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07.06.2012

08:46 Uhr

Dax-Konzerne

Die Rückkehr der Privataktionäre

VonUlf Sommer

Das Interesse von Kleinaktionären an Hauptversammlungen der Konzerne schien beinahe erloschen. Doch dieser Trend ist gekippt. Heute freuen sich die Firmen über steigende Besuchszahlen, denn das hat handfeste Vorteile.

Die Hauptversammlung der Deutschen Börse in Frankfurt. dpa

Die Hauptversammlung der Deutschen Börse in Frankfurt.

DüsseldorfDeutschlands Privataktionäre, die sich vor zwölf Jahren nach dem Platzen der Internetblase vom Investorenmarkt zurückgezogen hatten, melden sich zurück. 7 000 Aktionäre der Deutschen Bank strömten Ende letzter Woche in die Festhalle nach Frankfurt - und damit 1 300 mehr als im Vorjahr. Auch der Autokonzern Daimler erlebte das wiederentflammte Interesse der Kleinaktionäre. 600 mehr als im Vorjahr begrüßte er auf seiner Hauptversammlung in Berlin. Mit durchschnittlich 59,5 Prozent des stimmberechtigten Kapitals lag die Aktionärspräsenz bei den diesjährigen Hauptversammlungen der Dax-Konzerne nach Handelsblatt-Berechnungen so hoch wie noch nie in diesem Jahrtausend. Im Vorjahr waren es 57,2 Prozent.

Bei gut 20 der 30 Dax-Konzerne ist die Präsenz gegenüber 2011 gestiegen, allen voran bei der Deutschen Börse. Sie kam auf 59,7 Prozent. Kräftige Zuwächse gab es auch bei Bayer, Infineon, Merck und Thyssen-Krupp. VW und MAN verdanken ihr großes Plus der engeren Verflechtung. MAN-Aktien sind fast ganz im Besitz von VW. Als letzter Konzern hatte am Donnerstag die Deutsche Bank ihre Aktionäre geladen.

Bis Ende der 90er-Jahre waren stets 60 und mehr Prozent des stimmberechtigten Kapitals gekommen. Dafür reichte aber oft eine Handvoll Aktionäre aus. Die Firmen waren fast allesamt verflochten und die Aktien wenig gestreut. Als die rot-grüne Bundesregierung nach der Jahrtausendwende Beteiligungsverkäufe von der Steuer befreite, löste sich die Deutschland AG auf - und die Aktien gerieten meist in die Hände ausländischer Großaktionäre. Mit ihnen sank die Präsenz zunächst drastisch bis auf 45,9 Prozent im Jahr 2005. Danach stieg sie wieder an.

"Die Investoren erkennen, wie wichtig es ist, ihre Stimme wahrzunehmen. Gleichzeitig bemühen sich die Unternehmen um eine hohe Präsenz, denn sie wollen Zufallsmehrheiten verhindern und ihren Beschlüssen eine höhere Legitimation verschaffen", sagt Franz-Josef Leven, Direktor des Deutschen Aktieninstituts.

Maßgeblichen Anteil an der steigenden Präsenz haben professionelle Dienstleister wie "International Shareholder Services" (ISS) und Registrar Services, eine Tochter der Deutschen Bank. Sie beraten Anleger und Firmenvorstände, liefern Analysen zu Tagesordnungspunkten bis hin zu Stimmabgabe-Empfehlungen.

Gerade ausländische Investoren nutzen dies gern. Ohne diese Hilfe fühlten sich amerikanische, australische und asiatische Vermögensverwalter und Staatsfonds oft nicht sattelfest, um über deutsche Vergütungssysteme und Vorratsbeschlüsse für Aktienrückkäufe abzustimmen.

Kommentare (7)

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pendler

07.06.2012, 09:08 Uhr

Oky, was also heißt, dass man neue Aktienkäufer braucht, um den kommenden Abschwung aufzufangen.

Account gelöscht!

07.06.2012, 09:40 Uhr

Man braucht neue Schafe die ihr Geld verlieren damit andere Gewinnen können

Account gelöscht!

07.06.2012, 10:27 Uhr

Dummes Zeug. Investition in Aktien, ist eine Investition in Sachwerte. Wer sein Geld nur in Euros liegen hat ist das Schad, das dumme Schaf. Wenn Kleinaktionäre mehr Flagge auf den HVs zeigen hilft dies vielleicht dabei , das ein wenig mehr Wert auf eine angemessene Bezahlung der Vorstände gelget wird. Ich empfehle dringen eine Mitgliedschaft im SDK

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