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27.03.2012

18:08 Uhr

Dax-Unternehmen

Gewerkschaftschefs verteidigen Millionen-Gehälter

Rückendeckung für Topmanager gibt es von ungewohnter Seite. Führende Gewerkschaftschefs haben die Millionengehälter von Winterkorn & Co. verteidigt. IG-Metall-Chef Huber forderte aber zugleich eine Kappung der Boni.

IG-Metallchef Huber verteidigte die Topgehälter von Dax-Vorständen. Reuters

IG-Metallchef Huber verteidigte die Topgehälter von Dax-Vorständen.

BerlinFührende Gewerkschaftschefs haben die Millionen-Gehälter für Topmanager in Dax-Unternehmen verteidigt. Der Vertrag für die Vergütung von VW-Chef Martin Winterkorn sei „im System“ in Ordnung, sagte IG-Metall-Chef Berthold Huber dem ARD-Politikmagazin „Report Mainz“. Er hatte dem Gehaltsvertrag im Aufsichtsrat des Unternehmens zugestimmt. An der Vergütung Winterkorns hatte sich in der vergangenen Woche eine Debatte um Spitzengehälter in der deutschen Wirtschaft entzündet. Der Manager erhielt 2011 rund 17 Millionen Euro.

„Ich bin persönlich der Meinung (...), dass es zu hoch ist, keine Frage“, räumte Huber ein. Es sei aber richtig gewesen, Winterkorns Bezüge an die Beschäftigungsentwicklung des Autoherstellers zu koppeln. Zugleich trete er aber für eine Kappung der Boni ab einer bestimmten Höhe ein.

Auch andere Gewerkschaftschefs rechtfertigten die hohen Bezüge in den Dax-Unternehmen, in denen sie im Aufsichtsrat sitzen. Er sei „dafür, dass für gute Leistung auch gute Gehälter gezahlt werden“, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske mit Blick auf die Millionen-Vergütung des RWE-Vorsitzenden Jürgen Großmann. Der Manager müsse das Unternehmen für die Energiewende neu aufstellen, deswegen sei sein Gehalt gerechtfertigt.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Weltenbummler

27.03.2012, 18:36 Uhr

Ist doch klar. Sonst müssten die Bonzen ja auch Ihre eigenen Gehälter in Frage stellen. Da wäscht doch eine Hand die Andere.
Dafür dürfen unten ungestraft Sklaven-Löhne gezahlt werden.

Ondracek

27.03.2012, 19:40 Uhr

Wenn Gewerkschafter die weit überhöhten Einkommen der Vorstände gut heißen, dann zeigt sich doch nur die Kumpanei der langjährigen Gewerkschaftsvorsitzenden mit den Vorständen. Die Amtszeit der Gewerkschaftsbosse müßte begrenzt werden, um dieses zu verhindern. Es wäre mal interessant zu wissen welche Gehälter die Gewerkschaftsbosse haben.

Account gelöscht!

28.03.2012, 00:17 Uhr

Angemessener wäre es, wenn die Gewerkschaftsbonzen die Interessen kleiner Arbeitnehmer verteidigten.

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