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13.03.2012

07:51 Uhr

Dax-Konzerne

Vorstände sichern sich Rekordgehälter

VonDieter Fockenbrock

2011 war für viele Unternehmen ein Rekordjahr. Und so kletterten auch die Gehälter der Dax-Chefs stark. VW-Chef Winterkorn bricht mit 17,5 Millionen Euro sogar alle Rekorde. Und der Trend geht weiter nach oben.

VW-Chef Martin Winterkorn verdiente 2011 alles andere als schlecht. dpa

VW-Chef Martin Winterkorn verdiente 2011 alles andere als schlecht.

DüsseldorfVolkswagen setzt mit der Vergütung seiner Vorstände Maßstäbe. Alle acht Mitglieder des Führungsgremiums erhalten für das zurückliegende Geschäftsjahr 2011 mindestens sieben Millionen Euro und stoßen damit in die Spitze der bestbezahlten Dax-Manager auf. Konzernchef Martin Winterkorn schlägt mit 17,5 Millionen Euro alle Rekorde.

Der Aufsichtsrat des Automobilkonzerns hätte zwar die Möglichkeit, die Bezüge zu deckeln. Angesichts des Rekordergebnisses, das VW einfuhr, war Zügelung aber offensichtlich kein Thema. Auf die Bremse treten dagegen Daimler, Siemens oder Linde.

Deren Vorstandsvorsitzende Dieter Zetsche, Peter Löscher und Wolfgang Reitzle konnten ihre Einkommen gegenüber dem Vorjahr kaum steigern, obwohl die Ergebnisse der von ihnen geführten Konzerne das durchaus zugelassen hätten. Neue Vergütungsstrukturen verhindern aber weiteren Zuwachs.

Tipps für die Gehaltsverhandlung

Argumente, die beim Chef wirken

Gute Karten hat, wer nachweisen kann, dass er seit dem letzten Gehaltsgespräch mehr Verantwortung im Unternehmen übernommen, Fortbildungen besucht oder der Firma zusätzliche Einnahmen gebracht hat. Am besten, Sie legen vorher eine Leistungsmappe an. Schreiben Sie sich detailliert auf, was Sie geleistet haben und nehmen die Liste mit ins Gespräch beim Chef. So haben Sie alle Argumente vor sich auf dem Blatt Papier und können sich an dem Leitfaden entlang arbeiten. Und auch Ihr Chef hat etwas in der Hand, wenn er Ihre Ansprüche seinem eigenen Vorgesetzten darlegen muss.

Gute Vorbereitung

Man bereitet sich über einen längeren Zeitraum vor. Man könnte auch sagen: Vor der Gehaltsverhandlung ist nach der Gehaltsverhandlung. Direkt nach einem Gespräch sollte man die persönliche Leistung wieder weiter ausbauen und das auch schriftlich festhalten. Nur rhetorisch lassen sich Gehaltsverhandlungen in der heutigen Zeit kaum mehr gewinnen. Sie brauchen ein solides Fundament an Leistungen.

Die richtige Taktik im Gespräch

Gehen Sie vor, wie in der Werbung. Da wird auch erst gezeigt, wie gut das Waschmittel reinigt. Gezahlt wird später an der Kasse. Sagen Sie dem Chef im Vorfeld, dass Sie mit ihm über ihre Perspektiven in der Firma reden wollen. Führen Sie dann im Gespräch zunächst ihre Vorzüge auf, zeigen Sie, was Sie der Firma Gutes getan haben und wie Sie ihren Chef in seinen Zielen vorangebracht haben. Erst wenn Sie sich, also das Produkt, vorgestellt haben, sollten Sie auf das Gehalt zu sprechen kommen. Seien Sie aber sparsam mit den Worten „Gehalt“ oder „Gehaltsforderung“. Auf manchen Chef wirkt das wie ein rotes Tuch.

Gehälter mit Kollegen abstimmen?

Was halten Sie davon, sich vorab mit anderen Kollegen abzustimmen? Karriere-Coach Martin Wehrle hat dazu eine klare Meinung: „Das halte ich für sehr schlecht. Firmen hassen es, wenn Mitarbeiter sich über Gehälter austauschen. In vielen Arbeitsverträgen steht auch, dass das Gehalt vertraulich zu behandeln ist. Wenn der Chef solche Gespräche mitbekommt, wittert er oft revolutionäre Umtriebe unter den Arbeitnehmern und er macht die Luken dicht.“

Todsünden im Gespräch

Was sollte ich in der Verhandlung unbedingt vermeiden? Karriere-Coach Martin Wehrle sagt: „Eine Todsünde ist es, mehr Gehalt zu fordern und das mit dem Einkommen eines Kollegen zu begründen. Das ist keine Aussage über die eigene Leistung und weist - aus der Sicht des Chefs - auf eine Indiskretion hin. Das bringt den Chef gegen mich auf und ich will ihn ja für mich einnehmen. Auch der Hinweis auf gestiegene Benzinpreise und die Kosten für das Eigenheim verbieten sich. Der Chef denkt dann, dass man mit Geld privat nicht umgehen kann und die Firma jetzt dafür einspringen soll. Sie sollten den Vorgesetzten auch nicht plötzlich mit der Forderung überfallen, etwa im Treppenhaus oder wenn man beim Bier zusammensitzt. Für ein solches Gespräch muss man einen Termin vereinbaren.“

Quelle: karriere.de

Heinz Evers, Vergütungsberater für Vorstände in den großen deutschen Konzernen, sieht die Entwicklung durchaus kritisch. Evers stellt eine "Verstetigung auf hohem Niveau fest". Eine Ursache dafür sind auch die weiter steigenden Fixbezüge der Vorstände. Zwei Millionen Euro Grundvergütung sind inzwischen mehreren Managern sicher.

Beispiel VW. Konzernchef Winterkorn hat knapp 1,9 Millionen Euro pro Jahr Festbezüge. Trotz der ohnehin explodierenden Boni und Langfristtantieme steigt aber das Grundgehalt für die VW-Manager um durchschnittlich sieben Prozent. Evers: "Warum müssen die Aufsichtsräte in solchen Fällen noch das Grundgehalt erhöhen?"

Kommentare (23)

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13.03.2012, 07:54 Uhr

Winterkorn ist klasse, und jeden Cent wert. Der Mann hat Benzin im Blut !

Wer mehr kann als andere (Messi, Ackermann, Winterkorn, FlashGordon, etc.), kann auch einen höheren Preis verlangen. Wer nur das kann, was auch ca. 2,5 Mrd. Chinesen und Inder können, tja .....

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13.03.2012, 07:56 Uhr

Wenn die Leute in deren Fertigungsstädten usw. gerecht entlohnt werden kann der von mir aus auch 5 Milliarden verdienen. Juckt mich überhaupt nicht.

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13.03.2012, 07:58 Uhr

Schön, dafür sinken die Einkommen bei denenen, die all das erarbeiten , ganz zu schweigen von den Arbeitssklaven.

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