und 2.000 Euro Aktien sowie 54.000 Euro im Eigenheim und 27.000 in sonstigen, beispielsweise vermieteten Immobilien angelegt.

Vor eineinhalb Jahren gab es das erste Treffen dazu, ob ein Zusammenschluss sinnvoll sein könnte. „Am Anfang überwog die Skepsis, weil wir ja alle in einem gewissen Wettbewerb zueinander stehen und gerade die Single Family Offices in Ihrer Außenkommunikation eher zurückhaltend sind“, erzählt Weber. Doch es habe sich schnell eine Kollegialität gezeigt, die in der Idee mündete, einen eigenen Verband zu gründen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×