Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.08.2016

13:35 Uhr

Decathlon-Offenisve

Franzosen mischen den Sporthandel auf

Vor allem kleine Einzelkämpfer unter den Sportartikelläden haben es schwer, wenn ihnen ein Branchenschwergewicht wie das französische Unternehmen Decathlon Konkurrenz macht. Und das könnte künftig an mehr Orten so sein.

Der französische Sportartikelhersteller Decathlon will auf dem deutschen Markt expandieren. dpa

Decathlon-Filiale

Der französische Sportartikelhersteller Decathlon will auf dem deutschen Markt expandieren.

EssenBereits heute ist das Geschäft mit Sportartikeln unter Druck – nun drängt auch der französische Branchenriese Decathlon verstärkt nach Deutschland. „Generell ist der deutsche Markt aktuell der interessanteste Markt in ganz Europa, in welchem wir daher auch viel Potenzial sehen“, kündigte der Sprecher der Unternehmensentwicklung von Decathlon Deutschland, Ludger Niemann, an. Vom Campinghocker für 5,99 Euro bis zum Windsurfboard für 698,99 Euro ist das weitgehend auf zumeist günstige Eigenmarken spezialisierte Unternehmen bereits an 34 deutschen Standorten aktiv.

Mit einem weltweiten Umsatz von 9,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr und rund 1.000 Filialen zählt der Hersteller und Händler von Sportartikeln bereits heute zu den Schwergewichten der Branche. Genaue Zahlen für das deutsche Geschäft nennt Decathlon nicht – auch nicht für die Zahl der geplanten Neueröffnungen. In Dortmund entsteht derzeit ein neues Logistik-Center, von dem aus die Läden und der Onlineshop künftig mit Ware versorgt werden sollen.

Rio 2016: Kein Olympia-Geldsegen für Adidas, Nike und Co.

Rio 2016

Kein Olympia-Geldsegen für Adidas, Nike und Co.

Mehr Geld verdienen die großen Sportartikelkonzerne nicht mit Olympia. Im Gegenteil: Zunächst kostet das Ringespektakel. Doch die Hersteller wie Nike oder Adidas haben ohnehin anderes im Sinn.

Das französische Unternehmen agiere „ziemlich brutal“ im unteren Preissegment, beklagt etwa Werner Haizmann, Präsident des Verbands Deutscher Sportfachhandel. „Die greifen überall an“, so beschreibt Haizmann die Strategie des Mitbewerbers. Jahrelange Versuche der örtlichen Händler sich gegen die oft großräumigen Läden zu wehren seien gescheitert.

„Die Sportbranche ist sehr wettbewerbsintensiv“, berichtet auch Galeria Kaufhof-Sprecher Steffen Kern. Statt auf eigene Sporthäuser will das Warenhausunternehmen künftig verstärkt auf das Geschäft mit Outlets setzen. Vier Sporthäuser in Frankfurt, Wiesbaden, Heidelberg und Stuttgart sollen im kommenden Jahr umgewandelt werden, weitere sollen gegebenenfalls folgen. Sportartikel sollen künftig in das Sortiment des Warenhauses aufgenommen werden.

Vor allem Einzelkämpfer unter den stationären Anbietern von Sportartikeln hätten es dagegen schwer, berichtet Hansjürgen Heinick, Senior Consultant am IFH Köln. Einzelne Spezialisten können aber durchaus von angesagten Trends profitieren, wie etwa Anbieter von Spezialartikeln wie Longboards, so der Handelsexperte.

Heinick beziffert den Gesamtmarkt für Sportartikel in Deutschland im vergangenen Jahr im engeren Sinne auf rund sechs Milliarden Euro. Wenn etwa Zubehör wie Mützen, Schals, Badebekleidung oder Wäsche mit einbezogen werde, könne sich auch ein deutlich höherer Wert ergeben. Mit einem Plus um 5,7 Prozent habe das Wachstum des Sportartikelmarkts im vergangenen Jahr zudem deutlich über den Zuwächsen im Schuh- und Textilhandel gelegen. Besonders gefragt seien Sportschuhe gewesen.

Under Armour: Der Newcomer ist nicht zu stoppen

Under Armour

Der Newcomer ist nicht zu stoppen

Die US-Sportmarke Under Armour wächst rasant. Doch für die Expansion zahlt der Gründer einen hohen Preis.

„Es wird jedoch nicht wahnsinnig mehr Sport betrieben“, so der Experte. Hintergrund sei vielmehr eine „Casualisierung des Alltags“. Sportmode werde etwa öfter im Büro getragen. Vor allem der Onlinehandel habe 2015 wieder stark von dem Trend profitieren können.

Bei den Kunden von Sportartikeln sei in Deutschland die Orientierung an großen Marken immer noch ziemlich stark ausgeprägt. Wenn es dann jedoch um das Sporttreiben im Alltag gehe, spiele die Marke dann doch nicht immer mehr die große Rolle, sagt Heinick. Dann könne die Funktionsbekleidung auch vom Discounter oder von anderen Anbietern kommen.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×