Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.02.2017

14:41 Uhr

Der moderne Mann

Führen lernen mit Trump

VonHerr K.

Herr K. steht in gewisser Hinsicht unter Spannung – er entkommt einem Mann nicht, der mittlerweile täglich durch die Schlagzeilen geistert – Donald Trump. Herr K. wähnt in der Zukunft „Trumpisten“ und „Trumpi-Town“.

Herr K. schreibt auf Handelsblatt Online über den Alltag des modernen Manns. Anregungen bitte an:  herr.k@handelsblatt.com

Herr K. – der moderne Mann

Herr K. schreibt auf Handelsblatt Online über den Alltag des modernen Manns. Anregungen bitte an: herr.k@handelsblatt.com

Der Nachrichtenstrom reißt neuerdings nicht mehr ab: Trump lässt Mauer zu Mexiko bauen +++ Trump steigt aus TPP aus +++ Trump hält grimmig schauend Akten in die Kamera +++ Und das ist nur die Morgenlage im Autoradio auf dem Weg zur Arbeit. Herr K. kann dem neuen US-Präsidenten nicht mehr entrinnen. Niemand kann das. Und es wird so weitergehen:

+++ Trump sitzt mit US-Konzernchefs am Tisch und verdonnert sie zu irgendwas +++ Trump verstaatlicht Disneyland, das künftig „Trumpi-Town“ heißt +++ Trump lässt überall Brücken bauen, weil das die Wirtschaft ankurbelt und er sich als Brückenbauer versteht +++ Wahrscheinlich wird dieser nie da gewesene Aktionismus im Weißen Haus auch neue Berufsbilder, ach: komplette Branchen, erschaffen. Als Erstes wird es sicher bald Journalisten geben, die nur noch mit Trump-Berichterstattung und –Interpretation ihr täglich Brot verdienen. Bachelor-Studiengänge werden die nötigen „Trumpisten“ ausbilden, denkt Herr K., als er mittags auf dem Weg in die Kantine noch die neuesten Online-Newsflashs auf dem Handy studiert:

+++ Trump erklärt China den Krieg und gründet mit Wladimir Putin auf der Krim eine Reitschule +++ Trump geht zum Friseur und erwägt ein Dekret, dass alle Amerikaner zum Blondieren ihres Haupthaars verpflichtet +++ Trump kündigt weitere Mauer-Bauten an - zu Kanada, aber auch zu Kalifornien, wo sie ihn nicht mögen +++

Herr K.: Wann ist ein Mann ein Mann?

Herr K.

Wann ist ein Mann ein Mann?

Schon seit zwei Jahren erscheinen im Handelsblatt wöchentlich die Kolumnen von Herrn K. – dem modernen Mann. Höchste Zeit, dass die Kunstfigur ihren Schöpfer befragt – zu Geldanlagen, Grill-Typen und jammernden Männern.

„Ich mag ihn ja auch nicht. Aber Trump tut wenigstens was!“, sagt Herrn K.s Kollege Koslowski zwischen Blattsalat und Toast Hawaii (auf den Trump noch am gleichen Tag Urheberrechte und 30-prozentige Lizenzgebühren geltend machen wird). Frau Stibbenbrook aus der Rechtsabteilung schaut obligatorisch entsetzt: „Ihr Ernst? Der Mann ist irre!“ – „Schon“, windet sich Koslowski. „Aber ist all dieser lähmende Wir-können-auch-nix-ändern-Sachzwang-Kack in Berlin oder Brüssel besser?“

Herrn K. dämmert allmählich, was das bedeuten könnte, als er am Nachmittag die neuesten Depeschen aus Washington verfolgt: +++ Trump verbietet Straßenkriminalität, Steuerbetrug, Evolutionstheorie und Klimawandel +++ Trump lässt Meryl Streep ausbürgern +++ Trump annektiert den Mond und kündigt rasche Besiedelung an +++

