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28.01.2015

12:14 Uhr

Depressionen und Arbeit

Den Deutschen geht es ein bisschen besser

VonLisa Hegemann

Erstmals seit sieben Jahren waren weniger Menschen wegen Depressionen arbeitsunfähig. Doch die Zahl der Betroffenen bleibt hoch. Vor allem in einer Stadt können viele Menschen vor Niedergeschlagenheit nicht arbeiten.

Im Stimmungstief: In Deutschland fehlen Arbeitnehmer durchschnittlich rund einen Tag im Jahr wegen Depression. Getty Images

Depressionen in Deutschland

Im Stimmungstief: In Deutschland fehlen Arbeitnehmer durchschnittlich rund einen Tag im Jahr wegen Depression.

DüsseldorfDepressionen sind teuer: Im Jahr 2013 fehlten Erwerbspersonen im Schnitt gut einen Arbeitstag wegen der Krankheit. Das war zwar erstmals seit sieben Jahren ein leichter Rückgang. Doch trotzdem kostete dies die Volkswirtschaft insgesamt rund vier Milliarden Euro. Das zeigt eine Auswertung der Techniker Krankenkasse (TK), die die größte deutsche Krankenversicherung am Mittwoch vorstellte.

Zwischen dem Ausgangsjahr 2000 und dem nun untersuchten Jahr 2013 fehlten Arbeitnehmer wegen Depressionen fast 70 Prozent häufiger. Für die Untersuchung hat die Techniker Krankenkasse die Daten seiner rund vier Millionen erwerbstätigen Kunden ausgewertet. Das sind etwa 13,7 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten in Deutschland.

Als Depression definiert die Weltgesundheitsorganisation WHO „eine weit verbreitete psychische Störung“. Die Krankheit kann sich unter anderem durch „Traurigkeit, Interesselosigkeit und Verlust an Genussfähigkeit, Schuldgefühle und geringes Selbstwertgefühl, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Konzentrationsschwächen“ zeigen. Ärzte unterscheiden dabei zwischen der depressiven Episode und sogenannten rezidivierenden depressiven Störungen, also einer Wiederkehr der Krankheit.

10 Berufe, die am häufigsten depressiv machen

Platz 10

Einen vergleichsweise hohen Anteil an Depressionen verzeichneten Menschen in medizinisch-technische Berufen im Laboratorium, besonders bei fachlich ausgerichteten Tätigkeiten. 2,3 Prozent der Beschäftigten dort waren von der Diagnose Depression betroffen.

Quelle: Techniker Krankenkasse, Depressionsatlas 2014

Platz 9

Auch der Anteil depressiver Mitarbeiter bei Berufen im Objekt-, Werte- und Personenschutz lag mit 2,38 Prozent an Betroffenen vergleichsweise hoch.

Platz 8

2,46 Prozent der Personen, die in Berufen in der Gesundheits- und Krankenpflege ohne Spezialisierung arbeiten, waren von Depressionen betroffen.

Platz 8

Auch bei hochkomplexen Tätigkeiten in Berufen in der Sozialarbeit und Sozialpädagogik waren mit 2,46 Prozent deutlich mehr Menschen von Depressionen betroffen als in anderen Tätigkeiten.

Platz 6

Bei Berufen in der öffentlichen Verwaltung, etwa in einem Rathaus, waren 2,49 Prozent der Beschäftigten im Jahr 2013 wegen Depressionen krankgeschrieben.

Platz 5

Eine besonders hohe Betroffenenrate ist auch in Berufen in der Gesundheits- und Krankenpflege mit Helfer- und Anlerntätigkeiten zu verzeichnen. Dort sind 2,6 Prozent der Beschäftigten 2013 an Depressionen erkrankt.

Platz 4

Mit 2,74 Prozent Betroffenen sind auch Mitarbeiter in Berufen in der Kinderbetreuung und -erziehung vergleichsweise häufig depressiv.

Platz 3

In Berufen in der Altenpflege mit Helfer- und Anlerntätigkeiten ohne Spezialisierung sind 3,2 Prozent der Mitarbeiter von Depressionen betroffen.

