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12.01.2005

08:05 Uhr

Der "Erste Journalist" des Verlages

Ein Journalist und Vorstand

VonGregory Lipinski (Handelsblatt)

„Focus“-Chef Helmut Markwort soll die Verlagsgruppe Milchstraße entrümpeln.

HAMBURG. Der Mann mit dem leicht ergrauten Haar hat alle Hände voll zu tun: Erst ernennt Verleger Hubert Burda den „Focus“-Chefredakteur Helmut Markwort zum Herausgeber des Nachrichtenmagazins, jetzt soll das Burda-Vorstandsmitglied auch noch als Geschäftsführer die Zusammenarbeit mit der Hamburger Verlagsgruppe Milchstraße („Fit for Fun“, „Max“) koordinieren. Vor Weihnachten hatte das Münchener Medienhaus die Mehrheit bei den Hamburgern erworben.

Ob der 68-jährige „Erste Journalist“ des Verlags, wie er in München betitelt wird, auch für die redaktionelle Linie bei der Milchstraße verantwortlich ist, will ein Burda-Sprecher aber nicht sagen. Doch Kreisen des Verlags ist längst klar: Er soll so schnell wie möglich neue journalistische Konzepte entwickeln, um den auflagenschwachen Magazinen auf die Beine zu helfen.

Dafür bringt der hausintern als arbeitssüchtig geltende Medienmacher den richtigen Riecher mit. Ein Beispiel: der „Focus“. Als er 1993 den „Anti-Spiegel“ ins Leben ruft, glaubt die Branche zunächst nicht an einen Erfolg: Denn statt tiefgründiger Berichterstattung Marke „Spiegel“ setzt Markwort darauf, Informationen schnell und unterhaltsam zu präsentieren. Das Konzept geht auf: Das Nachrichtenmagazin besteht seit mehr als zehn Jahren jeden Montag den Kampf am Kiosk.

Wie er nun allerdings die Milchstraße wieder auf Wachstumskurs trimmen will, ist noch unklar. Am 20. Januar sollen die Chefredakteure von „Max“ & Co. in München ihre Konzepte vorstellen. Erst dann will Markwort entscheiden, wer bleibt.

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