Es geht vielen Leuten offenbar gar nicht mehr darum, WAS, sondern DASS jemand was macht, grübelt Herr K. Vielleicht würde das sein eigenes Standing als Führungskraft auch verbessern? Einfach mal machen! Herr K. fängt an zu fantasieren, wie auch er „trumpen“ könnte: +++ K. spendiert Obstkörbe for free in seiner Abteilung +++ K. reduziert die Zahl der Behindertenparkplätze, weil es gar keine Behinderten in seiner Firma gibt +++ K. führt Arbeitsuniformen und Morgenappelle ein +++

Sollte er da den Betriebsrat fragen? Fände Trump, dass Betriebsrat "was für Pussys" ist? Herr K. schaut raus auf den Parkplatz. Es regnet. Er muss noch üben. Trump wird man nicht an einem Tag.

Als Herr K. Abitur machte, waren Computer noch etwas für die komischen Typen aus der Informatik AG. Damals kriegten die kein Mädchen ab, heute kontrollieren sie Hidden Champions im Bereich Business Solutions mit Standorten auf drei Kontinenten. Es gab noch keine Smartphones, kein Internet, keine Generation Y, nur Kassettenrecorder, Wählscheibentelefone und sogar die DDR. Patchwork war allenfalls Omas Auslegeware. Herr K. ist - beruflich wie privat - bisweilen irritiert von dieser sich rasant verändernden Welt, will sich aber nichts anmerken lassen. Er ist jetzt in einem Alter, in dem es um letzte Fragen geht: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Und wie viel Bonusmeilen gibt's auf dem Weg dorthin? Diese Kolumne will künftig die Antworten liefern. Anregungen für Herrn K. bitte an: herr.k@handelsblatt.com oder folgen Sie Herrn K. auf Twitter: @herrnK

Die besten Kolumnen vom modernen Mann sind im Gabal Verlag erschienen (14,90 Euro) – samt neuen Texten und allen Hintergründen rund um Herrn K. Hier können Sie das Buch zur Kolumne bestellen: kaufhaus.handelsblatt.com/herrk.

Kommentare (3)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

03.02.2017, 15:13 Uhr

Um so mehr die US- und Deutschen Medien versuchen Trump in ein schlechtes Licht zu rücken und dies mit der Strategie -Viel negative Berichterstattung hilft auch Viel- um so mehr wird die Deutsche und US Gesellschaft abgestumpft (konditioniert). Es hilft also Trump.
Am Ende wird wie so oft, der Vergleich zwischen dem Handeln/Tat und des Sprüchklopfen den Erfolg bringen.
Momentan handel Trump und setzt seinen Plan "Great again" Schritt für Schritt um und bei der Grün-Sozialistischen Merkel EU-Deutschland ist seitdem nur das Sprücheklopfen vernehmbar.
Trump geht mit seinen Taten,Handeln in die Offensive und die Grün-Sozialistische Merkel Deutschland-EU ist in ihrer Dauerschleife von Sprüchen und Drohungen gefangen....Taten,Handel...FEHLANZEiGE!

Herr Toni Ebert

03.02.2017, 15:29 Uhr

Trump ist ein Mann, der weiß, wie man Geld macht und er wird seinem Volk Wohlstand und die Ehre zurück bringen. Alle Medien, die noch etwas lernfähig sind und hier drin eine Chance für sich erkennen können, werden zukünftig die Medienlandschaft anführen.

Trump ist eine Person, die Unternehmen und somit Menschen führen kann. Er ist ein Praktiker, der gezeigt hat, dass er sein Geschäft versteht. auch hierbei hebt er sich extrem von den Journalisten und seinen politischen Vorgängern ab.

Herr Paul Kersey

09.02.2017, 18:00 Uhr

@Ebert
Vor allen Dingen wird Trump noch lernen müssen, dass ein Staat kein Unternehmen ist, in dem ausschließlich das gemacht wird, was der Boss sagt. Bundestaaten, Städte, Justiz usw. haben sehr wohl eigenen Entscheidungsspielraum, den es in einem Trump-Unternehmen nie gab und nie geben wird. Diese Tatsache wird nicht nur Donald, sondern auch seine weltweite und besonders deutsche Fangemeinde nur schwer verdauen, aber es bleibt ihnen allen nichts anderes übrig.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×