Platz 2

Auch bei fachlich ausgerichteten Tätigkeiten in der Altenpflege liegt die Zahl der Betroffenen mit 3,45 Prozent hoch.

Platz 1

Am höchsten liegt die Betroffenenquote jedoch in Berufen im Dialogmarketing. Dort waren 3,68 Prozent der Mitarbeiter wegen Depressionen krankgeschrieben. Dialogmarketing ist eine Form des Direktmarketings, die gezielt auf die Interessen des (potentiellen) Kunden zugeschnittene Produkte und Dienstleistungen anbietet. Es stellt daher den „Dialog“ des Unternehmens mit dem Kunden in den Mittelpunkt.

Gemessen an der Zahl der Fälle machen Depressionen zwar nur einen kleinen Teil aus. Insgesamt waren deutsche Arbeitnehmer 2013 fast 15 Tage – also etwa drei Arbeitswochen – nicht arbeitsfähig. Wegen Depression fehlten die Beschäftigten jedoch nur gut einen Tag. Zudem wurden lediglich 1,59 Prozent aller Arbeitnehmer wegen dieser Diagnose als arbeitsunfähig eingestuft. Doch weil die Krankheit eine vergleichsweise lange Dauer von etwa 64 Tagen pro Fall aufweist, sind Depressionen insgesamt für 7,1 Prozent aller Fehltage bei Arbeitsunfähigkeit verantwortlich.

„Es ist eine sehr langwierige Erkrankung für den Patienten, verbunden mit hohen Ausfallzeiten für die Betriebe“, sagte TK-Chef Jens Baas. Für ein Unternehmen mit 250 Mitarbeitern bedeuten die Zahlen, dass mindestens ein Arbeitsplatz im Jahr wegen Depressionen unbesetzt bleibt.

Unterschiede gibt es bei der Diagnose von Männern und Frauen. Weibliche Arbeitnehmer sind laut TK-Daten fast doppelt so häufig betroffen wie ihre männlichen Kollegen. Während 2013 rund 2,1 Prozent der Frauen wegen Depressionen krankgeschrieben wurden, waren es bei den Männern nur 1,16 Prozent.

Im Alter zeigt sich allerdings bei beiden Geschlechtern ein deutlicher Anstieg der Fehlzeiten wegen einer Depression. In der Altersgruppe der 60 bis 64-Jährigen sind demnach sechs Mal so viele Betroffene zu verzeichnen wie in der jüngsten Altersgruppe der 15- bis 19-Jährigen.

Kommentare (5)

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Herr Helmut Paulsen

28.01.2015, 12:18 Uhr


+++ Bei der Regierung Merkel, Medien und den Block-Parteien - kann man als Deutscher auch nur depressiv werden !! +++

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Frau Misstress Dissdress

28.01.2015, 13:10 Uhr

Eieieieieieiei!!!

Und nun?

Habe nirgendwo im Artikel etwas gefunden, in dem Aussagen zur Ursache gemacht werden.

Dass man mit 20 noch nicht deppresiv ist. Verwunderlich!

Naja, noch ein paar Jahre, dann ist das der Normalzustand und dann kann Fröhlich sein als Krankheit und Abweichung vom MAinstreem eingestuft werden. Immer schön im Mainstreem bleiben Leute, blos nicht auffallen!

Herr Thomas Behrends

28.01.2015, 13:45 Uhr

Keinen Aufschluss gibt der Artikel über die Ursachen der Depressionen; keine kritischen Äußerungen über mangelhaftes Führungsverhalten von Leitungspersonen in der deutschen Wirtschaft. Statt dessen Druck von oben, der nach unten weiter gegeben wird.

Fehlendes Lob und Anerkennung als auch ausbleibende Gehaltserhöhungen (während sich Geschäftsführer und Vorständler für ihre vielfach mittelprächtigen bis schlechten Leistungen die Taschen auf Kosten der Anderen vollstopfen) sorgen natürlich nicht für eine super Motivation.

Eine hohe Arbeitsbelastung wie er überall vorkommt, der verniedlichend als "Arbeitsverdichtung" herunter gespielt wird.

Kein Wunder, dass die Mitarbeiter früher oder später "ausgebrannt" sind.

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