Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.05.2013

17:00 Uhr

Debatte um Vorstandschef

Niederländischer Aktionär plant Revolte bei GSW

Erst seit März ist Bernd Kottmann Vorstandschef des Berliner Immobilienkonzerns. Ginge es nach dem niederländischen Pensionsfonds Stichting PGGM, wäre Kottmann auch bald wieder weg. Doch der Konzern sieht das anders.

GSW-Immobilien in Berlin: Soll der Vorstandschef bleiben? obs

GSW-Immobilien in Berlin: Soll der Vorstandschef bleiben?

FrankfurtEin niederländischer Pensionsfonds plant eine Aktionärs-Revolte beim Berliner Wohnimmobilienkonzern GSW Immobilien. Die Stichting PGGM will Aufsichtsratschef Eckart John von Freyend abberufen lassen und fordert die Hauptversammlung am 18. Juni in Berlin auf, dem umstrittenen, erst wenige Wochen amtierenden Vorstandschef Bernd Kottmann das Vertrauen zu entziehen. Der gemeinnützige Pensionsfonds, der die Renten für die Angestellten im Sozial- und Gesundheitssektor in den Niederlanden verwaltet, hält knapp drei Prozent an der GSW. Gegen Kottmann hatte sich bereits vor seiner Ernennung Widerstand geregt. Investoren und Analysten hatten Skepsis geäußert, ob er der Richtige sei, um die GSW zu führen.

GSW-Chef Bernd Kottmann. Pressefoto GSW

GSW-Chef Bernd Kottmann.

Kottmann war bis 2009 Vorstand des Gewerbeimmobilienkonzerns IVG, der damals von John von Freyend geführt wurde. Der Pensionsfonds wirft dem GSW-Aufsichtsratschef daher einen Interessenkonflikt vor. Er sei für das "ungenügende Ergebnis des Auswahlprozesses" verantwortlich. "Wir sind überzeugt, dass die Aktionäre der Gesellschaft das Vertrauen in ihn verloren haben", heißt es am Dienstag in dem Ergänzungsantrag zur Hauptversammlung. Kottmanns Leistungen bei der IVG seien "nicht einwandfrei" gewesen. Zudem habe er keine Erfahrung im Kerngeschäft der GSW, die vor allem in Wohnimmobilien in Berlin investiert.

GSW hatte im März eilig einen Vorstandschef gesucht und in Kottmann gefunden, nachdem dessen Vorgänger Thomas Zinnöcker zum Rivalen Gagfah gewechselt war. "Unserer Ansicht nach hätte eine interne Lösung ... im Einklang mit der strategischen Entwicklung der Gesellschaft gestanden", heißt es in dem Antrag des Pensionsfonds. Die GSW wies die Anträge zurück. Es gebe keinen Grund für eine vorzeitige Abberufung des noch bis 2014 amtierenden Aufsichtsratschefs. Der Aufsichtsrat habe "nach wie vor volles Vertrauen in die Person von Herrn Dr. Kottmann". Was bei der IVG passiert sei, habe nichts mit der GSW zu tun. Die IVG gilt als Sanierungsfall.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×