Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

16.11.2014

17:31 Uhr

Der moderne Mann

Wenn Sparen nicht mehr lohnt

VonHerr K.

Herr K. will sparen. So wie früher. Mit Spardosen, einem Weltspartag und Rest-Groschen. Doch die Zeiten sind vorbei, erinnert ihn ausgerechnet seine 16-jährige Tochter. Herr K. erkennt: Sparen macht keinen Sinn mehr.

Herr K. schreibt auf Handelsblatt Online über den Alltag des modernen Manns. Anregungen bitte an:  herr.k@handelsblatt.com

Herr K. – der moderne Mann

Herr K. schreibt auf Handelsblatt Online über den Alltag des modernen Manns. Anregungen bitte an: herr.k@handelsblatt.com

Er ist selbst schuld. Warum fuhr Herr K. mit seiner Familie am Wochenende in dieses Outlet-Paradies? Dass man derlei nicht zur inneren Einkehr aufsucht, liegt ja auf der Hand, oder? Warum musste er dann nörgeln, dass sie nicht so viel kaufen sollen? Ebenso könnte er mit ihnen in ein sogenanntes „Spaßbad“ gehen und dann fordern: „Aber bitte macht euch nicht so nass!“

Und warum musste er am Ende auch noch zwischen Großraumtüten und Starbucks-Frappusonstwasmitsahne diesen einen, selbstmörderischen Satz hinnörgeln: „Wir müssen sparen!“ Seine Frau und seine beiden Kinder starrten ihn erst fassungslos an. Dann war es ausgerechnet seine 16-jährige Tochter, die prustete: „Hallo, Daddy, auf-wa-chen! Sparen! Lohnt! Nicht! Mehr!“ Herr K. wusste, dass dahinter nicht nur die Rest-68er unter den Gymnasiallehrern seiner Tochter steckten. Sie hatte schlicht recht.

Der moderne Mann: Vom Gründen und Scheitern

Der moderne Mann

Vom Gründen und Scheitern

Herr K. kennt das Geschäft zu gut. Er weiß, wie das Gründen und Scheitern auf dem Markt funktioniert. Und kann dem Obdachlosen auf der Straße deshalb kein Geld mehr geben. Es ist zu seinem Besten.

Niemand spart mehr. Berger aus dem Marketing hat sich gerade auf Pump das vierte Apartment in Berlin gekauft: „Finanziert sich von selbst“, knuffte er Herrn K. im Aufzug so verschwörerisch wie hochverschuldet in die Hüfte. Sparen ist nicht über Nacht unmodisch geworden. Es macht nur keinen Sinn mehr.

Das Menetekel heißt „Negativzinsen“ und flackert bereits durch Herrn K.s Träume. Er darf es gar nicht laut sagen, aber er hat noch Lebensversicherungen und - pssst, bitte behalten Sie das wirklich für sich! - einen Bausparvertrag. Dabei erinnert Herr K. sich gern an seine Kindheit, als man das Sparen quasi noch von der Pike auf gelernt hat.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×